Bastelkiste her und Kinder einfach basteln lassen: 7 Tipps

Ein blauer Fuchs? Ein fliegendes Auto? Warum nicht? Eltern neigen dazu, dem Nachwuchs beim Basteln konkrete Vorgaben zu liefern. Dabei kann eine Bastelkiste Kindern viel mehr Spaß bieten: ein sinnliches Abenteuer ohne Anleitung.

Basteln ohne Vorgabe - mit der Bastelkiste für Kinder
Basteln ohne Vorgabe - mit der Bastelkiste für Kinder

Basteln schult die Sinne, die Feinmotorik und die Kreativität. Letztere wird vor allem gefördert, wenn Sie Ihre Kinder einfach basteln lassen. Und wussten Sie, dass Sie nicht nur mit Vorgaben, sondern auch mit Lob sparsam umgehen sollten? Wie Sie mit einer Bastelkiste für Kinder alles richtig machen:

Bastelkiste: 7 Tipps für freies Basteln

Tipp 1: Kinder einfach basteln lassen

Auch wenn Sie es aus Kindertagen vielleicht anders kennen – Kinder brauchen zum Basteln nicht immer eine genaue Anleitung oder Mama und Papa, die dabeisitzen. Lassen Sie die Schritt-für-Schritt-Bastelbücher ruhig im Regal und die Kleinen einfach selber Dinge ausprobieren. So werden ganz nebenbei die Kreativität und die Selbstständigkeit gefördert. Und wer sagt, dass ein Frosch grün sein muss oder ein Haus keine Flügel haben kann? Freuen Sie sich auf überraschende Ergebnisse!

Tipp 2: Bastelkiste bereitstellen

Stellen Sie Ihren Kindern eine bunte Auswahl an Materialien in einer Bastelkiste oder -schublade bereit, damit die kleinen Künstler ihre oft spontanen Einfälle jederzeit umsetzen können. Die Materialien müssen jedoch nicht alle farbenfroh und auch nicht zwingend aus dem Bastelladen sein. Oft üben gerade die banalsten Dinge eine besondere Faszination auf Kinder aus. Ob Eierkartons, Joghurtbecher, Klopapierrollen, Pappteller, Knöpfe, Perlen oder Steine: Ab damit in die Bastelkiste! Natürlich dürfen auch Papier, Stifte, Kleber und eine Kinderschere nicht fehlen. Bunte Washi Tapes oder Pfeifenputzer sind bei Nachwuchsbastlern ebenfalls sehr beliebt.

Tipp 3: Ausprobieren statt Anleitung

Für Kinder bedeutet Basteln vor allem zweierlei: Spiel und Spaß. Strenge Anleitungen machen nicht nur weniger Freude, sondern lassen Kindern auch weniger „Spiel-Raum“. Denn lässt man die Kleinen einfach mal machen, wird das Material aus der Bastelkiste bestimmt kreativ genutzt. Oft entstehen schon beim Angreifen oder Befühlen der Dinge aus der Bastelkiste Ideen, was sich daraus gestalten lässt.

Tipp 4: Ein bisschen planlos darf’s sein

Verabschieden Sie sich von einem strengen Basteln-Aufräumen-Spielen-Ablauf. Warum sollten Kinder mit dem Gebastelten zwischendurch nicht spielen? Da kommen vielleicht schon die nächsten Ideen, wie sich das Werk noch „verbessern“ lässt. Gut, wenn das Bastelzeug dann noch nicht weggeräumt, sondern griffbereit ist. Die kindliche Fantasie kennt keine Grenzen oder gar strenge Regeln – da verwandelt sich die Frosch-Bastlerin zwischendurch zur Prinzessin oder beim Schachtel-Auto-„Tunen“ wird eine Testrunde eingelegt.

Tipp 5: Anregungen ja, Erwartungen nein

Wenn Ihr Kind unbedingt einen Fuchs basteln möchte oder Sie fragend anblickt, was es mit dem Pappteller machen soll, dann dürfen Sie natürlich ein paar Tipps geben. Ob Sie Ihrem Kind ein Bild vom fertig gebastelten Pappteller-Fuchs zeigen oder ihm grob erklären, was es machen soll – auch für Eltern gibt es keine starren Regeln. Wichtig ist nur: Haben Sie keine zu großen Erwartungen, was das Ergebnis betrifft. Wenn aus dem Fuchs doch ein Hase oder ein undefinierbares, kreatives Etwas wird, ist es auch in Ordnung.

Tipp 6: Freiräume schaffen

Eine Bastelkiste für Kinder schafft den Kleinen Freiräume. Bleiben Sie dennoch auf jeden Fall in der Nähe der eifrigen Bastler, dann sind Sie zur Stelle, falls der Kleber doch mal in den Haaren oder die Farbe am Teppich landet. Wichtig ist jedoch, dass Sie sich so wenig wie möglich einmischen, es sei denn, Ihre Erwachsenen-Expertise ist dringend gefragt.

Tipp 7: Kindern was zutrauen

Dass die spitze Schere, Superkleber oder Permanentmarker nichts in der Bastelkiste für Kinder verloren haben, ist klar. Die spezielle Kinderschere, ein Klebestift oder Buntstifte sollten den Nachwuchsbastlern aber schon zur Verfügung stehen. Denn was wäre die kreative Freiheit ohne sinnvolles „Werkzeug“? Und keine Sorge, Sie dürfen Ihren Kindern ruhig etwas zutrauen. Denn kleine Unfälle können ebenso beim Spielen im Garten wie beim Basteln passieren – das gehört zum Welt-Entdecken einfach dazu.


30 Oktober 2019 | TEXT: Caroline Essl | Fotos: Stocksy

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