Mutter im Wochenbett mit ihrem Baby
Liebe Mamas, gönnt euch Ruhe!

Wie lange im Wochenbett regenerieren: 9 Tipps

Plötzlich ist das Baby da. Und alles ist anders. Obwohl sich junge Mütter diesen Moment immer gewünscht haben, verlaufen die ersten Wochen nach der Geburt oft anders als gedacht. Welche Überraschungen das Wochenbett bereit hält:

Mit dem Moment der Geburt beginnt das Wochenbett. Circa acht Wochen dauert dieser Zeitraum. „Bemessen wird er am postpartalen Heilungsprozess, der in der Gebärmutter stattfindet“, sagt Beate Kayer, freie Hebamme und Vizepräsidentin des Österreichischen Hebammengremiums.  Aus Erfahrung weiß sie: Die Bedeutung des Wochenbetts wird (wieder) präsenter – und das ist gut so.

Doch zugleicht stellt die Expertin fest: „Der soziale Druck auf junge Mütter ist im Vergleich zu früheren Generation ein anderer geworden. Ich hab oft das Gefühl, die Frauen wollen oder sollen alles unter einen Hut bringen – Baby, Beruf und soziale Verpflichtungen. Wie soll das gehen?“ Sie empfiehlt Jungmüttern, sich den vielen ersten Momenten mit Baby ganz bewusst hinzugeben: „Die Prioritäten ordnen sich dann von ganz allein.“

9 Tipps, für das Wochenbett, die Sie kennen sollten

1. Körperliche Rückbildung: Was erwartet Sie im Wochenbett?

Im Wochenbett leistet der Körper große Arbeit: Er zieht das Gewebe zusammen, das sich über neun Monate ausgedehnt hat. Er produziert Muttermilch produziert, reguliert den Hormonhaushalt und lässt postnatale Wunden verheilen. Auch die Psyche steht vor einer Aufgabe. „Aus einer Frau ist nun eine Mutter geworden. Das ist ein enorm emotionales Ereignis. Und es ist vor allem nichts, das über Nacht geschieht“, sagt Kayer. Die Mutter-Kind-Bindung muss wachsen – von Tag zu Tag.

2. Was überrascht Frauen im Wochenbett am meisten?

Das ist sehr unterschiedlich. Doch „oft erzählen jungen Mütter, sie hätten die Intensität des Wochenflusses anders eingeschätzt oder nicht mit Verdauungsproblemen gerechnet.“ Verstopfung oder Hämorrhoiden sind häufige Begleiter nach einer Geburt. Ebenso sei das Stillen immer wieder ein Thema. „Auch das ist nämlich ein Lern- und Entwicklungsprozess. Anders als viele glauben, ist nicht sofort ausreichend Milch da. Die Milchbildung beginnt überhaupt erst in den ersten Tagen nach der Geburt. Bis sich das Stillen wirklich eingespielt hat, vergehen Tage oder Wochen.“

3. Achtung, Achterbahnfahrt: Babyblues im Wochenbett

„Auch ein leichter Babyblues kommt häufiger vor, als es sich junge Mamas denken und wünschen“, weiß die Hebamme. Hormonelle Veränderungen, Schlafmangel und vor allem das emotionale Einlassen auf den veränderten Alltag zehren an den Nerven. Auch das ist normal und okay. „Eben für diesen Prozess ist ja die Zeit des Wochenbetts gedacht. Mutter und Kind sollen sich an das neue Familienleben gewöhnen können“, sagt die Hebamme.

Gleiches gilt natürlich für den Papa. „Der kann seine Frau übrigens am besten unterstützen, indem er für Ruhe und die Organisation des Haushalts sorgt“, so die Expertin. Und das idealerweise über mehrere Wochen: Denn oft sind Neugeborene die ersten Tage pflegeleicht und schlafen viel und weinen wenig – aber das ändert sich nach ein, zwei Wochen!

