Mutter-Tochter-Beziehung: Konflikte lassen sich lösen

Angehimmelt, abgelehnt, ausgesöhnt: Die Mutter-Tochter-Beziehung ist einmalig, manchmal schwierig und stets zu verbessern. Warum Töchter sich mit ihren Müttern versöhnen und Mütter ihre Töchter loslassen müssen, um zueinander finden zu können.

Eine Mutter mit ihrer Tochter, die ihr Dessert genießen und sich anstrahlen.
Eine Mutter mit ihrer Tochter, die ihr Dessert genießen und sich anstrahlen.

Vorwürfe blockieren

Anzuerkennen, dass man wie die eigene Mutter ist, heißt nicht, auch zu leben wie die Mutter. „Denn vom Verhalten hat jede Tochter die Möglichkeit, Dinge anders zu lösen, als es ihre Mutter getan hat. Sie müsse sich aber davon lossagen, die Lebensweise der Mutter zu kritisieren und ihr Sachen vorzuwerfen, die möglicherweise in der Erziehung falsch gelaufen sind“, unterstreicht Souza Seethaler.

Das sei natürlich besonders in jenen Fällen schwierig, wo Töchter in der Kindheit beispielsweise unter einer narzisstischen Mutter gelitten haben. Und trotzdem:

Wer im Vorwurf lebt, blickt zurück und blockiert sich. Denn das Leben geht nach vorne.

Seethaler

Unerfüllte Wünsche in Töchter projizieren

Auch Mütter müssen über ihren Schatten springen. Sich mit ihren Töchtern auszusöhnen, zwingt sie unweigerlich in die Selbstreflexion. Und das ist nicht immer leicht. Denn viele müssen sich eingestehen, dass sie zwar das Beste für ihre Tochter wollten, aber vielmehr ihre eigenen unerfüllten Wünsche in diese projiziert haben. „Sie sind dann sauer, wenn die Tochter nicht lebt, was sie selbst verabsäumt haben zu leben“, sagt Seethaler. Wenn Beziehung gelingen soll, muss die Tochter in die Freiheit entlassen werden und ihren eigenen Weg gehen können.

Loslassen ist schwer. Und Loslassen funktioniert nicht von heute auf morgen. Schließlich hat man das eigene Kind jahrelang umsorgt, zahnende Nächte mit ihm durchgewacht, unzählige Nachmittage gemeinsam über Schulbüchern verbracht und tagelang die Tränen des ersten Liebeskummers getrocknet.

Nicht erklären, wie leben geht

Aber es ist wichtig, sich selbst zurückzunehmen und die Tochter als eigenständigen, reifen Menschen anzuerkennen. „Das bedeutet nicht, dass ich als Mutter alles gut finden muss, was die Tochter macht. Aber ich muss ihr auch nicht erklären, wie leben geht. Ein erwachsener Mensch muss seine eigenen Erfahrungen machen“, sagt Seethaler, die selbst Mutter einer Tochter ist.

Vor gewissen Fehlern kann man Töchter nicht bewahren, auch wenn es noch so weh tut. „Was man aber durchaus kann und auch soll ist für sie da sein und ihr den Rücken stärken“, betont die Trainerin. Sie vergleicht das mit der Tierwelt:

Auch Vögel brauchen mehrere Anläufe, um Fliegen zu lernen.


8 Mai 2019 | Text: Julia Fischer-Colbrie | Fotos: Stocksy

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