7 Insider-Reisetipps, um Marokko authentisch zu erleben

Veröffentlicht am 8. Februar 2019

Marokko zieht immer mehr Touristen an. Allein im ersten Halbjahr 2018 kamen um zehn Prozent mehr Reisende als im Vergleich zum Vorjahr. Urlauber fühlen sich vor allem vom orientalischen Zauber à la 1001 Nacht angezogen. Marokko, das ist für viele ein Sehnsuchtsort.

Orientalischer Raum
Orientalischer Raum

Dabei ist der Tourismus im nordafrikanischen Land oft sehr klischeehaft. Reisende bekommen das serviert, wonach sie scheinbar suchen: Instagram-taugliche Fotospots, günstige Lederhandtaschen und farbenfrohe Teppiche, Kameltouren am Wüstenrand, erholsame Spa-Behandlungen, luxuriöse Hotel-Suiten.

Zwischen Scheinwelt und Lebensrealität

All das lässt kaum vermuten, dass Marokko nicht nur aus Glanz und Glamour besteht. Auch Armut und gesellschaftliche Zwänge gehören für viele Einheimischen zum Alltag. Marokko versinnbildlicht wie kaum ein anderes Land: Reisende bewegen sich stets auf einem schmalen Grat zwischen künstlicher Scheinwelt und glanzloser Lebensrealität. Wer sich dessen bewusst ist, wird das Land mit anderen Augen erleben.

Orientalisch gestalltete Tür
Eine türkis farbene Vase

Authentisch unterwegs durch Marokko

Marokko-Tipp 1: Schlau unterwegs

Marokko ist in rund drei bis vier Flugstunden von Österreich aus erreichbar. Wer mehr Zeit hat, kann aber auch mit dem Zug bis nach Spanien reisen und per Schiff nach Nordafrika übersetzen. Die Fährüberfahrt von Tarifa oder Algeciras in Südspanien nach Tanger in Nordmarokko dauert eine Stunde. Wer sich für Überlandreisen keinen Mietwagen nehmen möchte: Das Zug- und Busnetz in Marokko ist sehr gut ausgebaut. Spannende Begegnungen erlebt man obendrein. In Marokkos Städten bewegt man sich zu Fuß, für längere Strecken eignen sich Taxifahrten.Wer sich für Überlandreisen keinen Mietwagen nehmen möchte: Das Zug- und Busnetz in Marokko ist sehr gut ausgebaut. Spannende Begegnungen erlebt man obendrein. In Marokkos Städten bewegt man sich zu Fuß, für längere Strecken eignen sich Taxifahrten.

Unser Tipp

Vor allem in Städten wie Marrakesch den Preis fürs Taxi unbedingt vorab vereinbaren. Oder darauf bestehen, dass der Taxameter eingeschaltet ist. Freundlich, aber standhaft bleiben.

Marokko-Tipp 2: Gut essen

Auf Marokkos Märkten versorgt man sich am besten mit frisch gepresstem Orangensaft, süßen Datteln und Oliven.Ganz typisch für Marokko ist die „Tajine“, ein warmes Fleisch- oder Gemüsegericht im Lehmkochtopf. Traditionell wird die Tajine stundenlang über Holzkohle geschmort.Was Touristen nicht ahnen: Heute kochen viele Restaurants das Essen im Schnellkochtopf. Die dekorative Lehmform dient dann nur mehr zum Servieren. An authentisches Essen zu gelangen, ist für Touristen oft gar nicht so leicht.

Unser Tipp

Kleine, familiäre und sehr einfache Lokale in Seitengassen probieren. Oder etwas mehr Geld ausgeben und Feinschmecker-Restaurants besuchen. Zum Beispiel das Restaurant Libzar im modernen Stadtteil Guilez von Marrakesch.

Marokko-Tipp 3: Landestypisch übernachten

Luxushotels gibt es in Marokko ohne Ende. Landestypische Unterkünfte von einfach bis glamourös sind die Riads. Dabei handelt es sich um historische Stadthäuser mit schattigem Innenhof.Im ganzen Land, vor allem in Marrakesch, haben sich Ausländer Immobilien gekauft und zu Hotels umfunktioniert. Einerseits werden dadurch die historischen Gebäude instandgehalten und Arbeitsplätze geschaffen. Andererseits war Marokko lange Zeit fremdbestimmt und bleibt es auf diese Weise indirekt weiterhin.

Unser Tipp

Wer mit seinen Reisen Einheimische unterstützten möchte, achtet auf familiengeführte Betriebe. Wir empfehlen zum Beispiel das Dar MFaddel in Fès oder das Riad Dari in Tétouan.

