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Babys Schmerzen einfach wegstreicheln

Wenn Säuglinge viel schreien, sind frischgebackene Eltern oft überfordert. Was tun? Die Lösung kann ganz einfach sein: Babys Schmerzen wegstreicheln! Denn sanfte Berührungen, Streicheln und Massagen helfen, Schmerzen zu lindern.

Eine Mutter die ihr Neugeborenes in den Armen hält und liebevoll streichelt.
Eine Mutter die ihr Neugeborenes in den Armen hält und liebevoll streichelt.

Eltern liebkosen, streicheln und berühren ihre Kleinen in solchen Situationen ganz intuitiv. Und sie machen damit alles richtig. Denn die Zärtlichkeiten wirken nicht nur beruhigend und sind für den Beziehungsaufbau enorm wichtig. Sie senken erwiesenermaßen auch das Schmerzempfinden.

Eine aktuelle Studie von Forschern der Universität Oxford zeigt den positiven Effekt von Streicheleinheiten. Die Wissenschaftler beobachteten die Reaktion von 60 Neugeborenen, denen Blut abgenommen und dazu in den Fuß gepikst wurde. Gleichzeitig wurde auch die Hirnaktivität der Kleinen mittels Elektroenzephalografie (EEG) gemessen. Das Ergebnis: Babys, die zuvor sanft gestreichelt wurden, zeigten eine geringeres Schmerzempfinden, als die Kontrollgruppe. Die musste ohne Berührungen auskommen.

Ideales Streicheltempo ganz intuitiv

Ermittelt wurde auch das ideale Tempo. Um kleine Wehwehchen gut zu lindern und Babys Schmerzen wegstreicheln zu können, sind Streicheleinheiten mit einer Geschwindigkeit von drei Zentimetern pro Sekunde am effektivsten. Aber keine Sorge, Mamas und Papas können die Stoppuhr in der Schublade lassen. Und sich ganz beruhigt auf ihr Gefühl verlasen. Denn in mehreren Untersuchungen wurde gezeigt, dass Neugeborene von ihren Eltern ganz intuitiv im optimalen Tempo gestreichelt werden.

Liebkosungen wirken auf Nervenfasern

Der Effekt der Liebkosungen lässt sich mit dem von äußerlich angewandten Betäubungsmitteln wie Cremes, Pflastern oder Sprays vergleichen. Die Schmerzlinderung erklären die Forscher übrigens mit einer bestimmten Gruppe von Nervenfasern in der Haut, den sogenannten afferenten C-Fasern. Diese werden durch sanfte Streicheleinheiten aktiviert. Bei Erwachsenen war dieser Effekt bereits bekannt. Nun ist klar, dass sich der Mechanismus nicht erst im Laufe des Lebens entwickelt, sondern von Geburt an angelegt ist.


16 Mai 2019 | Text: Julia Fischer-Colbrie | Fotos: Stocksy

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