4. Wochenbett genießen. Statt stressen lassen!

Das Wochenbett ist etwas Einmaliges. Es ist aufregend, anstrengend, aber auch schön. „Es sind Momente, die nicht wiederkommen. Und die man sich von nichts und niemandem nehmen lassen sollte.“ Das gilt übrigens nicht nur für Besuche, die einem eher lästig als lieb sind. Ebenso wie für moderne Frauenbilder, die oft nicht viel mit der Realität zu tun haben. „Es ist einfach nicht im Sinne der Natur, dass man wenige Tage nach der Geburt aussieht wie ein Topmodel. Oder bereits wieder Überstunden im Homeoffice schiebt. Natürlich muss das Leben irgendwann wieder weiter gehen. Aber eben noch nicht jetzt.

5. Gut vorbereiten und das Umfeld einbeziehen

In den ersten Wochen nach der Geburt kann und will man sich nicht mit lästigen Alltagsdingen beschäftigen. Idealerweise sind einige Mahlzeiten daher vorgekocht und eingefroren. Oder Sie setzen auf den Lieferdienst des Lieblingsitalieners. Auch Vorratseinkäufe besser im Vorfeld erledigen. Und was ist mit dem Haushalt? Nehmen Sie den Kindsvater in die Pflicht! Oder wünschen sich sich von Ihrem Freundeskreis, Hilfe beim Staubsaugen und Wäschewaschen: Das ist eines der besten Geburtsgeschenke, die man einer jungen Mama machen kann.

6. Besuch: Wer darf kommen?

Liebe Mamas, hört in dieser Frage auf euer Bauchgefühl. Wer sich zu müde oder emotional zerrissen fühlt, um Gäste zu empfangen, sollte diesen Wunsch durchsetzen. Ein offenes Wort sorgt bei den Besuchern für Verständnis. Wer es hingegen gar nicht erwarten kann, seinen kleinen Schatz der Oma oder Freunden zu zeigen, darf seine Liebsten natürlich willkommen heißen. Doch überfordern Sie sich nicht: Gäste können ihren Tee ruhig selbst kochen. Das ist nicht unhöflich, sondern nur im Sinne des Kindes. Nur eine entspannte Mutter ist eine glückliche Mutter.

7. Wie wäre es mit einer Handy-Pause?

Der schöne Schein sozialer Medien ist ebenso verlockend, wie trügerisch. Auch wenn wir eigentlich wissen, dass nicht alles real ist, was auf den Bildern so schön glänzt, entsteht dennoch ein unbewusster Druck durch diese Scheinwelt. Liebe Mamas, legt doch die Handys einfach mal zur Seite. Dank Digital Detox habt ihr mehr Zeit und Muße, um das zu fühlen, was gerade mit euch passiert: Ihr verschenkt euer Herz an euren kleinen Schatz. Von Tag zu Tag mehr.

8. Hilfe von Hebammen annehmen

Omas haben gute Ratschläge. Freundinnen auch. Aber eine Hebamme ist ein geschulter Profi in allen Fragen rund um Rückbildung, Gesundheit und Babypflege. Bei ihr sind sämtliche Sorgen und Nöte gut aufgehoben. Keine Frage ist unnütz oder gar zu peinlich.

9. Wochenbett = Wie lange liegen?

Wochenbett = Bettruhe? Nein! Die Medizin weiß längst: Strenge Bettruhe ist für die Rückbildung eher kontraproduktiv. Das Wort Wochenbett ist daher im übertragenen Sinne zu verstehen: Niemand sollte komplett im Bett bleiben, dafür aber überwiegend in den eigenen vier Wänden – und Stress vermeiden. Gegen leichte Spaziergänge (sofern sich Mama und Kind fit genug fühlen) ist nichts einzuwenden. Wichtig ist eben nur, dass immer ausreichend Zeit für Ruhe ist. Und zum Kuscheln. Das ist nämlich sooo schön!

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