Wenn das Kind krank ist und die Eltern sich keinen Urlaub nehmen können, helfen Notfallmamas.
Das wissen nur wenige Eltern

Kind krank, Urlaub aufgebraucht? Die Notfallmama hilft

Fieber, Grippe oder Scharlach stellen sich meist unangemeldet ein und die beste Planung auf den Kopf. Muss das Kind im Bett bleiben, schrillen bei berufstätigen Eltern die Alarmglocken. Wenn das Kind krank ist und der Pflegeurlaub aufgebraucht, dann hilft die Notfallmama!

Ein Kind verbessert das Leben seiner Eltern. Manchmal stellt es Mama und Papa aber auch vor größere und kleinere Herausforderungen. Wenn die Nase rinnt, der Kopf glüht, der Ausschlag juckt. An Kindergarten oder Schule ist da nicht zu denken. Wohin mit dem kranken Kind, wenn die Eltern berufstätig sind – und der Pflegeurlaub (im Amtsdeutsch: Pflegefreistellung) schon aufgebraucht ist? Nicht jede Familie hat das Glück, dass Großeltern spontan und schnell zur Stelle sind und die Betreuung der Kinder übernehmen können. Doch zum Glück gibt es die Notfallbetreuung. Eine Notfallmama kommt übrigens auch nach Hause, wenn die Eltern krank sind und sich nicht um das Kind kümmern können, oder wenn ein Geschwister ins Krankenhaus muss.

Pflegeurlaub vorbei? Ruf die Notfallmama an!

Hilfe kommt von den Notfallmamas. Unter der Hotline 0664/620 30 40 ist rund um die Uhr jemand erreichbar. In der Regel kann eine erfahrene Betreuerin innerhalb von acht bis zwölf Stunden organisiert werden. Und sie kommt bis zu drei Tage lang für mehrere Stunden, um das kranke Kind zu hüten. Das Schöne: Sie schenkt dem Kind Zeit und Zuwendung in der gewohnten Umgebung. Denn die Notfallmama kommt direkt zur Familie nach Hause.

Bei der Notfallbetreuung sind die Kinder in guten Händen. Und die Eltern können unbesorgt in die Arbeit gehen. Aber was, wenn Mama oder Papa selbst krank werden? Auch dann sind die Notfallmamas zur Stelle und kümmern sich um die gesunden Kinder, sodass der erkrankte Elternteil sich ausruhen kann. Die Hilfe kann übrigens auch in Anspruch genommen werden, wenn ein krankes Geschwisterkind dringend ins Krankenhaus muss.

Kranke Kinder in guten Händen

Hinter den Notfallmamas steht der Verein KiB (Kinder in Betreuung). In ganz Österreich sind über 500 Helferinnen – größtenteils ehrenamtlich – im Einsatz. Dazu kommen noch Betreuerinnen der Wiener Sozialdienste und der Tagesmütter Steiermark, mit denen KiB kooperiert. Vor allem für Alleinerziehende ist der Service enorm wichtig. Aber nicht nur, wie die Zahlen zeigen: Die Unterstützung wird von immer mehr Eltern genutzt. 2018 wurden in ganz Österreich 2.157 Kinder in rund 21.560 Einsatzstunden betreut, und es werden von Jahr zu Jahr mehr.

Vor allem in Städten ist die Nachfrage nach der Kinderbetreuung groß. „Aber auch in ländlichen Gebieten steigt der Bedarf, besonders in Graz Umgebung, im Burgenland, in Wels, im oberösterreichischen Mühlviertel oder im Salzburger Umland“, erklärt Eva Steinberger-Ritzinger vom Verein KiB. Deshalb brauchen die Notfallmamas auch Verstärkung. „Wir freuen uns über jede neue Notfallmama“, sagt Steinberger-Ritzinger. Wie sie sein sollte? Engagiert, zuverlässig, erfahren im Umgang mit Kindern und zeitlich flexibel.

Verein Notfallmamas

Ein krankes Kind bedeutet für Eltern Stress genug. KiB ist es daher wichtig, unbürokratisch und unkompliziert Hilfe zu leisten und die Kinderbetreuung sicher zu stellen. Die Mitgliedschaft für eine Familie kostet 14,50 € monatlich, egal, wie viele Kinder sie hat. Ein Großteil der Notfallmamas arbeitet ehrenamtlich, einige bekommen eine Aufwandsentschädigung. Die beträgt rund 8 € pro Stunde. Ein Teil davon kann über den Verein zurückgefordert werden.

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