Babyakne: Das können Sie laut Kinderdermatologin dagegen tun
Rote Pünktchen, kleine Pickelchen oder gelbliche Knötchen – viele Babys entwickeln in den ersten Lebenswochen eine sogenannte Neugeborenen- oder Babyakne. Diese kann zwar besorgniserregend aussehen, ist jedoch völlig harmlos. Wie sie entsteht, wie man die empfindliche Babyhaut richtig pflegt und wann ein Arztbesuch sinnvoll ist, erklärt eine Kinderdermatologin.
Dr.med.univ Christine Maria Wagger ist Oberärztin mit Fachgebiet Kinder-Dermatologie in den Salzburger Landeskliniken.
Babyakne: Das können Sie laut Kinderdermatologin dagegen tun
Was ist Babyakne und wie wird diese behandelt? In diesem Video gibt Oberärztin Christine Wagger die Antworten.
Was ist Babyakne?
Von Babyakne (= neonatale Akne; Neugeborenen-Akne) spricht man, wenn kleine, meist rote Papeln oder Pusteln im Gesicht auftreten – vor allem an Wangen und Stirn. Die Erkrankung betrifft etwa jedes fünfte Neugeborene, Jungen etwas häufiger als Mädchen. Babyakne zeigt sich typischerweise in den ersten Lebenswochen, meist 2–4 Wochen nach der Geburt. Neben dem Gesicht können die Hautveränderungen auch an Brust, Rücken oder Bauch erscheinen. Die Erkrankung ist harmlos, verläuft selbstlimitierend und heilt in der Regel spontan und narbenfrei innerhalb weniger Wochen ab.
Ihr Baby leidet unter Koliken? Hier erklärt eine Hebamme, wie Sie Ihrem Kind helfen können.
Warum bekommen Neugeborene Babyakne?
Die genaue Ursache ist noch nicht abschließend geklärt. Vermutet wird eine Reaktion auf mütterliche Hormone, die nach der Geburt im kindlichen Blutkreislauf zirkulieren und die Talgdrüsen des Neugeborenen anregen. Auch die unreife Hautbarriere der Kleinen begünstigt die Entstehung. Zudem scheint bei manchen Babys eine Besiedelung mit sogenannten Malassezia-Hefen eine Rolle zu spielen. Wichtig: Babyakne entsteht nicht durch mangelnde Hygiene oder falsche Ernährung und ist keine Allergie.
Was hilft wirklich bei Babyakne?
In den meisten Fällen ist keine Behandlung notwendig. Babyakne ist eine selbstlimitierende Hautveränderung, die von allein wieder verschwindet.Die Abheilung kann durch die Reinigung der Haut mit lauwarmem Wasser oder einem milden, unparfümierten Reinigungsprodukt unterstützt werden. Vermieden werden sollten Manipulationen (kein Drücken, kein Reiben), Öle oder fetthaltige Salben, sowie Hautreizungen und übermäßige Wärme (z. B. durch zu warme Kleidung), da dies die Akne verschlimmern könnte. Bei ausgeprägten Fällen können Ärztinnen und Ärzte eine antimykotische Lokaltherapie (z. B. Ketokonazol-Creme) empfehlen, was jedoch selten erforderlich ist.
Sie möchten mit Ihrem Kind zum Babyschwimmen? Das sollten Sie vorher wissen.
Wie lange dauert Babyakne?
Babyakne heilt in der Regel nach wenigen Wochen vollständig und ohne Narben ab.Wann sollte ich mit meinem Baby zum Arzt?
Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn die Hautveränderungen sehr ausgedehnt sind oder ungewöhnlich aussehen (z. B. viele Pusteln mit gelblicher Flüssigkeit, große Papeln, Bläschen oder gelblich-krustige Beläge). Auch wenn das Baby zusätzlich Fieber, ein vermindertes Trinkverhalten oder andere Krankheitszeichen zeigt, kann dies ein Hinweis auf eine Infektion sein. Wenn die Hautveränderungen länger als 3–4 Monate bestehen, handelt es sich möglicherweise um eine Säuglingsakne (Akne infantum), die andere Ursachen hat und ärztlich abgeklärt werden sollte.
Wie viel Schlaf braucht ein Kind? Hier gibt’s die Antworten.