Mädchen mit Buch über Kinderfragen schaut fragend zum großen Stoffelefant neben ihr.
Tipps aus der Praxis

Kinderfragen: So meistern Eltern die Warum-Phase

Warum ist der Himmel blau? Wieso hat die Frau einen dicken Po? Kinderfragen bringen Eltern an ihre Grenzen. Und zwar nicht nur von ihrem Wissensschatz, sondern oft auch von ihrer Geduld. Doch es gibt Abhilfe.

Zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr geht es los: Kinder wollen die Welt verstehen. Und das tun sie längst noch nicht mit der Hilfe von (kindersicheren) Suchmaschinen im Netz, sondern mit der Hilfe von Mama und Papa. Dabei die permanenten Kinderfragen sind für die meisten Eltern oft alles andere als kinderleicht zu beantworten. Und ja, oft fällt diese Phase mit der Trotzphase zusammen.

Kinderfragen: Alles, was Sie über die Warum-Phase wissen müssen

1. Es gibt nichts, was Kids nicht wissen wollen

Die meisten Kinderfragen sind niedlich, witzig und oft selbst für Eltern spannend. Oder haben Sie sich nicht auch schon mal gefragt, wo das Huhn seinen Bauchnabel hat? Dennoch bringt der permanente Fragen-Marathon viele Eltern ans Limit. Manche Antworten wissen auch Erwachsene nicht auf Anhieb. Und abgesehen davon, reicht eine einzige Antworte neugierigen Kids mit Warum-Fragen oft nicht aus.

Nur ein Beispiel: „Mama, warum gießt du die Blumen?“ „Weil sie etwas trinken müssen.“ „Warum müssen sie trinken? „Damit sie wachsen.“ „Und warum müssen sie wachsen, Mama?“ „Damit sie hübsch blühen können“ „Aber wieso blühen Blumen überhaupt?“

2. Was, wenn Eltern die Warum-Fragen nicht beantworten können?

Manchmal wissen Eltern einfach nicht weiter. Keine Sorge; das ist weder schlimm, noch unnormal. Im Gegenteil: Kinder müssen auch lernen, dass Eltern nicht allwissend sind. Unser Tipp: Wer diese Ratlosigkeit in eine Chance zum Dazulernen umgekehrt, rettet die Situation und gibt den Kleinen eine wichtige Lernhilfe mit auf den Weg: „Ich weiß auch nicht, warum die Banane krumm ist, mein Schatz. Aber das ist eine gute Frage. Wir können den Grund ja mal gemeinsam herausfinden – in einem Lexikon oder im Netz.“ Gemeinsames Erarbeiten von Antworten macht Kindern nicht nur Spaß, sondern lehrt sie auch, wie man sich später einmal selbst helfen kann.

Ausgestreckte Kinderbeine im Gitterbett halten mit den Füßen Stofftier.

3. Wie Sie auf knifflige Fragen antworten können

Wer dem ständigen Frage-Antwort-Pingpong entkommen will, kann dem neugierigem Nachwuchs auch einfach eine Gegen-Warum-Frage stellen: „Was glaubst du denn, warum der Hund Ohren hat? Du weißt doch bestimmt, wozu man Ohren braucht, oder?“ Mit solchen Gegenfragen haben gleich doppelte Nutzen: Man spart sich langes Erklären. Und das Kind lernt, dass es sich manche Antworten selbst „erarbeiten“ kann.

4. Warum-Phase: So antworten Sie kindgerecht

Durch Fragen und Antworten wachsen Kids in die Welt hinein, lernen sich zurecht zu finden, werden sicherer und klüger. Genauso wie Eltern es sich wünschen. Was viele Eltern jedoch überschätzen: Kleinkinder sind keine Atomphysiker oder Uni-Professoren. Sie suchen keine fundierten, sondern kindgerechte Antworten. Und solche sind vor allem kurz, klar und im besten Fall bildlich gesprochen.

Beispiel: „Warum ist die Frau so dick?“ „Weil Menschen alle unterschiedlich aussehen. Es gibt Große und Kleine. Dicke und Dünne.“ Fertig! Kleine Kinder sind mit simplen Antworten, die in ihr Weltbild und Verständnis passen meist vollkommen zufrieden. Erst später im Schulalter sollten Antworten fundierter werden.

5. Kleiner Trick, wenn das ständige Fragen Sie anstrengt

Natürlich sind Eltern froh und stolz über den Wissendurst ihrer Sprösslinge. Immerhin ist er ein Zeichen einer gesunden kognitiven Entwicklung. Doch Hand auf’s Herz: Die ständige Warum-Schleife kann ganz schön an den Nerven reiben. Wenn die Geduld aufgebraucht ist, hilft nur noch eins: Erklären Sie dem Kind, dass Sie gerade zu müde sind oder wenig Zeit zum Antworten haben, seine Frage aber deshalb nicht vergessen wird. Machen Sie eine kleine Notiz und vereinbaren Sie eine gemeinsame Erklär-Stunde nach dem Abendessen.

Dieser Trick wird zwar nicht immer funktionieren, aber wenigstens hin und wieder für kleine Erholungspausen sorgen können. Bis es dann wieder von vorne los geht: Wieso? Weshalb? Warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm!

Beispiele für Kinderfragen & gute Antworten:

  1. Warum hat Oma so viele Falten?

    Falten sind Erinnerungen an viele schöne Erlebnisse im Leben. Immer wenn Oma in den Spiegel sieht, kann sich daran erinnern.

  2. Warum heißt ein Apfel „Apfel“?

    Irgendwann hat mal ein Mensch auf einen Apfel gezeigt und „Apfel“ gesagt. Seit diesem Tag haben sich alle Menschen auf diesen Namen geeinigt und wissen jetzt, was damit gemeint ist.

  3. Warum ist der Himmel blau?

    Wenn die Sonne am Himmel scheint, dann strahlt sie Licht in verschiedenen Farben ab. Das blaue Licht ist am besten zu erkennen. Deshalb sieht der Himmel für uns blau aus.

  4. Warum ist die Banane krumm?

    Viele kleine Fruchtknospen wachsen gleichzeitig aus einer Bananenstaube heraus. Sie orientieren sich bei ihrem Wachstum am Sonnenlicht. Je größer sie werden, desto mehr richten sie sich zur Sonne aus und müssen sich dabei krümmen. Kleiner Tipp: Am besten zeigt man dem Kind bei der Erklärung das Bild einer Bananenstaude; das macht es verständlicher.

  5. Warum können Tiere nicht sprechen?

    Tiere sprechen sehr wohl, nur nicht die Sprache der Menschen. Sie bellen oder miauen und unterhalten sich auf diese Weise untereinander.

     

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