Nachhaltige Mobilität ist zum Beispiel: aufs Auto verzichten und zu Fuß gehen.
Für die Umwelt

6 Tipps für nachhaltige Mobilität im Alltag

Diese Fakten werden Sie zum Umdenken bewegen. Denn: Auf’s Auto verzichten und weniger fliegen hat viele positive Seiten. Lesen Sie hier, warum Ihnen nachhaltige, grüne Mobilität gut tut.

Das Weltklima hat sich verändert, die Erderwärmung schreitet voran. Der UNO-Weltklimarat (IPCC) warnt: Es braucht radikale Schritte, um noch größere katastrophale Umweltfolgen zu verhindern. Und wir alle können etwas tun!

Die Schüler-Demos rund um Greta Thunberg und Friday for Future zeigen uns in der Öffentlichkeit, wie wichtig es ist, das Klima jetzt zu schützen. Wir stellen Ihnen Wege vor, wie Sie Nachhaltigkeit bewusst leben. Sie tun damit nicht nur der Umwelt gut, sondern auch uns Menschen. Lassen Sie sich inspirieren, probieren sie aus, halten Sie daran fest und erzählen Sie es weiter.

Warum wir nachhaltige Mobilität brauchen

Das Thema Mobilität ist eines der wichtigsten beim Klimaschutz: Noch nie wurde in Österreich so viel Auto gefahren wie heute. In den vergangenen 30 Jahren hat sich der Pkw-Verkehr verdoppelt. Das ist fatal, denn: Der zunehmende Verkehr befeuert den Bodenverbrauch, weil immer mehr Flächen gerodet werden, um Straßen und Parkplätze zu bauen.

Laut der gemeinnützigen Organisation VCÖ (Verkehrsclub Österreich) ist der Verkehr das größte Problem im heimischen Klimaschutz – er ist für für 29 Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Österreich muss die Emissionen im Verkehr um 76 Prozent verringern, will es die Klimaziele für das Jahr 2050 erreichen. Mehr nachhaltige Mobilität ist demnach längst überfällig.

Die Vorteile von nachhaltiger Mobilität

Wir sind weniger von Energieimporten abhängig, atmen mehr saubere Luft ein und müssen nicht mehr so viel Geld dafür ausgeben, um von A nach B zu kommen. „Die Kombination aus Öffentlichem Verkehr, Radfahren und Gehen ist deutlich kostengünstiger“, bestätigt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. Außerdem zeigen Studien, dass Menschen sich mehr bewegen, wenn sie auf ein eigenes Auto verzichten. Rasmussen: „Ein klimaverträgliches Mobilitätsverhalten hat viele persönliche Zusatznutzen. Wer kurze Strecken zu Fuß geht oder mit dem Fahrrad statt mit dem Auto fährt, tut der eigenen Gesundheit Gutes. Bewegung hält fit und beugt vielen Krankheiten vor.“

Das waren jetzt ziemlich viele Fakten und Argumente. Ab sofort wird es praktisch: Die folgenden sechs Tipps sind eine Inspiration, um langfristig auf nachhaltige Mobilität umzusteigen.

So gelingt nachhaltige Mobilität:

  1. Aufs eigene Auto verzichten

    Ganz ehrlich: Klimatechnisch wäre es am besten, kein Auto zu besitzen. Das ist zwar nicht für jeden möglich. Aber wer diesen Schritt in Richtung grüne Mobilität geht, freut sich über viele positive Nebeneffekte:

    Klima schonen: Allein die Herstellung eines Pkw belastet das Klima so sehr wie 25.000 bis 40.000 Kilometer Autofahrten. Hinzu kommen die Treibhausgase, die das Fahren selbst verursacht.

    Geld sparen: Außerdem kostet ein Auto richtig viel Geld. Oft blenden Autofahrer die Nebenkosten wie Anschaffung, Versicherung, Steuer, Benzin etc. aus. Berechnungen des VCÖ zeigen: Eine Zug-Jahreskarte für eine fixe Strecke kommt weitaus günstiger, als würde man denselben Weg mit dem eigenen Pkw zurücklegen.

    Vorbild sein: Das Auto hat als Statussymbol ausgedient. Beachtung finden heute eher diejenigen, die bewusst darauf verzichten.

  2. Fahrgemeinschaften bilden

    Früher war der Besetzungsgrad von Autos viel höher. Das heißt: Man ist weitaus häufiger gemeinsam gefahren. Heute sitzt oft nur eine Person im Auto. Außerdem sind die Fahrzeuge breiter und schwerer geworden.

