Detox für Körper, Geist und Seele: Weg mit dem Ballast

Veröffentlicht am 26. Februar 2019

Im Frühling ist die beste Zeit, um Ballast loszuwerden. Der Körper dankt uns für die Entlastung durch Detox mit neuer Kraft.

Füße einer Frau die aus der Waschmaschine raus hängen.
Füße einer Frau die aus der Waschmaschine raus hängen.

Der Frühling ist da! Die Sonnenstrahlen locken hinaus, die Natur erwacht aus ihrem Winterschlaf. Und wir? Fühlen uns müde und schlapp. Die Gründe für diese Frühjahrsmüdigkeit sind vielfältig. Das beginnt bei dem Schlafhormon Melatonin. Es wird bei Dunkelheit vermehrt gebildet. So steuert die Zirbeldrüse, die für die Ausschüttung von Melatonin verantwortlich ist, den Tag- und Nacht-Rhythmus. Im Frühjahr muss der Körper sein fein abgestimmtes System wieder an ein Mehr an Sonnenstunden gewöhnen. Und das kann etwas dauern.

Fazit

Oftmals besteht noch ein Melatoninüberschuss aus der dunklen Jahreszeit, der sich erst einpendeln muss. Dieses Zuviel kann neben Müdigkeit auch für Gereiztheit oder Antriebslosigkeit sorgen.

Was tun bei Antriebslosigkeit?

Auch wenn es verlockend klingt – mehr Schlafen wäre nicht der richtige Weg. Um dem Körper die Umstellung zu erleichtern, lautet das Zauberwort Aktivität. Draußen spazieren gehen oder laufen sorgt für eine Anregung des Kreislaufs und für die Aufnahme von Sonnenlicht zur Bekämpfung der Frühjahrsmüdigkeit. Denn fällt Licht ins Auge, wird die Ausschüttung von Melatonin gebremst.

Doch auch die Weihnachtszeit hat den Körper geschwächt, am meisten die Leber. Zu viel Fett, Zucker, Fast Food, Alkohol, aber auch Medikamente und Stress strapazieren dieses Entgiftungsorgan. All die Vanillekipferln, der Punsch, die berauschende Silvesternacht, gefolgt vom fröhlichen Fasching mit Sekt, Krapfen und Co. waren für die Leber nicht ganz so lustig.

Detox durch Balance

Körper und Geist im Gleichgewicht halten zu wollen ist eine Gemeinsamkeit vieler traditioneller Medizinsysteme wie der Traditionellen Tibetischen, Chinesischen und Europäischen Medizin oder des Ayurveda. Die Leber spielt oft eine besondere Rolle. Das Grundprinzip der Tibetischen Medizin besteht in der Erhaltung des Gleichgewichts der drei Energien im Körper: Lung (Wind), Tripa (Feuer) und Badkan (Erde und Wasser beziehungsweise Schleim). Kommt dieses sensible System ins Ungleichgewicht, wird der Mensch krank.

Im Winter kommt es zu einer Ansammlung von Badkan, die zu einer verlangsamten Verdauung und Gewichtszunahme führen kann.

Im Frühjahr lässt sich dieses Ungleichgewicht durch Aktivität und die Vermeidung von süßen, salzigen und fetten Gerichten wieder ausgleichen,

sagt der TCM-Arzt und Tibetologe Dr. Florian Ploberger.

Die Leber gilt als Sitz von „Tripa“, die für „Feuer“, sprich Vitalität, sorgt. Ist die Leber belastet, können sich die genannten Symptome der Frühjahrsmüdigkeit zeigen.

Auch im Ayurveda ist die Balance der drei Energien, der Doshas „Vata“ (Luft), „Pitta“ (Feuer) und „Kapha“ (Erde und Wasser), von zentraler Bedeutung. Im Winter herrscht generell Kapha vor, das zwar einerseits für Stabilität sorgt, andererseits aber zu Trägheit und Gewichtszunahme führen kann.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird die Leber, die zum Element Yin zählt, nicht nur als Entgiftungsorgan, sondern auch als Sitz der Emotionen gesehen.

Fazit

Stress sorgt für eine zusätzliche Stagnation des Energieflusses und wirkt sich negativ auf die Leber aus.

Das Gänseblümchen erfreut als Frühlingsbote, doch die wenigsten wissen, wie gesund es ist. Es enthält Mineralstoffe und Vitamine wie Kalium, Eisen, Vitamin A und C sowie Bitterstoffe und ätherische Öle. Ein Tee aus Gänseblümchen wirkt blutreinigend und leberstärkend.

Löwenzahn wirkt leberkräftigend und „leert“ die Galle. Seine frischen Blätter schmecken im Salat und ähneln Rucola. Der Tee aus Blättern oder Wurzeln (frisch oder getrocknet) wirkt verdauungsfördernd. Neben seinen reinigenden Eigenschaften enthält er eine Vielzahl an Vitaminen, Bitter- und Mineralstoffen.

Die Brennnessel lässt sich frisch wie getrocknet als Tee verwenden. Sie wirkt entwässernd und durchblutungsfördernd. Ihr Gehalt an Vitamin C und E unterstützt das Immunsystem und macht schöne Haut.

Ausmisten von Negativem

Auch der Geist kann gereinigt werden, meistens von negativen Emotionen, die nicht nur belasten, sondern auch cholerisch oder phlegmatisch, aber vor allem müde machen, weil sie Energie und Schlaf rauben. Das verleitet gern zu Frust- und Trostessen. Dr. Florian Ploberger sagt dazu:

Wir können unseren Geist reinigen, wenn wir uns bewusst in der Natur aufhalten, meditieren oder beten, wenn wir Suchtmittel wie Alkohol, Kaffee und Zigaretten, aber auch Süchte unseres modernen Lebensstils, wie den Medienkonsum, einschränken.

Und Dr. Gerhard Kögler, ärztlicher Leiter der Akademie für Traditionelle Europäische Medizin, ergänzt:

Auf geistiger Ebene ist das Frühjahr die Zeit des Anfangs und der Kreativität. Nützen Sie die Energie dieser Jahreszeit und lösen Sie sich von Blockierendem. Wählen Sie die Umgebung und die Informationen, die Ihr Denken und Ihre Kreativität beeinflussen, bewusst aus.

Um zu fokussieren, ist ein ruhiger, entspannter Geisteszustand notwendig. Yoga sorgt für Entspannung auf geistiger und körperlicher Ebene. „Detox-Yoga“ lautet der neue Trend. Dabei sorgen Übungen, bei denen der Körper, besonders der Rumpf, gedreht wird, für eine Aktivierung der Bauchorgane und die Anregung der Verdauung. Die tiefe Atmung wirkt ebenfalls entspannend. Denn in der Hektik des Alltags atmet man oft viel zu flach.

Darauf wird auch in der Meditation Wert gelegt. Durch die tiefe Atmung in den Bauchraum werden Organe, Durchblutung, Verdauung und Immunsystem positiv stimuliert. Der Geist wird ruhiger und klarer. Wichtig dabei: die Atmung nicht erzwingen, sondern den eigenen Rhythmus beobachten, wie er langsamer wird. Die Aufmerksamkeit sollte nur auf das Atmen gerichtet werden, um einen Zustand der Gedankenleere zu erreichen.

Fazit

Wichtig ist, sich Zeit zu nehmen, um zur Ruhe zu kommen. Dann gelingt es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Indem man sich sowohl geistig als auch körperlich von Unnötigem trennt, schafft man Platz für Neues.


26 Februar 2019 | Text: Laura Ari | FOTOS: Stocksy; Unsplash

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