Glow Vienna

Wie Mädchen lernen, dass es den „perfekten Körper“ nicht gibt

Body Shaming-Workshops zeigen auf, was hinter der Scheinwelt von Instagram und Co. steckt. Schönheitsideale werden kritisch hinterfragt. Das ist wichtig, um die eigene Identität zu finden. Und später im Leben stabil zu bleiben.

Frau die einen Umgang von sich wirft.
Frau die einen Umgang von sich wirft.

Selbstsicherheit durch Body Shaming-Workshops

Ziel der Body Shaming-Workshops ist es, die Selbstsicherheit der Mädchen zu stärken. „Und zwar nicht nur durch Information, sondern durch eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema.“ Es geht darum, weibliche Schönheitsideale kritisch zu reflektieren. Außerdem soll sichtbar gemacht werden, wie vielfältig und unterschiedlich die Mädchen selbst sind.

Der Gegentrend ist wieder ein Extrem

Die „Sozialen Medien“ produzieren fortlaufend neue, mitunter fragwürdige Trends. Eine Gegenbewegung zum klischeehaften, weiblichen Schönheitsideal gibt es auch schon:  Mittlerweile präsentieren sich nicht nur extrem schlanke, sondern auch sehr übergewichtige Frauen auf Instagram-Bildern. Ein häufig verwendeter Hashtag ist etwa #fatkini.

Formann sieht diesen Gegentrend ebenso kritisch wie den Schlankheitswahn: „Das Problem daran ist, dass es immer nur um Extreme geht“, sagt sie. Gerade deshalb sei es für Jugendliche so schwierig, einen normalen Zugang zu ihrem Körper zu finden.

Frauen sollten sich keinem Ideal unterordnen

Die Lösung? Wie immer der „goldene Mittelweg.“ Formann wertet es als positiv, dass einige größere Modeketten sich heute bewusst mit „normalen“ Körpern auseinandersetzen. „Alles was hilft, Frauen Mut zu machen sich diesen Idealen nicht unterzuordnen, ist zu unterstützen.“

Interviewpartnerin Doris Formann

Doris Formann ist Geschäftsführerin des Gesundheitsvereins Proges. Der Verein bietet unter anderem Präventionsworkshops für zehn- bis 14-jährige Mädchen zum Thema „Body Shaming“ an. Das Angebot richtet sich vor allem an Schulen und Jugendgruppen.


25 Februar 2019 | Text: Maria Kapeller | Fotos: Stocksy; Horst Küblböck-Lausegger

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