Kommt ein Kind in den Kindergarten, ist das ein ganz großer Schritt in seiner Entwicklung. Expertinnen und Experten halten das dritte Lebensjahr für den geeigneten Zeitpunkt für eine Eingewöhnung im Kindergarten: Dann sind die meisten Kleinkinder geistig und sozial so weit, dass sie sich von Mama und Papa loslösen können und reif sind für den Austausch mit Gleichaltrigen. Die meisten sind dann auch schon trocken und tragen (tagsüber) keine Windel mehr.

Doch kein Kind kann sich von heute auf morgen gleich trennen von seinen wichtigsten Bindungspersonen, den Eltern. Sanft und achtsam sollte daher der Start in den Kindergarten passieren, ohne Tränen und ohne dauerhafte seelische Erschütterung. Wie das geht? Wenn sich Eltern dieser Regeln für eine sanfte Ablösung bewusst sind. Es gilt: Je jünger das Kind, desto behutsamer und mit mehr Zeit sollte die Eingewöhnung geschehen.

So gelingt die sanfte Eingewöhnung in den Kindergarten

  1. Wichtig ist genügend Zeit für die Eingewöhnung

    Oft fällt der Start in den Kindergarten mit dem Wiedereinstieg der Mutter oder seltener des Vaters nach der Karenz in den Job zusammen. Das ist fürs Kind und für eine gute Eingewöhnung nicht optimal. Überhaupt sollten einschneidende Veränderungen in der Familie wie Geburt eines Geschwisters, Umzug, Urlaub nicht zusammenfallen mit dem Kindergartenstart. Planen Sie auf jeden Fall mehrere Wochen für die Eingewöhnung ein, nicht nur eine Woche oder nur zwei. In so kurzer Zeit schafft kaum ein Dreijähriges, sich ohne traumatische Erlebnisse an die neue Situation zu gewöhnen – kleinere Kinder sogar noch seltener!

  2. Wie lange es dauert, bestimmt das Kind

    Einen guten Kindergarten erkennen Eltern daran, dass dieser keine konkrete Zeit vorgibt, wie lange Eltern bei der Eingewöhnung dabei bleiben dürfen. Denn: Jedes Kind ist unterschiedlich, und jedes Kind braucht individuell lange. Das Tempo der Eingewöhnung bestimmt damit das Kind. Reden Sie vorab mit der Leitung des Kindergartens und fragen Sie danach, wie das Konzept der Eingewöhnung aussieht. Eine Institution, die auf eine sichere und vertrauensvolle Bindung setzt, wird niemals eine Frist, etwa von einer Woche, vorgeben.