Wenn die Sonne knallt, fangen viele an stark zu schwitzen - besonders, wenn man zu warm angezogen ist. Diese Tipps helfen.
Stoppt den Schweiß

Starkes Schwitzen: 5 Behandlungen bei Hyperhidrose

Nicht nur bei Sport oder Stress: Betroffene von Hyperhidrose schwitzen einfach immer, oft nicht nur unter den Achseln, sondern am gesamten Körper. Doch starkes Schwitzen lässt sich verhindern – wenn man die richtige Behandlung kennt!

So genanntes starkes Schwitzen betrifft Menschen, deren Schweißdrüsen ungefragt Überstunden schieben: meistens in den Achseln, aber auch an Händen, Füßen oder sogar am gesamten Rumpf. Das ist unangenehm und viele Menschen schämen sich für die dunkeln Achselschweiß-Flecken, die sich an der Kleidung abzeichnen. Doch es gibt Hoffnung – sofern Sie die richtige Behandlung kennen. Spoiler: Sich ständig unter den Achseln zu waschen, gehört nicht dazu, im Gegenteil!

Hyperhidrose: Was ist starkes Schwitzen?

Bei Stress oder beim Sport schwitzen wir alle. Das ist normal. Starkes Schwitzen, Fachbegriff: Hyperhidrose, geht jedoch über dieses Maß hinaus. Die Schweißdrüsen der Betroffenen produzieren unentwegt Schweiß – egal ob sie körperlich oder mental erregt sind, oder einfach nur entspannt auf der Couch sitzen. Meistens liegt das an einer neurologischen Dysfunktion. Schlimm ist das nicht. Aber störend. Und zwar ungemein störend. Wenn jedes Shirt, Kleid oder sogar dicke Pullis in Sekundenschnelle Schweißflecken zeigen, leiden Betroffene sehr.

Was hilft bei starkem Schwitzen gar nicht?

Um es gleich zu sagen: Nein, Hyperhidrose lässt sich nicht durch gewöhnliche Hausmittel lindern, wie Salbeitee oder das Tragen von Naturfasern. Was zwar bei leichter Transpiration wirkt, kommt nicht gegen das Maß der Schweißdrüsen-Überaktivität an, wie es beim starken Schwitzen von Achseln & Co der Fall ist. Und die Wahl der Kleidung hat keine regulierende Wirkung auf die vermehrte Schweißproduktion. Nur stinkt vollgeschwitzte Baumwolle weniger als Kleidung aus Kunststoff.

Ebenfalls wirkungslos sind gewöhnliche Deos. Sie enthalten Geruchsstoffe sowie antibakteriell wirkende Substanzen, die verhindern sollen, dass Schweiß unangenehm riecht. Im Gegensatz zu so genannten Antitranspirantien bewirken diese Deo jedoch nicht, dass die Schweißproduktion als solche gedrosselt wird. Menschen mit Hyperhidrose nutzen solche Deos als Theapie also nichts.

Behandlung bei Hyperhidrose: 5 Behandlungswege

1. Diagnose bei Arzt oder Ärztin einholen

Wer unter nassen Shirts oder feuchten Händen leidet, sollte immer das Gespräch mit einem Dermatologen oder einer Dermatologin suchen. Die Spezialisten können den Grad der Hyperhidrose einschätzen und eine geeignete Therapieform suchen. Sie wollen es mit einer Eigentherapie versuchen? Dann bitte ein paar Punkte beachten. Erstens: Beginnen Sie mit den mildesten Mitteln zuerst. Erst wenn Hausmittel nicht helfen, versuchen Sie es mit einem Antitranspirant.

2. Richtig waschen gegen Achselschweiß

Typischer Fehler: Wer unter Hyperhidrose leidet, versucht sich nicht nur mit Deos und Co zu helfen, sondern auch mit häufigem Waschen. Was passiert? Die Haut wird nach und nach immer trockener. Und so verändert sich auch ihr natürliches Bakterienmillieu. Es entsteht ein alkalischer pH-Wert, der vor allem solche Bakterien anzieht, die den Schweiß intensiver und unangenehmer riechen lassen. Experten empfehlen daher nicht häufiger, sondern vielmehr mit der richtigen Seife zu waschen: Sogenannte Waschsyndets reinigen ebenfalls, haben aber einen pH-Wert, der das Gleichgewicht der Haut nicht angreift und so unangenehmen Gerüchen vorbeugt. Achten Sie beim Kauf im dm auf einen ph-Wert von 5 oder 5,5 bzw. die Formulierung „seifenfreies Waschstück“.

3. Das richtige Deo verwenden

Antitranspirantien arbeiten in der Regel mit Metallsalzen, wie etwa Aluminiumsalz. Der Effekt: Die Metallsalze setzen sich wie kleine Korken auf die Ausgänge der Schweißdrüsen und verhindern so das Austreten von Schweiß. In geringen Konzentrationen gibt es solche Deo-Produkte in der Drogerie. Wer von Hyperhidrose stärker betroffen ist, findet stärker konzentrierte Produkte in der Apotheke. Am besten trägt man das Antitranspirant abends auf die betroffenen Stellen auf (weil nachts die Schweißdrüsen quasi inaktiv sind und die Wirkstoffe nicht ausspülen) und wendet es wie eine Kur an: Benutzen Sie das Produkt zunächst für eine Woche jeden Abend. Schlägt die Therapie an, kann es ausreichen, das Mittel nur noch ein bis zwei Mal pro Woche zu benutzen.

Wer zusätzlich morgens ein normales Deo benutzt, geht sicher, immer frisch und gut zu riechen. Achtung: Antitranspirantien nie auf frisch rasierte Haut auftragen, da jede Rasur Mikro-Verletzungen hinterlässt, sodass die Haut extrem empfindlich auf Metallsalze reagiert. Metallsalze sind immer wieder in Verruf, Krebs, Alzheimer oder andere Krankheiten auslösen zu können. Studien, die dies belegen, gibt es derzeit noch nicht.

4. Botox gegen starkes Schwitzen

Auch die moderne Dermatologie hat sich Methoden gegen starkes Schwitzen einfallen lassen. Beispielsweise wird das als Falten-Killer bekannte Nervengift Botox gegen Hyperhidrose eingesetzt. Es wirkt auf die Nervenimpulse der Schweißdrüsen und verhindert ihre übermäßige Aktivität. Die Botox-Behandlung ist recht kostspielig und muss in Abständen von circa sechs Monaten aufgefrischt werde. Allerdings übernehmen Krankenkassen bei der Diagnose Hyperhidrose einmal im Jahr die Kosten für die Behandlung.

5. Bei Hyperhidrose die Schweißdrüsen veröden lassen

Ebenfalls ihren Preis hat eine neue Methode, die dafür dauerhafte Ergebnisse verspricht: Das sogenannte MiraDry-Verfahren soll starkes Schwitzen für immer verschwinden lassen. Bei Therapie werden die Schweißdrüsen durch Thermowellen an den betroffenen Stellen verödet und damit zerstört. Mit welchen Kosten, Risiken und zu erwartenden Ergebnissen diese und andere dermatologische Methoden auskommen, ist mit einem Arzt oder einer Ärztin zu besprechen. Sie sind Experten auf ihrem Gebiet und finden für ihre Patienten eine gute Lösung. Schweiß ist nämlich störend. Aber gewiss nicht unbesiegbar!

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