Babyschwimmen ist zwar super, Ihr Kind kann aber auch ohne gut groß wird.
Müssen wirklich alle mit?

Babyschwimmen: Vor- und Nachteile

Sie gehen mit Ihrem Kind nicht zum Babyschwimmen? Schräge Blicke von anderen Müttern können Sie locker weglächeln. Denn wir verraten Ihnen, warum Babyschwimmen zwar super ist, Ihr Kind aber auch ohne gut groß wird.

Wer einen Kindergartenplatz für sein Kind will, meldet es idealerweise schon vor der Geburt an. So weit so bekannt. Am besten sollten sich Eltern dann auch schon überlegen, ob sie mit ihrem Nachwuchs schwimmen gehen wollen. Denn um Babyschwimmen herrscht heutzutage ein Hype. In manchen Gegenden Österreichs sind die Plätze jedoch rar.

Wozu ist Babyschwimmen gut?

Hat man keinen ergattert, beschleicht viele Eltern das Gefühl, etwas zu versäumen. Dem Kind etwas vorzuenthalten. Es nicht genügend zu fördern. Denn wenn „alle anderen“ zur Eltern-Kind-Wassergymnastik gehen, muss es doch gut sein. (Dabei sollten Eltern lieber öfter das Handy aus der Hand legen.) „Das Kind versäumt nichts, wenn es nicht zum Babyschwimmen geht.“, sagt Ergotherapeutin Julia Lackner-Werner.

Ein Kind lernt zwar, sich an das Element Wasser zu gewöhnen und verbindet möglicherweise auch positive Emotionen damit. Aber nur, weil es im Kurs war, fällt ihm das Schwimmenüben später nicht zwingend leichter. „Denn das würde im Rückschluss auch heißen: Wenn meine Tochter als Kleinkind nicht Klavier lernt, dann lernt sie es später auch nicht“, sagt die Ergotherapeutin.

Babyschwimmen: Passt nicht für alle

Expertin Lackner-Werner war mit ihrer Tochter selbst als Säugling bei der gemeinsamen Wassergymnastik. Die positiven Effekte beschreibt sie so: „Wenn sich ein Kind im Wasser wohlfühlt, fördert der Kurs die motorischen Fähigkeiten. Lockeres Herumplantschen kombiniert mit kleinen Spielen und Kinderliedern regt außerdem alle Sinne an. Haben Mama oder Papa und Baby gemeinsam Spaß, stärkt das auch die Eltern-Kind-Beziehung.

Dennoch rät die Expertin Müttern trotz der positiven Effekte, sich nicht vom Hype unter Druck setzen zu lassen: „Denn Babyschwimmen ist nichts, was für jede Familie passt.“ Und eines ist auch sicher: Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen.

Baby anziehen und ins Auto oder den Kinderwagen setzen. Badesachen und Schwimmwindeln einpacken. Pünktlich beim Schwimmbad vorfahren. Sich selbst umziehen. Das Baby ausziehen. Es idealerweise vor dem Schwimmen noch Stillen. Gerade für Jung-Eltern kann das zur Challenge werden. „Wenn alle Beteiligten dadurch gestresst sind, kommt es, wie bei anderen Fördergruppen auch, nicht zu einer Förderung, sondern einer Überforderung von Kindern und Eltern.“ Und genau das ist kontraproduktiv und gilt es zu vermeiden.

Tipp: Wenn es gut zeitlich reinpasst, vom Ablauf stimmig ist und das Baby sich im Wasser wohlfühlt, dann ist die gemeinsame Wassergymnastik eine Bereicherung für die ganze Familie.

Was gegen Babyschwimmen spricht?

  • Wenn die vielen Sinneseindrücke dazu führen, dass das Baby überreizt.
  • Wenn sich die Essens- und Schlafenszeiten des Babys mit den Kurszeiten überschneiden.
  • Wenn Mama und Papa durch den Aufwand gestresst sind. Denn der Stress überträgt sich meist 1:1 aufs Baby.

Julia Lackner-Werner hat Erfahrung in der Arbeit mit Kindern. Sie war ursprünglich Pädagogin, sattelte dann auf Ergotherapie um. Darüber hinaus hat sie eine Ausbildung zur Kindermentaltrainerin absolviert.

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