Gefäße mit bunten Steinen
Esel
Kaktusbäume

Marokko-Tipp 4: Waschen im Hammam

Eine wahre Wohltat zwischendurch ist der Besuch eines Hammams. Davon gibt es in Marokko allerdings zwei Versionen: Touristen steigen meistens in luxuriösen Wellnesstempeln ab, in denen man auf Wunsch abgeschrubbt und massiert wird. Die Preise sind für Marokko relativ hoch, aber für westliche Urlauber auf jeden Fall bezahlbar. Auch Einheimische, die es sich leisten können, lassen ich gerne in diesen Mini-Spas verwöhnen.Traditionelle Hammams hingegen werden selten von Touristen aufgesucht. Die alten Badehäuser gibt es in jeder Stadt und auch in vielen kleineren Orten. Einheimische Frauen kommen hierher, um sich zu waschen und zu tratschen. Allerdings herrschen nicht immer die besten hygienische Zustände.

Unser Tipp

Wer das „echte“ Marokko kennenlernen möchte, traut sich und lässt sich auf das kleine Abenteuer „Hammam“ ein. Adressen gibt’s im Reiseführer. Man kann auch vertrauenswürdige Einheimische fragen. An den Hotel-Rezeptionen werden meistens nur die Luxus-Hammams empfohlen.

Marokko-Tipp 5: Clever handeln

Marokko ist ein Paradies für Menschen mit Sinn für Qualität und Handwerk: Keramikgeschirr, Fliesen, Holzarbeiten, Handtaschen und Schuhe aus Leder, von Hand geknüpfte Teppiche, Kosmetikprodukte aus Arganöl … die Liste ist endlos.Als Tourist ist es aber oft schwer, hochwertige Handarbeit von billig, umweltschädlich und unfair produzierten Waren zu unterscheiden. Generell gilt: Nicht alles glauben, was einem erzählt wird. Beim Handeln aber trotzdem stets freundlich und auf Augenhöhe mit den Verkäufern bleiben.Das Feilschen um den Preis ist Teil der Kultur. Wer dabei Menschlichkeit, Interesse, Charme und Humor an den Tag legt, bekommt vielleicht tatsächlich einen guten Preis.

Unser Tipp

Um sicherzugehen, kann man sich vorab im Reiseführer oder bei einem verlässlichen Tourguide nach Läden mit handgemachten, qualitätsvollen und landestypischen Produkten erkundigen.

Marokko-Tipp 6: In den Orient eintauchen

Das märchenhafte, orientalische Marokko von Postkartenmotiven findet man vor allem im Draa-Tal. Es liegt rund 200 Kilometer südöstlich von Marrakesch. Allein die kurvenreiche Anfahrt auf Gebirgsstraßen ist spektakulär.Als Orientierungspunkt dient die Stadt Ouarzazate, die zwischen den Gebirgsketten Hoher Atlas und Antiatlas liegt. Sie wird auch als „Tor zur Wüste“ bezeichnet. Entlang des Flusses Draa tun sich grüne Oasen mit Tausenden Dattelpalmen, Lehmdörfern und Burgen aus Lehm (Kasbahs) auf. Manche davon sind mittlerweile zu Hotels umgebaut.

Unser Tipp

Für authentische Erlebnisse verzichten Reisende auf Luxushotels in Kasbahs mit Pool. Näher am marokkanischen Alltag ist man, wenn man sich bei einer Familie einquartiert. Zum Beispiel: Kasbah La Palmeraie in Skoura.

Marokko-Tipp 7: Marokkos Städte

Die Trend-Stadt Marrakesch ist absoluter Touristen-Hotspot. Dementsprechend geht es in der Medina, der Altstadt, zu: überhöhte Preise, Touristenküche, unentspannte Atmosphäre. Auch um pittoreske Orte wie der „blauen Stadt“ Chefchaouen“ ist ein regelrechter Hype entstanden. Vor den blau getünchten Häusern posieren junge Reisende gerne für ihre Instagram-Accounts.

Unser Tipp

Weniger überlaufen und touristisch geht es in kleineren Städten abseits der Massen zu. Asilah ist eine hübsche Künstlerstadt am Atlantik mit weiß-blauen Häusern, engen Gassen, Teppichkunst und Galerien. Eine Alternative zum boomenden Marrakesch ist die kleine Königsstadt Meknes. Sie hat ebenfalls einen großen Gauklerplatz (El-Hdim), quirlige Märkte und eine sehenswerte Koranschule.

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8 Februar 2019 | Text: Maria Kapeller | Fotos: Stocksy

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