Beauty-Mythen im Reality-Check

Veröffentlicht am 4. Januar 2019

Schokolade macht Pickel, oder? Gut gemeinte Beauty-Ratschläge gibt es genug, viele davon sind Unsinn.

Lippen einer jungen Frau hinter einem rosa Fenster.
Lippen einer jungen Frau hinter einem rosa Fenster.

Irrtümer über Pflege, Make-up und Co. Garantiert haben Sie einige dieser Weisheiten auch schon mal gehört? Wir leben zwar in einer modernen, aufgeklärten Welt, trotzdem gibt es sie, die Beauty-Mythen. Wir haben einige dieser unter die Lupe genommen.

Wussten Sie, dass…?

Macht Schokolade Pickel?

Nein! Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg, dass Schokolade zu Hautunreinheiten oder gar Akne führt. Die übermäßige Talgproduktion ist daran schuld, wenn die Poren verstopfen und Pickel entstehen. Und die wird hauptsächlich von den Hormonen beeinflusst. Trotzdem schadet es nicht, auf die Ernährung zu achten. Denn vitaminreiches Essen, genug Bewegung und frische Luft wirken sich auch auf das Hautbild aus.

Darf man nasses Haar glätten?

Nein. Damit das Haar keinen Schaden nimmt, sollte man Glätteisen (und Lockenstab!) ausschließlich auf trockenem Haar anwenden. Hitzeschutz hilft, den natürlichen Feuchtigkeitshaushalt des Haares zu erhalten. Einzige Ausnahme: „Wet & Dry“-Glätteisen. Diese haben eine spezielle Beschichtung, um die Reibung zu verringern und die Hitze besser zu verteilen. Dadurch wird das Haar geschont, auch wenn es nur handtuchtrocken ist.

Macht Lippenpflege süchtig?

Nicht direkt, aber tatsächlich gewöhnt sich der Körper an Lip-Balm und Co. Durch die Zufuhr von künstlicher Feuchtigkeit bleibt die oberste Hautschicht schön geschmeidig und trocknet nicht aus, so wie sie es normalerweise tun würde. Deshalb sieht der Körper auch keinen Grund, sie zu erneuern. Verzichtet man nach langer Zeit dann plötzlich auf den Balsam, dauert es etwas, bis der Körper den Wechsel bemerkt. In dieser Zeit können die Lippen tatsächlich rauer erscheinen. Aber keine Sorge, das Problem tritt nur vorübergehend auf und löst sich von selbst.

Wachsen die Haare auf den Beinen nach dem Rasieren stärker nach?

Nein, da trügt der Schein. Wenn kurze Stoppeln zum Vorschein kommen, wirken sie einfach dicker und robuster als längere Haare. Die glatte Schnittstelle vom Rasieren verstärkt den Effekt noch zusätzlich. In Wirklichkeit hat das Rasieren aber weder Einfluss auf das Wachstum der Haare noch auf deren Stärke.

Wer unreine Haut überschminkt, macht alles nur schlimmer?

Unsinn. Das Gerücht stammt noch aus Zeiten, in denen Make-up auf Reisstärke basierte, die dann aufquoll und die Poren verstopfte. Moderne Produkte lassen die Haut atmen und verursachen keine Unreinheiten. Manche helfen sogar, die Talgproduktion zu reduzieren, und können so Pickeln und Mitessern vorbeugen. Aber Achtung: Abschminken sollte man sich vor dem Schlafengehen trotzdem.

Bringt häufiges Bürsten mehr Glanz in die Haare?

Ganz im Gegenteil! Auch wenn man die Hände noch so beherzt vor dem Mund auf und ab schwingt, von der Atemluft werden sie nicht schneller trocken. Der feuchtwarme Atem verzögert sogar den Trockenvorgang, weil er die Lösungsmittel im Nagellack am Verdunsten hindert. Besser: Spezielle Quick-Dry-Produkte über den Lack geben oder gleich schnell trocknenden Nagellack verwenden.

Fördert häufiges Schneiden das Haarwachstum?

„Leider nein“, so Expertin Renate Harrer. „Das Haarwachstum wird von den Wurzeln gesteuert, da hat es keinen Einfluss , ob man die Spitzen kürzt oder nicht.“ Über rund einen Zentimeter Zuwachs pro Monat darf man sich freuen, viel mehr ist auch bei der besten Pflege nicht drinnen. Der Gang zum Friseur lohnt sich aber trotzdem, denn wer regelmäßig den Spliss wegschneiden lässt, beugt Haarbruch vor und wird mit einer gesünder aussehenden Mähne belohnt. Tipp für alle, die es gar nicht erwarten können, dass die Haare endlich lang werden: Im dm Friseurstudio kann man der Traummähne mit einer Haarverlängerung auf die Sprünge helfen.

Schädigt Whitening-Zahncreme die Zähne?

Nicht wenn man ein paar Dinge beachtet. Die Wirkung von Whitening-Produkten besteht darin, dass sie die Zähne gründlich reinigen und Farbablagerungen entfernen. Das wird durch feine Putzkörperchen erreicht. Man kann sich das wie bei Schleifpapier vorstellen – je weniger stark die Reibung ist, umso schonender ist es für die Zähne. Viele Produkte enthalten zudem Phosphate gegen Zahnstein, weil der oft mitschuldig an den Verfärbungen ist. Für Erwachsene mit gesunden Zähnen und Zahnfleisch ist das kein Problem. Für Kinder unter 12 Jahren, bei denen sich der Zahnschmelz erst bildet, sind solche Produkte aber ungeeignet. Wer unsicher ist, lässt sich am besten vom Zahnarzt beraten.

Wer mit Parfum in die Sonne geht, riskiert Flecken?

Tatsächlich können ätherische Öle wie Zitrone, Bergamotte oder Lavendel die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Das nennt man Fotosensibilisierung. Trägt man diese Öle in der Sonne, wird die Melaninproduktion der Haut angeregt und braune Flecken entstehen. Verhindern kann man das, indem man das Parfum nur auf Haare und Kleidung aufträgt – oder zu speziellen Sommerparfums ohne fotosensible Inhaltsstoffe greift. Tipp für alle, die dennoch nicht auf ihren Lieblingsduft am Körper verzichten möchten: Zu vielen Parfums gibt es auch eine passende Bodylotion.


4 Januar 2019 | Autor: Alexandra Degn | Fotos: Getty Images

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