Wie Kinder alleine spielen lernen: 7 Tipps

Spielen ist die beste Form von Lernen, und dennoch verplanen viele Eltern ihren Nachwuchs mit Ballett, Englischstunden & Co, statt sie einfach mehr spielen zu lassen. Mit diesen Tipps lernen alle Kinder alleine spielen – vom Babyalter an.

Viele Kinder haben Spaß daran, alleine zu spielen. Ihres nicht? Vielleicht mit diesen Tipps.
Viele Kinder haben Spaß daran, alleine zu spielen. Ihres nicht? Vielleicht mit diesen Tipps.

Pädagogen wie Neurowissenschaftler sind sich einig: Spielen hat eine enorme Bedeutung für die kognitive und soziale Entwicklung – ein Leben lang, vor allem aber in der Kindheit. Man trainiert Tätigkeiten und Kreativität, probiert Rollen aus, festigt die Identität. Den größten Spaß macht es den Kleinen zusammen mit den Eltern, Geschwistern und Freunden.

Doch auch dass Kinder alleine spielen lernen, ist wichtig, denn das stärkt die Konzentrationsfähigkeit und Selbstständigkeit. Was aber, wenn sich der Nachwuchs partout nicht selbstständig beschäftigen kann? Schon ein Tipp vorab: Die Natur ist der beste Spielplatz

Wie Babys spielen

Schon Babys „spielen“ allein, etwa indem sie sich bis zu zehn Minuten mit ihren Händen und Füßen, mit ihrer Stimme oder mit Babyspielzeug wie Rasseln beschäftigen. Kleinkinder schaffen es, sich für 15 bis 30 Minuten allein zu fokussieren. Dass die Sprösslinge zum Spielen im eigenen Zimmer verschwinden? Meist nicht vorm Grundschulalter. Allerdings hängt es auch vom Charakter des Kindes ab, wie gut und ausdauernd es alleine spielen kann.

  1. Schaffen Sie die richtige Umgebung.

    Kinder brauchen genügend Spielanregungen, aber so wenig Ablenkung wie möglich. Daher Fernseher und Smartphone aus! Auch ein aufgeräumtes Kinderzimmer kann dabei helfen, Kinder zum Alleine-Spielen zu bringen – manchmal brauchen sie schlicht genügend Platz.

  2. Bieten Sie geeignete Spielsachen an.

    Zu viel und nicht altersgerechtes Spielzeug überfordert Kinder. Ideal sind Spielsachen, die nicht nur eine bestimmte Art von Spiel „vorgeben“. Polster, Decken, Kartons und alte Kleidung sind stattdessen perfekt für freies Spielen. Pssst: Wenn man diese nicht ständig zur Verfügung stellt, ist der Reiz für die Kleinen umso höher.

  3. Halten Sie sich möglichst zurück.

    Unterbrechen Sie Ihr Kind nicht, wenn es bereits ins Spiel vertieft ist, und lassen Sie es Probleme wie umgefallene Bauklötze selber lösen. Mit Fragen können Sie kurze Anstöße geben oder kurz mitspielen und sich dann wieder zurückziehen. Übrigens wirken kleine Kinder oft nicht so, als würden sie sich gerade beschäftigen, dabei beobachten sie nur ihre Umgebung intensiv.

  4. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran.

    Beginnen Sie parallel zum, aber nicht mit dem Kind zu spielen und lassen sie es dann alleine weiterspielen. Ab circa drei Jahren verstehen Kinder, dass die Eltern mal eine Pause brauchen und alleine ein Buch lesen wollen – im Idealfall holen sie sich dann selbst eins.

  5. Vermitteln Sie Ihrem Kind Sicherheit.

    Lassen Sie Ihr Kind wissen, dass Sie in der Nähe sind. Vor allem für Babys und Kleinkinder ist es wichtig, sie alleine spielen, aber nicht alleine zu lassen. Wenn Sie den Raum verlassen, können Sie Sprechkontakt halten.

  6. Führen Sie regelmäßige „Allein-Spielzeiten“ ein.

    Übung macht den Meister, auch wenn es darum geht, dass Kinder alleine spielen lernen. Das Ritual gibt den Kleinen außerdem Sicherheit.

  7. Animieren und bestärken Sie Ihr Kind verbal.

    „Du kannst das auch alleine, versuch es mal!“ oder „Du hast letztens so einen hohen Turm gebaut, als du alleine gespielt hast – möchtest du es noch mal probieren?“ – wenn Sie Ihr Kind loben, fällt das Alleine-Spielen leichter.


30 September 2019 | TEXT: Elisabeth Schmiedjell | FOTOS: Stocksy

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