Gibt es überhaupt tierversuchsfreie Kosmetik?

Darüber lässt sich streiten. Eigentlich sind Tierversuche für Kosmetikprodukte in der EU verboten. Ganz so klar ist die Sache mit der tierversuchsfreien Kosmetik aber dann doch nicht. Woran liegt das?

Tierversuchsfreie Kosmetik: Viele Kosmetikartikel im Badezimmer wurden vorher an Tieren getestet.
Tierversuchsfreie Kosmetik: Viele Kosmetikartikel im Badezimmer wurden vorher an Tieren getestet.

1. Was versteht man unter „tierversuchsfreie Kosmetik“?

Spricht man heute von „tierversuchsfrei“, dann sollte das Ziel laut Johannes Gilli von der Veganen Gesellschaft Österreich sein: „Einerseits darf das Unternehmen für sein Produkt keinen Tierversuch durchgeführt haben. Andererseits auch nicht für eigens dafür entwickelte Inhaltsstoffe. Sind beide Kriterien erfüllt, dann ist das schon mal ein großer Nutzen für den umsichtigen Konsumenten.“ Soweit, so gut.

2. Warum ist das Wort „tierversuchsfrei“ umstritten?

Darüber, ob es streng genommen tatsächlich tierversuchsfreie Kosmetik gibt oder nicht, scheiden sich die Geister. Es ist ganz einfach Auslegungssache. Denn: Experten und Tierschützern zufolge ist in der Vergangenheit bei fast jedem Inhaltsstoff irgendwann einmal ein Tierversuch durchgeführt worden. Das heißt: Produkte, die es bereits vor dem Tierversuchsverbot gab, dürfen weiterhin verkauft werden. Auch dann, wenn die Inhaltsstoffe früher einmal an Tieren getestet wurden. Die Hersteller sind nicht dazu verpflichtet, das zu kennzeichnen.

3. Wie sieht die rechtliche Lage für tierversuchsfreie Kosmetik aus?

In Österreich verbietet das Tierschutzgesetz seit 1999, Tierversuche an bereits fertigen Kosmetikprodukten durchzuführen. In der Europäischen Union besteht seit 2009 das Verbot von Tierversuchen für Kosmetikartikel oder kosmetische Inhaltsstoffe. Und seit 2013 gilt das auch für Cremes, Lippenstifte und Co., die in die EU importiert werden. Die Rechtslage für tierversuchsfreie Kosmetik ist also eindeutig.

4. Welche Ausnahmen gibt es für Tierversuche?

Bei Chemikalien, die unter die EU-Chemikalienrichtlinie REACH fallen, sind Tierversuche erlaubt. Dazu gehören etwa chemische Inhaltsstoffe, die in Reinigungsmitteln genauso Verwendung finden wie in Shampoos. Sie dürfen in Tierversuchen getestet werden. Denn das Tierversuchsverbot gilt nur für Inhaltsstoffe, die ausschließlich zur Herstellung von Kosmetik genutzt werden.

5. Woran können sich Konsumenten orientieren?

Manche Unternehmen und Gütesiegel haben einen Stichtag festgelegt, ab dem es keine Tierversuche mehr gab. Konsumenten können sich über solche Produkte auf so genannten Positivlisten informieren.


22 März 2019 | Text: Maria Kapeller | Fotos: Stocksy

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