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3 Wege, wie wir als Erwachsene unser inneres Kind heilen

Jeder Erwachsene trägt seine Kindheit mit sich - und oft hindern uns psychische Verletzungen aus der Vergangenheit daran, mit uns selbst ins Reine zu kommen. Doch das lässt sich ändern: Sie können Ihr inneres Kind heilen und trösten.

Wenn uns so gar nicht nach tanzen ist, liegt es vielleicht daran, dass unser inneres Kind getröstet werden will.
Wenn uns so gar nicht nach tanzen ist, liegt es vielleicht daran, dass unser inneres Kind getröstet werden will.

Als das „innere Kind“ bezeichnet die Psychotherapeutin Stefanie Stahl die Summe all jener Kindheitsprägungen, die wir durch unsere Eltern und andere Bezugspersonen erfahren haben. „Insbesondere die Kränkungen und Verletzungen aus der Kindheit verankern sich tief im Unbewussten und hindern uns als Erwachsene daran, unser volles Potenzial zu leben“, schreibt Stahl in ihrem Buch „Das Kind in dir muss Heimat finden“ (Kailash). Doch es gibt Hoffnung: Unser inneres Kind lässt sich heilen.

Wenn wir uns der Vergangenheit stellen und uns von alten Glaubenssätzen verabschieden, können wir auch als Erwachsene diese alten Wunden aus der Kindheit noch heilen. So lösen wir alte Blockaden und können letztlich zu uns selbst finden.

Inneres Kind heilen: Schattenkind trösten, Sonnenkind stärken

  1. Die eigenen Schutzstrategien erkennen

Um mit negativen Gefühlen aus der Kindheit klarzukommen oder sie gar nicht erst zu spüren, entwickelt jeder Mensch eigene Schutzstrategien. Das können laut Stahl etwa Rückzug, Harmoniestreben oder Kontrollstreben sein: Reaktionen, die in der Beziehung mit anderen Menschen oft Probleme bereiten. Diese Strategien zu erkennen ist der erste Schritt, um das Sonnenkind zu fördern und das Schattenkind zu trösten.

  1. Sich negativen Erinnerungen stellen 

„Genauso wichtig ist es, Belastendes, Trauriges oder Verletzendes aus unserer Kindheit anzunehmen“, sagt die Psychotherapeutin Sylvia Wintersperger. „Dazu müssen wir uns jenem Bereich der Persönlichkeit zuwenden, der das kindliche Erleben noch trägt.“ Diese negativen Kindheitserfahrungen können wir neutralisieren, indem wir uns selbst Verständnis, Mitgefühl und Wohlwollen entgegenbringen.

  1. Mit dem „inneren Kind“ in einen Dialog treten 

Das gelingt laut Wintersperger, wenn wir einen inneren Dialog mit unserem „inneren Kind“ führen. Stellen Sie sich dazu als Erwachsener vor, dass Ihr jüngeres Ich gerade etwas Unschönes, Verletzendes oder Kränkendes erlebt hat. Dann trösten Sie Ihr „inneres Kind“, reden ihm gut zu und sagen ihm, dass es nicht allein ist. Machen Sie ihm klar, dass Ihr erwachsenes Ich bei ihm ist und dass das Problem aus Erwachsenensicht betrachtet werden kann.

Das Kind in dir muss Heimat finden
(Stefanie Stahl)
Verlag: Kailash


7 April 2020 | Text: Nina Horcher, Maria Kapeller | Fotos: dm

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