Die 3 Phasen der Schwangerschaft

Sobald ein Baby im Bauch heranwächst, steht die Welt auf einmal Kopf. Nichts ist mehr so, wie es einmal war. Schwangerschaft ist schön, kann aber auch für Verunsicherung sorgen.

Das sollten schwangere Frau über die drei Phasen der Schwangerschaft wissen.
Das sollten schwangere Frau über die drei Phasen der Schwangerschaft wissen.

Dabei ist es ganz einfach: Das Baby gibt während der Schwangerschaft den Ton an, aber Mama darf dabei nicht auf sich selbst vergessen.

1. Trimester: Juhuuu, schwanger!

„Frauen empfinden den zweiten Teil der Schwangerschaft als sehr angenehm“, sagt Katrin Steger-Kollar. Er beginnt bei werdenden Eltern mit einem großen Aufatmen: Das Risiko für eine Fehlgeburt ist erheblich gesunken, die typischen Beschwerden aus der Anfangszeit lassen nach, Mama hat wieder mehr Energie. Das Baby ist nicht nur im Bauch angekommen, sondern auch im Kopf und in der Gefühlswelt. Selbst der Hormonhaushalt hat sich eingependelt. Sichtbar sind die Veränderungen bei Haut und Haaren: nie war der Teint rosiger und das Haar kräftiger und glänzender.

Jetzt blüht die Mama auf

„Frauen blühen im zweiten Trimester auf“, bestätigt Hebamme Lechner, „sie fühlen sich körperlich wie seelisch ausgeglichen und fit.“ Deshalb ist jetzt die ideale Zeit, um noch gemeinsam als Paar Urlaub zu machen. Auch mit Geschwisterkindern wird es nun einfacher. Die Schwangerschaft ist nach außen hin sichtbar, man kann den Kleinen und Freunden offen von dem neuen Familienmitglied, das heranwächst, erzählen. Dies hat aber auch den Nachteil, dass man nun besonders gerne mit gut gemeinten Ratschlägen überhäuft wird, etwa zur richtigen Ernährung. „Die Schwangerschaft zu genießen und unbeschwert zu erleben gelingt am besten, wenn die werdende Mutter auf den eigenen Körper hört.“, sagt Gynäkologin Katrin Steger-Kollar.

Und empfiehlt, nicht alle Tipps aus dem privaten Umfeld ernst zu nehmen, sondern Vertrauen in sich und die Schwangerschaft aufzubauen: „Auch Vergleiche mit anderen Schwangeren sollte man lieber ignorieren, das führt oft nur zu unnötigem Stress.“ Im Bauch gehen die Entwicklungen ab der 13. Woche rasant weiter. Die Organe sind entwickelt und reifen nun nur noch aus, Lungenbläschen entwickeln sich, die Atmung wird trainiert. In diesem Trimester erfahren Eltern auch das Geschlecht ihres Babys, sofern sie das wünschen. „Ein wunderbarer Moment findet etwa um die 20. Schwangerschaftswoche statt: Die ersten Bewegungen des Kindes sind zu spüren.“, sagt Steger-Kollar.

Flattern im Bauch

Weil noch genügend Platz im Bauchraum ist, turnt das Kleine nämlich fleißig herum. Manche Mamas nehmen das leichte Flattern im Bauch ganz deutlich wahr, andere anfangs wiederum kaum. „Babys sind, wie ihre Eltern, einzigartig“, sagt Verena Lechner, die ganzheitlich arbeitet. „Bereits im Bauch zeigen Kinder ihren Charakter, indem sie zum Beispiel auf Umgebungsgeräusche oder zu gewissen Uhrzeiten speziell mit Bewegungen reagieren.“ Deshalb ist es auch völlig logisch, dass Schwangerschaften unterschiedlich verlaufen. Auch beim Musikgeschmack unterscheiden sich die Kleinen übrigens. Welche Musik Babys im Mutterleib übrigens am liebsten hören, lesen Sie hier.

3. Trimester: Das lange Warten

Ab der 26. Schwangerschaftswoche stehen beim Baby die Lungenreifung und die Gewichtszunahme im Vordergrund. Das merkt man natürlich an Mamas Bauchumfang, der die Bewegungsfreiheit sehr einschränkt und vieles beschwerlicher macht. Auch ist man ständig auf der Suche nach einer Toilette – aber so weiß man wenigstens bereits vor der Geburt, wo man später Wickeltische findet.

Im Bauch tritt was, im Kopf rattert es

Das ist die Zeit, in der Papa sich am aktivsten einbringen kann. Sanfte Massagen sind ebenso gefragt wie Hilfe bei Alltagstätigkeiten. Manche Frauen entwickeln einen starken Nestbautrieb, bei dem sie Unterstützung dringend benötigen können. Schwierig kann auch das Schlafen werden. Die Blase meldet sich, durch den Bauch ist die gewohnte Liegeposition nicht mehr möglich, der Zwerg kickt von innen und im Kopf rattert es unaufhörlich: Dauert es noch lange? Wie wird die Geburt? Ist alles vorbereitet für den Nachwuchs?

Diese Erfahrung machte auch Verena Lechner gerade: „Man kann vorher darüber studieren und als Hebamme alles miterleben, aber wenn man selbst in der Situation ist und die Hormone mit einem Schlitten fahren, dann ist man einfach auch nur eine werdende Mama im Auf und Ab. Man weiß zwar genau, was auf einen zukommt, aber es dann wirklich zu erleben ist wieder etwas ganz anderes.“

Tipp: Ängste und Sorgen loslassen

So schön die Schwangerschaft bis dahin auch verlaufen ist, so sehr sehnen die meisten werdenden Mütter nun die Geburt herbei. Wenn die dann nicht zum erwünschten Zeitpunkt eintritt, kommt oft Panik auf. „Im Hinblick auf die Geburt sollten Schwangere versuchen, nicht alles im Detail vorauszuplanen. Der Verlauf einer Geburt lässt sich nicht vorhersagen“, sagt Katrin Steger-Kollar, die Paaren Geburtsvorbereitungskurse empfiehlt, die nicht nur informieren, sondern auch „Ängste und Sorgen rund um das Thema Geburt abbauen“.

Auch Verena Lechner bestätigt: „Je freier man auf die Geburt zusteuert, umso leichter fällt es, loszulassen. Und wenn das Kind noch nicht bereit für die Geburt ist, dann könnte man wohl Himmel und Hölle in Bewegung setzen und es würde nichts bringen.“ Und das ist auch gut so. Das Baby wird die Welt außerhalb von Mamas Bauch mit Sicherheit früh genug entdecken.


12 Oktober 2018 | TEXT: Anita Freistetter | FOTOS: Stocksy

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