Microneedling zu Hause: Was bewirken die Nadelstiche?

Beim Microneedling werden dutzende kleine Nadeln in die Haut gestochen - und Sie können es sogar zuhause selber machen. Klingt grausam. Macht aber angeblich schön. Und soll noch nicht mal wehtun. Warum das so ist? Weil hinter dem Treatment eine geniale Idee steckt.

Wir verraten Ihnen, ob sich Microneedling auch zu Hause rentiert.
Wir verraten Ihnen, ob sich Microneedling auch zu Hause rentiert.

Eigentlich ist unsere Haut ein Wunder: Sie reproduziert sich ständig neu, repariert Zellschäden und hält sich damit quasi von selbst jung, strahlend und schön. Einziger Haken: Diese Regenerationsfähigkeit verlangsamt sich ab dem 20. Lebensjahr. Stichwort: Early Anti Age! Genau aus diesem Grund haben Dermatologen das Microneedling für zu Hause erfunden; eine geniale Idee.

Was ist Microneedling?

Die Idee hinter dem Verfahren des Microneedling für zu Hause ist simpel: Es geht um eine Art Hilfe zur Selbsthilfe, indem die Haut durch winzige Nadelstiche („Needle“ heißt übersetzt „Nadel“) kontrolliert gereizt wird. Durch diesen Impuls werden die Regenerationsmechanismen der Hautzellen aktiviert und es kommt zu den gewünschten Erneuerungsprozessen. Die Haut bildet aus sich selbst heraus wieder mehr Kollagen und Elastin, so dass nicht nur die akuten Reizungen gelindert, sondern die Zellen auch darüber hinaus mit wichtigen Baustoffen aufgepäppelt werden.

Microneedling zu Hause: Wie funktioniert es?

Beim Microneedling zu Hause wird ähnlich wie bei der Behandlung in einem Kosmetikstudio ein so genannter Microneedling Roller eingesetzt. Es handelt sich um einen kleinen Stift, an dem dutzende hauchfeine Nadeln angebracht sind. Rollt man diesen über die gereinigte Haut entsteht nicht nur der gewünschte Impuls zur Hauterneuerung, sondern auch ein wichtiger Vorbereitungsschritt auf die nachfolgende Pflege. Durch das Microneedling wird die Haut nämlich durchlässig und so besonders aufnahmefähig für Wirkstoffe jeglicher Art.

Worauf achten, wenn Sie Microneedling selber machen?

Damit die Mini-Verletzungen wirklich regenerierende Wirkung zeigen und sich nicht versehentlich entzünden, ist eine gründliche Reinigung vor der Behandlung unerlässlich. Nach der Behandlung kann es zu leichten Rötungen kommen; das ist völlig normal. Die Haut sollte nun durch besonders nährende Masken oder Ampullenkuren gepflegt werden. Direkte Sonneneinstrahlung ist nach dem Microneedling zu Hause für mindestens zwei Tage tabu. Auch übermäßiges Schwitzen durch Sport oder Sauna ist nicht zu empfehlen.

Schmerzen? Wirkung? Was kann ich erwarten?

Da die Nadeln des Microneedling Rollers ultra-fein sind und auch nur wenige Millimeter in die Hautoberfläche eindringen, tut das Verfahren nicht weh. Es fühlt sich vielmehr an wie ein leichtes Kitzeln. Rötungen oder sogar eine leichte Schorfbildung nach der Behandlung sind dennoch normal; sie sind ein Zeichen dafür, dass die Haut wie gewünscht arbeitet. Am Folgetag hat sich das Hautbild in der Regel erholt und wirkt frischer, praller und ein wenig verjüngt. Dieser Effekt wird übrigens noch intensiver, je regelmäßiger man das Microneedling zu Hause wiederholt. Empfohlen wird die Durchführung im Abstand von circa drei Wochen. Schönheit ist am Ende nämlich Fleißarbeit. Also, dran bleiben!


3 Oktober 2019 | Text: Linda Freutel | Fotos: Stocksy

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