Warum Frauen beim Staplerfahren besser sind

Es gibt typische Männerberufe, wie den Gabelstapler. Dabei sind Frauen für diesen Beruf besser geeignet, sagt dm Mitarbeiterin Loredana Blidarius. Als Frau im Männerberuf verrät sie, was  Männer von Frauen beim Staplerfahren noch lernen können.

Eine rothaarige Frau in legerer Kleidung vor einem gelben Hintergrund
Eine rothaarige Frau in legerer Kleidung vor einem gelben Hintergrund

Auch wenn sich die Berufswelt in den vergangenen Jahren stark verändert hat: Noch immer gibt es Berufe, die als „typisch“ weiblich oder männlich angesehen werden. In dieser Interview-Serie stellen wir dm Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vor, die es andersherum machen.

Ich arbeite seit 17 Jahren bei dm. Als es die Möglichkeit gab, den Staplerschein zu machen, wollte ich es probieren. Anfangs war es etwas ungewöhnlich, aber mit jeder Woche ist es besser gegangen. Wir haben elektrische Stapler, das Fahren klappt damit sehr gut.

Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

Ich arbeite in Schichten – eine Woche vormittags, eine Woche nachmittags. Wenn ich Frühschicht habe, fange ich um 6 Uhr morgens an und arbeite bis mittags. Die Nachmittagsschicht dauert von 16 bis 22 Uhr. Meine Aufgabe ist es, die Ware im Lager nachzufüllen, damit sie kommissioniert und in die dm Filialen transportiert werden können.

Wie kann man sich die Arbeit als Staplerfahrerin vorstellen?

Wir transportieren alles, was es bei dm gibt. Aber nicht die einzelnen Produkte, sondern die gesamten Paletten. Dabei muss man sehr genau sein und man hat auch viel Verantwortung, damit nichts passiert. Eher selten muss man auch Paletten per Hand schlichten, das ist harte Arbeit.

Was mögen Sie an Ihrem Job?

Mir gefällt meine Arbeit sehr gut. Vor allem auch deshalb, weil ich mich mit den Kollegen und Kolleginnen bestens verstehe. Hier im dm Verteilzentrum arbeiten vor allem Frauen, auch als Staplerfahrerinnen, und wir haben ein gutes Arbeitsklima.

Was machen Frauen in der Arbeit anders als Männer?

Ich habe das Gefühl, dass wir Frauen genauer sind. (schmunzelt) Wir sind einfach vorsichtiger. Die Männer wollen eher zeigen, was sie draufhaben, und sind deshalb manchmal etwas rasanter.

Männer könnten also von Frauen lernen, exakter zu sein. Und was können Frauen von Männern lernen?

Ich glaube, die Männer können von uns mehr lernen als wir von ihnen. (lacht)

Wie denken Sie über Gleichberechtigung?

In den letzten Jahrzehnten hat sich viel getan. Unsere Situation ist anders als in den früheren Generationen. Im Berufsleben werden Männer zwar häufig nach wie vor für dieselbe Arbeit besser bezahlt. Aber innerhalb der Familie wird die Hausarbeit aufgeteilt, das hat sich geändert.


3 Mai 2019 | Text: Redaktion | Fotos: Stocksy, VZ Enns