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Nachts abstillen: Der 10. Lebensmonat ist perfekt dafür!

Abstillen in der Nacht: Irgendwann ist jede Mutter bereit dafür. Gut, wenn Sie dann wissen: Es gibt für die Brustentwöhnung nachts den perfekten Zeitpunkt.

Abstillen in der Nacht: Diesen ultimativen Zeitpunkt sollten Sie kennen.
Abstillen in der Nacht: Diesen ultimativen Zeitpunkt sollten Sie kennen.

Ein Baby zu stillen ist wunderbar. Wenn es erst einmal klappt, geraten die Startschwierigkeiten schnell in Vergessenheit – wie wundgebissene Brustwarzen oder die bange Frage, warum das Baby so schlecht trinkt. Und doch wird es eines Tages so weit sein: Sie sehnen sich nach dem Abstillen, besonders in der Nacht. Denn die Zeiten, in denen Sie alle zwei bis vier Stunden Ihr Baby stillen, zehren an Körper und Geist: „Mombies“ (aus engl. „mom“ und „zombie“) nennen sich stillende Jung-Mütter mit riesigem Schlafdefizit dann selbstironisch. Irgendwann also wollen Mombies nachts abstillen – und dann ist es gut, diese Ratschläge zu kennen. Denn es gibt den perfekten Zeitpunkt für die Brustentwöhnung: Wenn das Baby 10 Monate alt ist.

Wie Sie Ihr Baby mit 10 Monaten am besten nachts abstillen

  1. Abschied nehmen

    Seien Sie sich bewusst: Ohne Wehmut geht es bei den meisten Müttern, die abstillen wollen, nicht. Gestehen Sie sich diese Gefühle zu – und sollten Sie noch ein paar Tage/Wochen länger damit warten, nachts abzustillen, dann stressen Sie sich deswegen nicht.

  2. Der perfekte Zeitpunkt

    Der perfekte Zeitpunkt zum Abstillen in der Nacht? Wenn das Baby zehn Monate alt ist. Warum? Weil dann das Baby rein physiologisch nachts kein Essen mehr benötigt. Es hat zu dem Zeitpunkt meist schon mehrere Zähne – die Evolution hat es es also vorgesehen, dass ein Kind mit fast einem Jahr schon feste Nahrung zu sich nimmt. Dass Babys natürlich noch immer Körperkontakt brauchen in der Nacht, steht auf einem ganz anderen Blatt. Vom Durchschlafen sind Kinder in dem Alter noch sehr weit entfernt.

  3. Abendbrei muss sättigen

    Voraussetzung für den perfekten Zeitpunkt mit zehn Monaten ist aber: Das Baby bekommt tagsüber ausreichend Beikost und – ganz wichtig – der Abendbrei ist sättigend!

  4. Nächtliches Stillen heizt den Stoffwechsel an

    Warum ein Kleinkind nachts nicht mehr gestillt werden sollte? Weil Sie mit dem nächtlichen Stillen den Stoffwechsel immer wieder anheizen: Ihr Kind wacht also von ganz automatisch auf, weil sein Stoffwechsel ihm „Hunger!“ signalisiert. Tatsächlich aber kann ein Kind mit zehn Monaten über die Nacht ohne Nahrung auskommen.

  5. Je älter, desto schwieriger

    Wer mit dem Abstillen länger wartet, sollte sich im Klaren sein: Mit zunehmendem Alter des Kindes wird das Abstillen (nachts oder tagsüber) schwerer werden. Anders als Unter-Einjährige wird ein älteres Kind vehement seinen Willen einfordern. Wenn das für die langzeitstillende Mutter okay ist: kein Problem.

  6. Einschlafstillen weiter erlaubt

    Wollen Sie endlich wieder längere Schlafphasen haben und deshalb nachts abstillen, müssen Sie dennoch das Einschlafstillen nicht abstellen. Und auch ein tagsüber getrunkenes Schlückchen am Busen widerspricht nicht dem Abstillen in der Nacht!

  7. Zwei bis drei Nächte werden hart

    Sie sind bereit fürs Abstillen? Dann los: In der Regel werden jetzt zwei bis drei Nächte hart. Für Sie, für Ihren Partner, für das Kind. Wacht es wie gewöhnlich auf und will trinken, nehmen Sie es hoch und tragen es herum (oder Ihr Partner). Saugen ist zwar das stärkste Beruhigungsprinzip, doch Tragen kommt gleich dahinter – noch auf Jahre hin.

  8. Wasserfläschchen nur übergangsweise

    Für den Übergang sind auch Fläschchen mit Tee oder Wasser erlaubt – aber bitte ohne Milch (Stichwort Stoffwechsel anheizen!). Nur sollten Sie aufpassen, dass das Wasser-Fläschchen nicht auf Dauer eingeführt wird – sonst ersetzen Sie Ihre Brust nur durch das Fläschchen und weder Sie noch Ihr Kind haben eine ununterbrochene Nacht.

  9. Länger als acht Stunden hält das Kind nicht durch

    Nach gut acht Stunden ist die Nacht für ein gerade abgestilltes Kind vorbei, dann braucht es etwas zu essen. Das kann je nach Einschlafzeitpunkt auch sehr früh am Morgen sein! Laut Experten kann diese frühe Mahlzeit übrigens auch wieder eine Busenmahlzeit sein – oder Sie führen gleich ein Milchfläschchen ein, das auch der Vater geben kann.

  10. Nur die Ruhe

    Ihr Kind ist absolut nicht zu beruhigen durch Tragen, Wasserflasche oder Schnuller? Dann warten Sie noch ein paar Wochen und starten dann den nächsten Versuch, in der Nacht abzustillen.

Unser Tipp

Mit der passenden Beikost wie Milch- und Getreidebreie bekommen Sie Ihr Baby und Kleinkind satt vorm nächtlichen Einschlafen.


31 Oktober 2019 | Text: Mareike Steger | Foto: Stocksy

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