Autoritäre Erziehung hat weitestgehend ausgedient, heutzutage bemühen sich Eltern darum, mit Kindern respektvoll zu reden und sie achtsam zu erziehen. Und dennoch: Ertappen wir uns immer wieder dabei, andere zu maßregeln, nicht nur Kinder, auch Erwachsene. Dabei mag es niemand, geschimpft zu werden. Nicht nur grämt sich derjenige der zurechtgewiesen wird darüber – auch den anderen plagt nach der Schimpftirade oft das schlechte Gewissen. Das Gute: Es geht auch anders! Wir haben Tipps, mit denen Sie lernen, auf „Schimpf-Diät“ zu gehen.

Darum schimpfen wir

Laut werden, anbrüllen, jemanden unter Druck setzen, Sätze mit Füllwörtern wie „schon wieder“ oder „immer“ benutzen: All das verstehen Erwachsene unter dem Begriff „schimpfen“. Die Folge: Wenn das mit uns passiert, verkrampfen wir, fühlen uns klein, wehrlos und schlecht.

Und warum werden wir laut? Es gibt drei Ursachen, fanden Mama-Bloggerin Daniela Gaigg und Lebenscoach Linda Syllaba für ihr Buch „Die Schimpf-Diät“ heraus. Die Befragten nannten: Überforderung (wie Stress), Mangelzustände (etwa zu wenig Schlaf) und die Tatsache, dass eigene Vorstellungen und Erwartungen nicht erfüllt werden. Sich dessen bewusst zu werden ist schon ein guter Anfang. Wie es auch anders geht, wissen wir jedoch noch nicht. Das erfahren wir jetzt:

Schimpf-Diät: 6 Tipps, die Sie seltener schimpfen lassen

  1. Bleiben Sie ruhig

    Zugegeben, das ist manchmal viel verlangt und einfacher gesagt als getan. Nicht jeder ist die Ruhe in Person, und manchmal, siehe oben, lassen Mangelzustände – wie zu wenig Schlaf oder Hunger – selbst die gelassenste Person zum Drachen werden. Mama-Bloggerin Daniela Gaigg hat einen guten Tipp, wie man es dennoch schafft: Ihr fällt es leichter, Ruhe zu bewahren mit Selbstfürsorge – also indem sie auf ihre eigenen Bedürfnisse achtet, während der Alltag normal weiterläuft. Dafür schafft sie sich „Inseln“ im Alltag, wie: weniger Online-Zeit am Wochenende, Arbeitszeiten konkreter von der Freizeit trennen oder Achtsamkeitsübungen in den Alltag einbauen. Daraus schöpft sie im Ernstfall die Kraft, um ruhig zu bleiben.

  2. Achten Sie auf sich selbst

    Überhaupt ist mehr Achtsamkeit angesagt, denn: Wenn es Ihnen gut geht, geht es auch Ihrer Familie gut. Wenn Sie unausgeschlafen, gesundheitlich angeschlagen oder dauerhaft gestresst sind, geht es Ihnen nicht gut. Vor allem Frauen und Mütter muten sich oft mehr zu, als gut für sie ist: „Wir Mütter bilden uns manchmal ein, dass wir das Allerletzte für unsere Kinder geben müssten, sogar wenn wir selbst dabei draufgehen.“, weiß Linda Syllaba. Das sei ehrenhaft, aber nicht sonderlich klug. (Vom Mental Overload wissen Frauen eh ein Liedchen zu singen.) Denn wie können wir alles für unsere Kinder geben, wenn wir selbst am Ende unserer Kräfte sind? Deshalb: Gönnen Sie sich genügend Me-Time.