    Mehr Autos bedeutet aber auch: mehr Erderwärmung. Fahrgemeinschaften sind eine realistische und günstige Alternative für Neo-Autolose. Sie sind zum Beispiel ideal, um gemeinsam in die Arbeit zu kommen oder für Fahrten zwischen zwei Städten. So lassen sich Mobilität und Klimaschutz verbinden.

    VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen: „Es ist viel nachhaltiger, wenn sich mehrere Personen ein Auto teilen, als wenn jede Person ein eigenes Auto besitzt. Denn auch die Herstellung eines Fahrzeugs verbraucht Ressourcen und verursacht klimaschädliche Emissionen.“ Auf foahstmit.at können Sie günstige Mitfahrgelegenheiten finden.

  3. Öffis nutzen

    Für Autolose sowie Autobesitzer gilt: Öfter mal in Zug oder Bus steigen schon das Klima. Warum? Eine Busfahrt verursacht drei Mal weniger, eine Zugfahrt 13 Mal weniger Emissionen als eine vergleichbare Fahrt mit dem Auto. Berechnet man Anschaffungskosten und Nebenkosten eines Autos mit ein, sind Öffis weitaus günstiger. Außerdem lässt es sich so viel stressfreier von A nach B kommen.

  4. Aktiv sein und bewegen

    Aktuell werden oft gerade kurze Strecken mit dem Auto zurückgelegt: Jede zweite Autofahrt ist laut VCÖ kürzer als fünf Kilometer. Jede zehnte Autofahrt ist sogar kürzer als einen Kilometer. Der durchschnittliche Einkaufsweg in Österreich beträgt 2,5 Kilometer. Ein Auto verbraucht aber gerade beim ersten Kilometer drei bis vier Mal mehr Sprit als im Durchschnitt. Es ist also klug, stattdessen zu Fuß zu gehen. Sozusagen: Klimaschutz durch Bewegung.

    Wichtig wäre das zum Beispiel beim Einkaufen. Denn: Zu regionalen Bio-Produkten zu greifen, ist zwar löblich. Aber wurde der Weg zum Geschäft im Auto zurückgelegt, ist der Einkauf insgesamt trotzdem umweltbelastend. Bei mittellangen Strecken ist das Fahrrad die passende Alternative. Bei etwas längeren oder steilen Strecken das E-Bike. Das alles spart nicht nur CO2 ein, sondern trainiert auch noch die eigene Fitness.

    Übrigens: Ungefähr jeder vierte Berufstätige wohnt weniger als fünf Kilometer von der Arbeit entfernt. Vielleicht ein Ansporn, auf grüne Mobilität wie zum Beispiel das Fahrrad umzusteigen?

  5. Carsharing nutzen

    Private Autos stehen rund 23 Stunden am Tag still. Laut VCÖ zahlt es sich allein schon finanziell aus, aufs eigene Auto zu verzichten und auf Carsharing zu setzen. Das gilt für all jene, die weniger als 12.000 Kilometer im Jahr mit dem Pkw unterwegs sind. Wenn es dann doch einmal eine weitere Strecke ist, sind Carsharing-Angebote optimal. Idealerweise jene Projekte, bei denen Elektroautos und Ökostrom im Einsatz sind. Eine optimale Form von nachhaltiger Mobilität im Individualverkehr.

    Ein weiterer Pluspunkt: Die Zahlen zeigen, dass auch Carsharing-Nutzer sich mehr bewegen. „Es wird seltener mit dem Auto gefahren und häufiger öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad genutzt“, erklärt VCÖ-Expertin Rasmussen.

  6. Viel weniger fliegen

    Pro Personenkilometer verursacht der Flugverkehr doppelt so viele CO2-Emissionen wie Diesel- und Benzin-Pkw und sogar 31 Mal so viel CO2 wie die Bahn. Vor allem Kurzflüge belasten im Verhältnis zur zurückgelegten Strecke das Klima extrem. Deshalb sollten vor allem Vielflieger sich eine Sache von den Schweden abschauen: Seit einiger Zeit zeigt sich dort ein Trend, was das Fliegen betrifft. Denn immer mehr Schweden schämen sich, wenn sie ins Flugzeug steigen. Stichwort: Flygskam-Bewegung. Viele Menschen nutzen vermehrt den Zug, auch für lange Strecken. Einen Hashtag gibt es dafür natürlich auch schon: #flyingless.

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