Frau vor orangefarbenem Hintergrund in orangefarbenem Mantel und Sonnenbrille
It’s magic!

Hightech-Materialien in der Mode

Ein Kleid, das im Dunkeln funkelt oder ein T-Shirt, das die Farbe wechselt? Was für viele immer noch nach Science-Fiction-Mode klingt, ist längst ein alter Hut. Was können Hightech-Materialien von heute?

Ein mit einem Schlagzeug bedrucktes T-Shirt, das sich „spielen“ lässt? Willkommen in der Wirklichkeit! Denn die Idee, dass Kleidung und Stoffe mit unseren Smartphones „sprechen“, ist längst kein abwegiges Gedankenspiel mehr. Seit jeher ist Kleidung mehr als nur Kleidung – sie ist ein Spiegel des wissenschaftlichen Fortschritts. Und war in den 60er-Jahren die Weltraumtechnik eine der Inspirationsquellen für die Modewelt, ist es heute die moderne Kommunikations- und Netzwerktechnologie. Doch die Verbindung von Mode und Technologie wirft auch schnell Fragen nach Privatsphäre und Ökologie auf. Werden wir die neuen Möglichkeiten zu nutzen wissen?

Hightech-Materialien im Einsatz

Während der Grat zwischen technischer Kunstmode, ausgefallenen Spielereien à la Smart Clothing und Wearables und Alltagstauglichkeit immer noch breit ist, übernehmen Tech-Fashion und Hightech-Materialien im Sport oder in der Medizin bereits wichtige Funktionen. Spitzensportler lassen von der Kleidung ihre Schritte zählen oder ihre Aero- bzw. Aquadynamik verbessern. Feuerwehrmänner schützen sich mit Leuchtkleidung vor Unsichtbarkeit in den Flammen und Tech-Bettwäsche erkennt, analysiert und übermittelt den Zustand von Pflegebedürftigen. Eine der bahnbrechendsten Revolutionen im Bereich der Fashion-Technology, die allerdings noch in den Kinderschuhen steckt: Textile Solarzellen – Fäden, die elektrische Energie erzeugen und speichern können.

Innovative Material-Helden des Alltags

Und wie sieht es mit dem Einsatz von Tech-Fashion für Alltagskleidung aus? Auch wenn sie nicht funkeln oder die Farbe wechseln: Auch Lyocell (Tencel) oder Baumrinden sind (nicht ganz so offensichtliche) Hightech-Materialien, die die Modewelt gerade im Sturm erobern.

Lyocell

Läuft beim Waschen nicht ein, behält seine Form und knittert nicht. Es ist saugfähiger als Baumwolle, wärmt wie Schurwolle und kühlt wie Leinen. Das Beste daran? Lyocell ist zu 100 Prozent biologisch abbaubar. In einem aufwändigen Prozess wird die dafür benötigte Zellulosefaser aus Holz gewonnen und ist aufgrund eines umweltschonenden Lösungsmittels, das bei der Verarbeitung verwendet wird, vergleichsweise umweltschonend.

Baumrinde

Dass „plant-based“ nicht nur im Bereich der Ernährung eine echte ökologische Alternative sein kann, das beweisen auch immer mehr modische Accessoires. Für vegane „Ledertaschen“ werden Rinden von Pflanzen wie Gampi, Bambus oder Mitsumata zu einer Art Papier verarbeitet, das nicht nur aussieht wie Leder, sondern auch noch extrem reißfest, wasserabweisend und waschbar ist.

Tech-Innovationen für Nachhaltigkeit in der Mode

Ob Lyocell oder Papiertaschen – nachhaltige Hightech-Materialien und Start-ups, die sich darauf spezialisieren, sind eine erste Antwort auf die ökologischen Probleme, die die Modeindustrie verursacht. Denn textile Produktionsprozesse produzieren enorme Treibhausgas-Emissionen und verbrauchen Unmengen an Wasser. Ein zusätzliches Problem ist Mikroplastik, das durch die Verarbeitungsprozesse in den Textilien und beim Waschen im Anschluss im Wasser landet. Dass Hightech im Materialbereich auch hier Abhilfe verschaffen kann, stellen mehr und mehr Unternehmen unter Beweis. Etwa wenn Jeans nicht mehr mit giftigen Farbstoffen und Chemikalien gefärbt, sondern Waschungen via Laser-Tech und Luftströmungsprozessen erzeugt werden. Das Projekt UTO (Upcycling the Ocean) sammelt Müll aus den Meeren, recycelt ihn und produziert daraus Stoffe. Auch bei Outdoor-Bekleidung gibt es immer mehr modische Initiativen: Jeckybeng zum Beispiel produziert nachhaltige wind- und regendichte Outdoor-Jacken aus einer speziell verwobenen Schweizer Baumwolle, die bei Kontakt mit Nässe aufquillt und so wasserundurchlässig wird.

Von hoch technologischen Wearables und Supertextilien für den Spezialeinsatz über alltagstaugliche „Wunderstoffe“ bis hin zu neuen Wegen für mehr Nachhaltigkeit bei der Produktion von Mode: In der Welt der Tech-Fashion sind wir längst angekommen. Und wenn wir sie richtig zu nutzen wissen, liegt darin ein enormes Potenzial, die Welt nachhaltig zu verändern.

Teilen: Artikel bei Facebook teilen Artikel bei Whatsapp teilen Artikel URL kopieren
Anzeige
Anzeige
Anzeige