Räuchern mit Kräutern: Alles, was Sie wissen müssen

Räuchern mit Kräutern: Das alte Ritual liegt stark im Trend. Und gerade jetzt im Sommer können Sie damit prima etwas bewirken. Wir haben die Anleitung dazu.

Räuchern zur Sommersonnenwende
Räuchern zur Sommersonnenwende

Räuchern: Was heimische Kräuter können

  1. Johanneskraut

    Es speichert die Sonnenkraft, soll heilsam für die Seele sein und hat einen feinen, warmen und würzigen Duft. Zum Räuchern verwendet man die Blüten, die dabei harmonisierend, angstlösend und gegen seelische Verstimmungen wirken sollen.

  2. Kamille

    Jedes Kind weiß: Kamillentee ist beruhigend. Das liegt unter anderem an den Bitterstoffen, Flavonoiden und der Gerbsäure. Zum Räuchern wird die Kamille gern eingesetzt, um leichte depressive Verstimmungen und Schlafstörungen zu lindern. Hergenommen wird die Blüte oder das ganze Kraut. Die Kamille duftet beim Räuchern krautig-warm und süß.

  3. Königskerze

    Die gelb leuchtende Pflanze soll wärmend wirken und Licht in Krisen geben. Beim Räuchern richtet sie von innen auf, baut Spannungen ab und reinigt Räume von negativer Energie. Verwendet werden die im Sommer geernteten Blüten und Samen. Der Duft ist fein, warm und honigartig.

  4. Alant

    Diese Pflanze hat goldgelbe Blüten, die an die Farbe der Sonne erinnern. Beim Räuchern wird ihr eine antidepressive, reinigende, antibakterielle und schleimlösende Wirkung nachgesagt. Sie wird deshalb gern bei Melancholie und Niedergeschlagenheit eingesetzt oder wenn in schwierigen Lebensphasen Entscheidungen getroffen werden müssen. Verarbeitet wird die Wurzel, die im späten Herbst oder zeitigen Frühjahr ausgegraben, in Scheiben geschnitten und getrocknet wird. Der Duft lässt sich als balsamisch, wärmend und veilchenartig beschreiben.

  5. Schafgarbe

    Sie steht im Hochsommer in voller Blüte und beeinflusst auf geistiger und emotionaler Ebene. Räucherfans glauben daran, dass die Schafgarbe Weisheit, Leichtigkeit, Gelassenheit und Intuition fördert. Die weißen Blüten und Stängel erzeugen einen leicht feinwürzigen Duft.

  6. Melisse

    Melancholie, Stress und Liebeskummer werden mit dem zitronigen Duft der Melisse vertrieben, innere Balance wird gefördert. Beim Räuchern werden die Stängel und Blätter eingesetzt, um den aromatischen, zitronenartigen Duft zu erzeugen. Weil dieser schnell verfliegt, können sie gut mit Harzen gemischt werden.

Unser Tipp

Zitronenmelisse sorgt für sommerliche Wohlfühlstimmung und Entspannung. Gleichzeitig vertreibt der zitronenartige Duft lästige Insekten. Dafür eignet sich folgende Räuchermischung:

  • 1 Teil Melisse
  • 1 Teil Eukalyptus
  • 2 Teile Rainfarn
  • 1 Teil Wacholder
  • ½ Teil Fichtenharz

Die Kräuter in ein ausgebranntes Teelicht geben und auf das Gitter des Räucherstövchens stellen.

Räucherexperte Fritz Kaindlstorfer im Interview

Fritz Kaindlstorfer leitet das Kurhaus Bad Kreuzen im oberösterreichischen Mühlviertel und ist Räucherexperte und Autor mehrer Bücher zum Thema. Im 1. Zentrum für Traditionelle europäische Medizin haben Heilpflanzen einen hohen Stellenwert. Bewusst wird heute auf rund 110 Heilpflanzen der Natur zurückgegriffen, unter anderem auch zum Räuchern. „War deren Wirkung einst reine Erfahrungssache, so ist diese heute in klinischen Studien und pharmakologischen Test bestens dokumentiert und untermauert“, so Kaindlstorfer.


20 Juni 2019 | Text: Maria Kapeller | Fotos: Stocksy, Curhaus Bad Kreuzen – 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin

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