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Nachtschweiß: Erst Ursachen kennen, dann vorbeugen

Wie entsteht er und was hilft?

Nachtschweiß: Erst Ursachen kennen, dann vorbeugen

Nachtschweiß kann viele Ursachen haben, welche lesen Sie hier. Außerdem: Was Sie selbst dagegen unternehmen können und wann Sie mit Nachtschweiß zum Arzt bzw. zur Ärztin gehen sollten.
Schweiß ist kein Thema, über das wir gerne sprechen. Jemand, der übermäßig schwitzt, weil er an Hyperhidrose leidet, wird das kaum jedem auf die Nase binden. Jemand, der an Nachtschweiß leidet, erst recht nicht – kriegt ja eh keiner mit, wenn man nur nachts schwitzt (außer vielleicht der Partner). Am liebsten würden wir alle gut riechen!

Das Schwitzen komplett zu verschweigen, ist jedoch nicht die beste Idee: Nachtschweiß hat zum Glück oft harmlose Ursachen, kann aber auch das Symptom einer ernstzunehmenden Erkrankung sein. Darum sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrer Hausärztin bzw. Ihrem Hausarzt darüber reden. Zumindest, wenn Sie regelmäßig nachts stark schwitzen.


Was ist Nachtschweiß?

Schwitzen ist erstmal eine natürliche Reaktion und wichtig beim Ausgleich der Körpertemperatur: Wir schwitzen, damit überschüssige Wärme aus dem Körper nach außen geleitet wird. Auch im Schlaf schwitzen wir: Zwischen 200 ml und einem Liter Schweiß sondert jeder von uns nachts ab – und wir merken es nicht einmal. 

Von Nachtschweiß sprechen Fachleute, wenn das nächtliche Schwitzen andere Dimensionen annimmt: Betroffene erwachen nachts schweißgebadet, mit klatschnassem Pyjama und teils auch Bettzeug. Nachtschweiß bezeichnet man auch als nächtliche Hyperhidrose. Aber Achtung: Während Hyperhidrose, also übermäßige Schweißproduktion, eine Krankheit darstellt, kann Nachtschweiß als Symptom von ganz anderen Erkrankungen auftreten.


Ursachen für Nachtschweiß

Gründe und Ursachen für nächtliche Schweißattacken gibt es viele. Oft sind sie harmlos: heiße Sommernächte mit einer zu warmen Decke oder im Winter auf Maximum gestellte Heizkörper. Es gibt aber auch sehr ernstzunehmende Ursachen, die nur eine Ärztin bzw. ein Arzt feststellen kann. 
 
Mögliche Ursachen für Nachtschweiß sind:
  • ungünstige Schlafbedingungen (zu warme Decke, zu warmer oder zu kalter Raum)
  • Alkohol, Nikotin oder scharf gewürztes Essen
  • Alpträume
  • eine Virus-Grippe
  • hormonelle Schwankungen, wie in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren
  • die Einnahme bestimmter Medikamente, besonders Mittel gegen Depressionen und Fieber
  • Stress/Ängste/Angststörungen
  • Stoffwechselprobleme, zum Beispiel Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes
  • schwerwiegendere Erkrankungen wie Parkinson, rheumatische Gelenk- oder Gefäßkrankheiten, HIV/Aids, Malaria, Schlaganfall, Lymphdrüsenkrebs und Leukämie

Was tun bei nächtlichen Schweißausbrüchen?

Zuallererst: Prüfen Sie bitte Ihre Schlafgewohnheiten – also die Raumtemperatur und ob die Bettdecke vielleicht zu warm ist. Können Sie ausschließen, dass Ihre Schlafgewohnheiten schuld am Nachtschweiß sind: Klären Sie die Ursache unbedingt mit Ärztin oder Arzt ab. Das gilt besonders, wenn die nächtlichen Schweißausbrüche länger als drei bis vier Wochen andauern oder Sie zusätzlich Fieber haben. Auch bei weiteren Symptomen, wie Schmerzen und/oder Gewichtsverlust.

Die Therapie von Nachtschweiß richtet sich immer nach den Ursachen: Haben Alkohol oder scharfe Speisen den Nachtschweiß ausgelöst, heißt es: Ernährungs- und Alltagsgewohnheiten prüfen und anpassen. Bei Infektionskrankheiten werden oft Antibiotika verschrieben. Bei Stress ist Stressmanagement angesagt und bei Angsterkrankungen sowie schwereren Erkrankungen verordnen Fachleute dementsprechende Medikationen und Therapien. 


6 Tipps, die Nachtschweiß lindern und vorbeugen

Wenn die Ursachen von Nachtschweiß eher harmloser Natur sind, können Sie so nächtliche Schweißausbrüche lindern bzw. vorbeugen.


1. Schlafgewohnheiten prüfen

Die optimale Schlaftemperatur liegt Experten zufolge bei etwa 18 Grad Celsius – das ist aber individuell leicht unterschiedlich. 

Achten Sie auch auf die richtige Luftfeuchtigkeit: 40 bis 60 Prozent. Zu hohe Luftfeuchtigkeit erkennen Sie daran, dass die Fenster am Morgen von innen feucht oder beschlagen sind. Damit trockene Luft – gerade im Winter – Ihnen nicht den Schlaf raubt: Lüften vor dem Schlafengehen! Und: Passen Sie Ihre Bettdecke der Umgebungstemperatur an.


2. Viel trinken – aber nicht abends

Trinken Sie tagsüber genug, denn: Wer stark schwitzt, muss den Verlust an Flüssigkeit und Salzen mit viel trinken wieder ausgleichen – am besten ist Mineralwasser. Abends bitte eher wenig trinken und möglichst keinen Alkohol oder Kaffee.


3. Scharfes und fettiges Essen vermeiden

Vermeiden Sie scharf gewürzte und fette Speisen, vor allem abends. Beides begünstigt nächtliche Schwitzattacken.


4. Luftig anziehen beim Schlafen

Lockere Kleidung – am besten aus natürlichen Materialien – ist nicht nur bequem, sondern verhindert, dass sich Hitze am Körper staut. 


5. Entspannen vor dem Schlafengehen

Entspannungsübungen, wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung, beruhigen das vegetative Nervensystem – und beugen dem Schwitzen so vor. Lesen oder beruhigende Musik helfen Ihnen abzuschalten und den Alltagsstress zu vergessen.


6. Mit Heilpflanzen gegen Nachtschweiß

Wenn Sie es mit Heilpflanzen versuchen möchten: Salbeitee kann helfen, Nachtschweiß vorzubeugen bzw. zu lindern. Trinken Sie dazu vier Wochen lang dreimal täglich eine Tasse Salbeitee in kleinen Schlucken. Auch Tabletten mit Traubensilberkerze haben sich bewährt – vor allem bei wechseljahresbedingtem Schwitzen. Bei Schweißausbrüchen in den Wechseljahren kann auch eine Teemischung aus Johanniskraut, Melisse, Passionsblume und Lavendel helfen.