Junge Mutter mit Kind am Rücken im Partnerlook
Raus aus dem Teufelskreis

Selbstreflexion als Mutter: 8 Methoden

Bei dem Versuch, alles unter einen Hut zu bringen, verlieren Mütter oft das Wichtigste aus den Augen: sich selbst. Mit Selbstreflexion und diesen Übungen kommen Sie wieder ins Gleichgewicht.

Mutter zu sein ist alles andere als einfach. Zwischen Haushalt, Kindern plus Care Arbeit und dem Job sollen da noch irgendwo die eigenen Bedürfnisse Platz haben. Wie das gehen soll, wenn frau mit einem, zwei oder sogar drei Kindern gefühlt mehr als nur ein Leben leben muss? Das ist nicht nur Müttern oft schleierhaft. Doch nur wenn die Mama ausreichend auf sich selbst achtet, kann sie das Kind gut begleiten.

Wie können Mütter durch Selbstreflexion und konkrete Übungen ihre innere Balance wiederfinden? Familienberaterin Eva Penz hat uns wertvolle Tipps verraten – sie nennt sich selbst Mama-Begleiterin, ist psychosoziale Familienberaterin nach den Grundwerten von Jesper Juul und arbeitet seit mehr als zehn Jahren mit Familien und Kindern.

Selbstreflexion: Wann ist es Zeit etwas zu verändern?

„In den ersten ein bis eineinhalb Jahren ist es völlig normal, dass das Kind im Vordergrund steht und die Mutter ihre Bedürfnisse hintenanstellt“, sagt die Familienberaterin. Allerdings finden viele Mütter aus dieser Phase nicht mehr heraus.

Die Expertin empfiehlt einen einfachen Test: „Stellen Sie sich ehrlich die Fragen: Was ist mir wichtig? Was hat mich in letzter Zeit begeistert? Was macht mich glücklich oder traurig? Wenn sie hier nur Dinge finden, die mit dem Kind zu tun haben, ist das ein klares Zeichen für eine Schieflage.“ Auch körperliche Anzeichen wie Dauergereiztheit oder extreme Übermüdung sind Boten für eine notwendige Veränderung.

Glaubenssätze analysieren

Der erste wichtige Schritt ist: Bringen Sie Bewusstsein hinein! Denn sehr viele Dynamiken spielen sich im Unterbewusstsein ab. Nehmen Sie sich an der Nase und fragen Sie sich aufrichtig: Was erhoffe ich mir davon, wenn ich es immer allen recht machen will? Was steckt hinter meiner ständigen Verfügbarkeit?“ sagt die Mama-Begleiterin.

Die Hürde dabei: Die Antworten darauf erfordern viel Mut. Denn häufig lauten sie: Es fühlt sich gut an, wichtig zu sein. Mir wurde als Kind schon vorgelebt, dass nur eine aufopfernde Mutter eine gute Mutter ist. Oder: Ich bin nicht gut genug, ich muss mich mehr bemühen.

Glaubenssätze aus der Kindheit wirken stark auf uns ein. Die gute Nachricht: Wenn wir sie entlarven, ändert sich auch unsere innere Haltung. Dieser Prozess erfordert viel Arbeit, ist aber äußerst lohnenswert. Denn nur wenn es der Mutter gut geht, ist der Raum da, dass es auch den Kindern gut geht.

Selbstreflexion: 8 Methoden für innere Balance

  1. Entscheidungen treffen

    Sie können tausend schlaue Artikel lesen – solange Sie keine Entscheidung treffen, wird sich nichts ändern. Also treffen Sie eine Entscheidung, und zwar mit Haut und Haar! Diese könnte beispielsweise sein: Ich habe ab heute mehr Zeit und Raum für mich.

  2. Erinnern

    Oft geht diese Entscheidung im Alltagchaos wieder unter. Deswegen ist es ist wichtig, sich immer wieder daran zu erinnern. Verinnerlichen Sie Ihre Entscheidung jeden Tag mehrmals – so rutscht sie vom Bewusstsein ins Unterbewusstsein. Und da muss sie hin! Ein Visionboard, Journaling oder eine Message am Badezimmerspiegel können dabei helfen.

  3. Planen

    Nach der Entscheidung kommt die Umsetzung! Denn Raum entsteht nicht plötzlich von sich aus. Setzen Sie sich hin und machen Sie einen Plan. Wann und wie lange haben Sie Zeit für sich? Welche Aufgaben können Sie zusammenfassen? Wann können andere Personen die Kinder abholen? Es gibt immer Möglichkeiten, Zeit für sich zu schaffen. Nutzen Sie sie!

  4. Streng sein mit innerer Stimme

    Sollte sich Ihre innere Stimme melden und Ihnen alte Glaubenssätze à la „Ich bin keine gute Mutter, wenn ich mir mehr Zeit für mich nehme“ erzählen, dann sagen Sie zur ihr: Vielen Dank für die Info – und jetzt halt den Mund und geh. Bei stetiger Wiederholung geht diese Einstellung allmählich ins Unterbewusstsein über. Also dranbleiben!

  5. Zeit weise nutzen

    Die Zeit, die Sie ganz für sich haben, sollten Sie weise nutzen – egal ob es sich um Minuten oder Stunden handelt. Sehen Sie diese Me-Time als Nahrung für Ihre Seele, also bitte legen Sie das Handy weg. Lesen, spazieren gehen oder Freunde treffen: Sie wissen selbst am besten, was Sie brauchen, um gestärkt aus dieser Zeit herauszukommen.

  6. Stresshormone abbauen

    Es klingt so simpel, kann aber so viel bewirken: Bewegen Sie sich jeden Tag zumindest 20 Minuten, ein flotter Spaziergang reicht. Wenn der Kreislauf in Schwung kommt, baut der Körper Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin ab und schafft so mehr innerliche Ruhe und Ausgeglichenheit. Probieren Sie es aus!

  7. Liebevoll zu sich selbst sein

    Alle Eltern wünschen sich nur das Beste für ihr Kind. Deswegen sollten Sie sich von Schuld und Bewertung sich selbst gegenüber verabschieden. Behandeln Sie sich liebevoll wie eine gute Freundin und sagen Sie in Momenten des Zweifelns auch mal: „Ich bin okay so wie ich bin! Ich mache das gut.“ Positive Selbstgespräche können viel bewegen.

  8. Verbindung zu sich selbst aufbauen

    Nehmen Sie sich jeden Tag zehn Minuten für die wichtigste Verbindung in Ihrem Leben: die zu Ihnen selbst. Gehen Sie aktiv in die Selbstreflexion und fühlen Sie Körperteil für Körperteil durch. Fragen Sie sich: Wie fühlt sich mein Hals an? Wie geht es meinem Bauch? Meinen Beinen? Hier geht es nicht um Meditation, sondern um den Blick nach innen. Durch diese Übung lernt Ihr System, sich selbst und Ihre Bedürfnisse wieder aktiv wahrzunehmen.

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