Wie man die Haut richtig auf die Sonne vorbereitet

Veröffentlicht am 25. März 2019

Gebräunte Haut wirkt hierzulande attraktiv und strahlt Gesundheit aus. Aber wir wissen, es gibt Schattenseiten. Experteninterview zum Thema: Sonnenschutz

Lachende junge Frau zwischen frisch gewaschener Wäsche
Lachende junge Frau zwischen frisch gewaschener Wäsche

Sonne tut gut, das wissen wir alle. Sie steigert unser Wohlbefinden, verbessert unsere psychische Verfassung, stimuliert unsere Abwehrkräfte und bildet das für den Knochenaufbau wichtige Vitamin D. Gebräunte Haut wirkt hierzulande attraktiv und strahlt Gesundheit aus. Aber wir wissen, es gibt Schattenseiten. Lesen Sie hier ein Interview zum Thema Sonnenschutz mit Dr. Udo Längle, Facharzt für Dermatologie und Venerologie in Dornbirn.

activebeauty: Wann sollte man damit beginnen, die Haut auf die Sonne vorzubereiten?

Der unerwünschte Sonnenbrand wird vorwiegend von den UV-B-Strahlen der Sonne ausgelöst, während UV-A-Strahlen für die Hautalterung und tiefer liegende Hautveränderungen verantwortlich sind, da sie dort das Kollagen und die elastischen Fasern angreifen. Wie stark die UV-Strahlung ist, hängt einerseits von der Jahres- und Tageszeit ab, andererseits auch vom Breitengrad und der Seehöhe. UV-A-Strahlung dringt auch durch Fensterglas (etwa am Arbeitsplatz oder beim Autofahren). Generell sollte man daher das gesamte Jahr über Sonnenschutz anwenden, die Haut vergisst leider nichts.

Wie wirksam ist Sonnenschutz von innen?

Immer wieder wird propagiert, dass man die Haut mit bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln vor einem Sonnenbrand schützen kann. Das ist allerdings nicht ganz korrekt – einen effektiven „Sonnenschutz zum Schlucken“ gibt es leider noch nicht. Man geht aber davon aus, dass Menschen, die gut mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt sind, weniger anfällig für Schäden durch UV-Strahlung sind. Insofern sind Vitamine, Antioxidantien und Mineralstoffe eine wichtige Unterstützung für die Haut, da sie ihre natürlichen Abwehrkräfte stärken. Die Einnahme von Antioxidantien wie Betacarotin oder Lycopin schützt aber nicht vor einem Sonnenbrand.

Wie gut sind Solariumbesuche, um die Haut vorzubräunen?

Solarien gelten nachweislich als hautkrebserregend und sind daher in vielen Ländern mittlerweile erst ab dem 18. Lebensjahr erlaubt. Die Geräte in Solarien nützen vor allem UV-A-Strahlung. Dadurch wird die Haut zwar gebräunt, aber um einen hohen Preis. Es ist nachgewiesen, dass UV-A-Strahlen zu chronischen Hautschäden und vorzeitiger Hautalterung und verstärkter Faltenbildung führen. Prinzipiell gilt, dass Bräune allein kein ausreichender Schutz vor Sonnenbrand ist. Eine „gesunde Bräune“ durch UV-Strahlen gibt es nicht. Die Anwendung von Selbstbräuner ist eine unbedenkliche und kosmetisch vorteilhafte Alternative zur UV-Bräunung, schützt aber leider auch nicht vor Sonnenbrand.


25 März 2019 | Text: Anna Essl | Fotos: Stocksy

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