Internet und „echte Welt“: Kinder unterscheiden nicht

Veröffentlicht am 1. Februar 2019

Sie sorgen sich darüber, was Ihr Nachwuchs im Internet macht? Erfahren Sie hier, warum Kindern so nahe geht, was online passiert. Und wie Sie damit umgehen können, wenn Schwierigkeiten auftreten.

Two Young Children Playing Games On A Tablet

Die Kinder und Jugendlichen dieser Zeit sind mit dem Internet groß geworden. Praktisch innerhalb jeder Familie gehören Handys, Computer und Internetzugang zum Alltag. Das Medienangebot ist schon in jungen Jahren enorm breit gefächert. Das bestätigen auch die Zahlen der deutschen JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) aus dem Jahr 2018.:

97 Prozent der zwölf bis 19-Jährigen besitzen ein eigenes Smartphone. 71 Prozent der Jugendlichen haben einen Computer oder Laptop.

Trotz aller positiven Möglichkeiten des Internets fragen sich Eltern naturgemäß, welche Gefahren es birgt, wenn ihr Kind online „unterwegs“ ist. Die Bandbreite ist groß: Von Bilder und Videos über Gewalt, Hassbotschaften bis hin zu pornografischen Inhalten.

Sicher ist

Wegschauen hilft bei Gefahren und Problemen nicht.

  1. WISSEN, was die Kinder im Internet machen, welche Spiele sie spielen, mit wem sie chatten. Lernen, wie einzelne Apps und Programme funktionieren.
  2. ZUHÖREN. Die Kinder fragen, wie sie die Dinge im Internet erleben, warum ihnen gewisse Spiele Spaß machen, das Netz gemeinsam erkunden.
  3. KOMPETENZEN STÄRKEN. Dem Kind Fähigkeiten mitgeben, um sich im Internet sicher zurechtzufinden. Von der Medienkompetenz bis zum Umgang mit Konflikten.

Kinder verstehen und vor Gefahren schützen

Eltern, die sich informieren, lernen nicht nur zu verstehen, wo und warum sich das Kind online bewegt. Sie können ihr Kind auch besser schützen, sollte es zu unbequemen oder gefährlichen Situationen kommen. Dazu müssen sich die Erwachsenen aber auch eine gewisse Lösungskompetenz aneignen. So kann das Kind auf die Eltern zählen und traut sich eher, um Hilfe zu fragen. Ein Beispiel: Wird jemand in einer „Story“ auf „Snapchat“ gemobbt, sollten die Eltern das in den richtigen Kontext einordnen können. „Ansonsten wird es für das Kind eine große Herausforderung, den Eltern von einem Problem zu berichten, wenn diese es womöglich gar nicht verstehen“, erklärt Jax.

Fazit

Nur wer über das digitale Leben seines Kindes Bescheid weiß, kann im Ernstfall richtig reagieren und helfen.

Matthias Jax von Saferinternet

Matthias Jax ist Projektleiter für das EU-Projekt saferinternet.at. Es wird mitunter von der Europäische Union, dem Bildungsministerium, aber auch von der Industrie (A1, facebook) finanziert. Ziel ist es, einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln. Darüber hinaus ist Jax Projektmanager in den Bereichen Datenschutz und Online-Sicherheit. Er leitet außerdem Projekte mit digitalen Schwerpunkten und führt Workshops für Jugendliche, Eltern, Lehrer und Senioren zu digitalen Themen durch.


1 Februar 2019 | Text: Maria Kapeller | Fotos: Stocksy; Saferinternet

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