Spielzeug Figuren Giraffe, Zebra und Bär mit Geschenken am Rücken
Schenken macht Spaß

Zu viele Geschenke? 6 Fakten, die entscheiden!

Theoretisch brauchen Kinder gar kein Spielzeug. Sie können sie sich stundenlang mit Alltagsgegenständen beschäftigen. Oder draußen im Garten spielen. In der Praxis bekommen die meisten Kinder zu viele Geschenke. Kann das schaden?

Das Baby ist noch im Bauch und trotzdem stapeln sich Kuscheltieren und Spielsachen in seinem Zimmer. Werdende Eltern können der Versuchung einfach nicht wiederstehen. Großeltern, Tanten und Freunde erst Recht nicht. Aber tun wir dem Baby damit wirklich einen Gefallen? Und wie ist es später: Sind zu viele Geschenke am Ende schlecht für Kinder?

Zu viele Geschenke: Mit diesen Fakten finden Sie das richtige Maß

Fakt 1: Babys genügt zerknülltes Papier

Tatsächlich sagen Experten, dass es zu viele Geschenke nicht braucht. Ab circa drei Monaten entwickeln Babys zwar Interesse an Gegenständen und wollen ihre Umwelt ertasten, schmecken und spüren. Aber gibt man ihnen ein Küchentuch, zerknülltes Backpapier oder eine Haarbürste, glucksen sie ebenso glücklich, als würden sie den teuren Teddy in den Händchen halten.

Je älter das Kind wird, desto größer wird auch sein Spieltrieb. Mit einem halben Jahr sind Spielsachen interessant, die nach einem Ursache-Wirkung-Prinzip funktionieren. Zieht es an der Schnur, hebt der Holzhampelmann seine Arme und das Kind freut sich. Drückt es den blauen Knopf, beginnt das Spielzeugauto zu Blinken – und das Baby ist happy.

Aber auch für dieses Glück braucht es per se kein Spielzeug: Babys strahlen auch, wenn sie (Plastik-)Becher vom Tisch schubsen und hören wie es auch dem Boden scheppert. Oder wenn sie Schubladen stundenlang auf und zu schieben. Oder Zeitungspapier zerreißen. Oder. Oder. Oder.

Fakt 2: Kindliche Interessen mit Alltagsdingen stillen

Und was ist mit Kleinkindern? Meist zeigen sich zunächst motorische Interessen (das Kind stapelt oder sortiert Dinge). Sie lieben es, mit Schüsseln zu hantieren und beispielsweise Reis oder Bohnen oder ungekochte Nudeln von einer Schüssel in die andere zu gießen – oder auf den Boden … Und dabei lernen sie jede Menge – in Montessori-Einrichtungen gehören daher Schüttübungen zum Alltag.

Später üben sich Kinder im Imitieren (Kaufmannsladen oder Verkleiden ist jetzt angesagt). Dann schlüpfen sie mit Vorliebe in andere Rollen und spielen mit Figuren und Puppen. In Spielzeugläden lässt sich zu all diesen Spielphasen allerlei passendes Zubehör finden. Aber muss das sein? Expertinnen und Experten sagen: Nein.

Kindliche Phantasie ist so groß, dass sie für jedes Spiel selbst die passenden Accessoires erfinden können. Kartons werden zu Kochtöpfen, Papas Schuhe zu einem Segelschiff und mit großen Wäschekörben lässt sich ebenfalls eine Menge Spaß haben.

Fakt 3: Schenken macht (trotzdem) glücklich

In der Theorie sind Spielsachen also kein Muss. In der Praxis gibt es aber kaum ein besseres Mittel, um kullerrunde Kinderaugen zum Strahlen zu bringen. Und juchzen die Kids vor Freude, schäumt auch das Elternherz über vor Glück.

Fakt ist: Geschenke machen Spaß; dem Schenker manchmal vielleicht sogar mehr als dem Beschenkten – Stichwort „Geben ist seliger denn nehmen“. Und was ist schon falsch, wenn man Spaß hat? Richtig: Gar nichts! Spaß ist gut. Schenken ist ebenfalls gut. Experten warnen daher auch nicht vor Geschenken per se, sondern nur davor, dass es zu viele Geschenke werden.

Fakt 4: Nicht Geschenke sind problematisch, sondern zu viele davon

Eine Flut an Spielzeugen wirkt auf Kinder irritierend. Sie verlieren rasch das Interesse an einer Sache, wechseln zur nächsten und können sich so oft gar nicht ins Spiel vertiefen. Der sogenannte und erwünschte Flow kann bei einer Reizüberflutung durch zu viel Spielzeug verloren gehen. Also jener Zustand, in denen Kids so sehr ihrer Fantasiewelt versunken sind, dass sie ihre Umwelt komplett ausblenden. Dieser Flow ist wichtig. Er macht Kids nicht nur enorm viel Spaß, sondern dient auch der kognitiven Entwicklung.

Und noch etwas droht bei zu vielen Spielsachen: Kinder lernen dann weniger gut, die eigene Kreativität zu entwickeln. Der Schuhkarton muss nicht zum Toaster werden, wenn die Spielküche bereits mit einem realgetreuen Spielzeug-Toaster ausgestattet ist.

Fakt 5: Erkennen, wann es zu viele Geschenke sind

Wer seine Kids beim Spielen beobachtet, weiß schnell, wann es zu viele Spielsachen hat. Nämlich dann, wenn es ständig das Spiel wechselt und gar nicht mehr in den berühmten Flow kommt. Ein Grund zur Sorge besteht deshalb trotzdem nicht. Ein Trick kann helfen: Wer bemerkt, dass sein Kind mehrere Tage in Folge an keinem seiner Spielsachen längeres Interesse zeigt, schickt die Spielsachen einfach für eine gewisse Zeit auf Urlaub. Nach ein paar Tagen oder Wochen, die die Spielsachen im Keller verbracht haben, sind sie umso interessanter, wenn sie plötzlich wieder da sind.

Fakt 6: Welche Spielsachen lange interessant bleiben

Und übrigens entscheidet nicht allein die Menge, sondern auch die Art der Spielsachen darüber, ob Kinder langfristig daran Interesse haben. Anders als man es vermuten mag, verlieren vor allem laute oder blinkende Elektro-Spielsachen schnell ihren Reiz. Dadurch, dass die Elektro-Toys auf Knopfdruck immer dasselbe Geräusch oder Bewegung machen, sind sie vorhersehbar und damit irgendwann langweilig.

Kinder wollen kreativ sein. Und das können sie am besten mit Spielsachen, die so wandelbar sind, dass man mit ihnen immer neue Abenteuer erleben kann. Bauklötze sind so ein Beispiel. Oder Puppen. Aber auch Knete und Legobausteine. Die Auswahl ist groß. Die Freude beim Schenken ebenfalls. Gönnen Sie sich und Ihren Kids also ruhig hin und wieder eine Überraschung.

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