Kangatraining: Gut für Mama, Baby und Beckenboden

Eine Schwangerschaft verändert den Körper. Viele Frauen wollen schnell wieder fit werden. Kangatraining ist ein Fitnesstrend für Mamas, der Sport mit Baby ermöglicht. Ab wann Kanga dem Körper gut tut und worauf Mütter achten sollten, sagt Nicole Pascher, Erfindern des Kangatrainigs.

Eine Mutter die auf einer Turnmatte im Wohnzimmer eine Yoga-Übung praktiziert und ihr Sohn sitzt auf ihrem Rücken und lacht
Eine Mutter die auf einer Turnmatte im Wohnzimmer eine Yoga-Übung praktiziert und ihr Sohn sitzt auf ihrem Rücken und lacht
  1. Ab wann? Auf Freigabe des Gynäkologen warten

    Viele Mamas scharren kurz nach der Geburt bereits in den Startlöchern. Um wieder mit dem Sport zu starten, braucht es aber das „Okay“ des Gynäkologen. Die postnatale Untersuchung ist unbedingt abzuwarten. Danach am besten unter professioneller Anleitung trainieren.

  2. Motiviert, aber nicht übermotiviert starten

    Sport nach der Geburt tut Körper und Geist gut. Aber auch wenn Mama vor der Schwangerschaft viel trainiert hat, darf sie nach der Geburt ihr Fitnessprogramm nicht 1:1 fortsetzen. Der „After-Baby-Body“ muss geschont werden.

  3. Jogging und Liegestütz als „No-Go“

    Auf joggen besser neun bis zwölf Monate nach der Geburt komplett verzichten – aus Rücksicht auf den Beckenboden. Denn er besteht aus vielen Faszien und die wurden durch Schwangerschaft und Geburt enorm strapaziert. Unabhängig davon, wie fit „Frau“ vor der Geburt war, brauchen diese ausreichend Zeit, um sich zu regenerieren. Das gleiche gilt für Liegestütz. Übungen, die Beckenboden und gerade Bauchmuskulatur beanspruchen, sind erst dann erlaubt, wenn die tiefliegende Bauchmuskultur wieder gefestigt ist.

  4. Kein Ersatz für Rückbildungsgymnastik

    Das Kangatraining ist beckenbodenschonend und übernimmt viele Elemente der Rückbildungsgymnastik. Aber es ist kein Ersatz für Rückbildung. Im Idealfall einfach beides machen. Der Körper dankt es den Mamas.

  5. Fit dank Baby

    Mit Kind ändert sich der Bewegungsablauf radikal. Mamas rotieren und beugen ihren Körper häufiger als früher. Ein gewisses Fitnesslevel macht den Alltag mit Kind leichter. Denn auch wenn es darum geht, den Kleinen später am Spielplatz hinterher zu laufen, sollten Mamas einen langen Atem haben.

Trainieren beim Spazieren

Blitzen die ersten warmen Sonnenstrahlen durch, wollen viele Mamas nicht mehr Indoor trainieren. Daher hat Pascher auch Outdoor-Varianten für den Sport mit Kind entwickelt. Beim Nordic-Kanga binden sich die Mamas ihre Babys auf den Rücken und marschieren mit Geh-Stöcken, um ihre Oberkörpermuskulatur zu trainieren. Aber auch der Kinderwagen wird beim Kangatraining kurzerhand zum Fitness-Gerät umfunktioniert und gemeinsam mit anderen Mamas durch den Park spaziert und dabei trainiert.

Unser Tipp

Egal ob In- oder Outdoor trainiert wird, aufs Trinken sollte keinesfalls vergessen werden! Weitere wertvolle Tipps zur Unterstützung des Trainingserfolgs und der Regeneration lesen Sie auf meindm.

Workouts speziell für Papas gibt’s übrigens auch. In der Zwischenzeit dürfen es sich die Mamas beim Frühstücken gut gehen lassen. Die Nachfrage ist allerdings noch überschaubar. „Vor allem in ländlichen Gegenden sind die Papas zurückhaltend. Sich ihre Babys umzuschnallen, finden viele (noch) uncool“, weiß Nicole Pascher.

Nicole Pascher: Kangatrainerin im Interview

Nicole Pascher ist ehemalige Tänzerin, seit 25 Jahren in der Fitnessbranche tätig und Mutter von drei Kindern. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Mediziner Andreas Pascher, entwickelte sie Kangatraining. Mittlerweile werden Kurse in 25 Ländern weltweit angeboten.


24 April 2019 | Text: Julia Fischer-Colbrie | Fotos: Stocksy, Pascher/Kangatraining

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