Earth Day 2026: Diese 5 Fakten rund um erneuerbare Energien machen Mut
Inhaltsverzeichnis
- Was ist die Energiewende?
- Warum braucht es die Energiewende?
- Motto zum Earth Day 2026: „Our Power, Our Planet“
- 5 Fakten zu erneuerbaren Energien, die Mut machen
- 1. Die Energiewende ist unser größter Hebel, um CO2-Emissionen zu reduzieren.
- 2. Der Umstieg auf erneuerbare Energien lohnt sich auch finanziell.
- 3. Wir haben bereits alle Technologien, die für die Energiewende erforderlich sind.
- 4. 2025 war das erste Jahr, in dem weltweit mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde als aus Kohle.
- 5. Sogar aus alten Bohrlöchern lässt sich saubere Energie gewinnen.
Was ist die Energiewende?
Energie bestimmt unser Leben. Wir verbrauchen sie ständig – oft sogar, ohne es zu bemerken. Sei es der Treibstoff, der das Auto bewegt, oder die sogenannte „graue Energie“, also jene Energiemenge, die für den gesamten Lebenszyklus eines Produkts benötigt wird, von der Herstellung über den Transport bis zur Entsorgung.
Um Energie zu gewinnen, können unterschiedliche Energieträger genutzt werden. Man unterscheidet dabei zwischen erneuerbaren und fossilen Quellen. Erneuerbare Energien sind quasi unendlich vorhanden oder regenerieren sich durch natürliche Prozesse stets von selbst. Beispiele hierfür sind Sonnenenergie, Wind- und Wasserkraft sowie Erdwärme (Geothermie). Auch nachwachsende Rohstoffe werden für ihre Gewinnung genutzt. Fossile Energien setzen dagegen auf nicht erneuerbare Ressourcen wie Kohle, Erdgas oder Erdöl. Zuletzt gibt es noch die nukleare Energie, die durch Kernspaltung in Atomkraftwerken gewonnen wird.
Als Energiewende bezeichnet man den Übergang von der Nutzung fossiler und nuklearer Energieträger hin zu erneuerbaren Energieträgern.
Warum braucht es die Energiewende?
Auf welche Energieträger wir in der Gegenwart und Zukunft setzen, wird das Leben auf unserem Planeten entscheidend prägen.
Im Gegensatz zu erneuerbaren Energien sind fossile Energien nur begrenzt auf unserem Planeten verfügbar und zudem nicht künstlich herstellbar. Die Vorräte an Kohle, Öl und Gas sind vor Jahrmillionen entstanden und durch die Ausbeutung zunehmend erschöpft. Ihre Nutzung schädigt außerdem das Klima und die Umwelt massiv.
Bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe werden enorme Mengen an Kohlendioxid (CO2) und anderer klimaschädlicher Gase freigesetzt. Dadurch heizt sich die Atmosphäre auf. Zwischen 1990 und 2021 stiegen die globalen Treibhausgasemissionen um 51 Prozent. Besonders fatal: CO2 ist ein Gas, das sich durch die natürlichen physikalischen und biogeochemischen Prozesse im Erdsystem nur sehr langsam abbaut. Nach 1.000 Jahren sind immer noch 15 bis zu 40 Prozent davon in der Atmosphäre vorhanden. Der vollständige Abbau des CO2 zieht sich über mehrere hunderttausend Jahre. Alles an CO2, das wir jetzt emittieren, wird also voraussichtlich noch sehr, sehr lange im System verbleiben.
Und das hat Folgen – schon jetzt und in naher Zukunft. Laut dem UN-Umweltprogramm UNEP lag die globale Erwärmung im Jahr 2025 im Durchschnitt bei knapp unter 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. Das international vereinbarte Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, wird somit verfehlt. Bis zum Jahr 2100 könnte die Erwärmung bei 2,8 Grad liegen, wenn die Maßnahmen zur Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen nicht verschärft werden. Dabei macht jedes Zehntelgrad Erwärmung einen großen Unterschied.
Motto zum Earth Day 2026: „Our Power, Our Planet“
Höchste Zeit also, zu handeln! Dazu möchte der Earth Day 2026 aufrufen. Zum zweiten Mal in Folge steht dieser Aktionstag unter dem Motto „Our Power, Our Planet“. Auf der Website earthday.org gibt es eine globale Übersicht über sämtliche Veranstaltungen, die zwischen dem 18. und 22. April – dem Earth Day – stattfinden. So lassen sich Aktivitäten in der Nähe finden, an denen man teilnehmen kann.
ACTIVE BEAUTY hat anlässlich des Earth Day 2026 fünf ermutigende Fakten rund um erneuerbare Energien zusammengetragen.
5 Fakten zu erneuerbaren Energien, die Mut machen
1. Die Energiewende ist unser größter Hebel, um CO2-Emissionen zu reduzieren.
Laut dem World Resources Institute entfallen 75,7 Prozent der weltweiten Emissionen von Treibhausgasen zurzeit auf den Energiesektor. Nicht-Energiesektoren sind lediglich für ein Viertel der globalen Emissionen verantwortlich. Die Umstellung auf erneuerbare Energien ist also der größte Hebel im Kampf gegen die Klimakrise.
Zu den Emissionen des Energiesektors zählen die Erzeugung von Strom und Wärme (29,7 Prozent aller Emissionen), der Verkehr (13,7 Prozent), das verarbeitende Gewerbe und das Baugewerbe (12,7 %) sowie Gebäude (6,6 %). Auch diffuse Emissionen, also Treibhausgase, die bei der Förderung oder dem Transport von fossilen Brennstoffen freigesetzt werden, sowie die Emissionen aus der Verbrennung anderer Rohstoffe fällt in diesen Bereich.
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2. Der Umstieg auf erneuerbare Energien lohnt sich auch finanziell.
Ein Mythos, der sich hartnäckig hält, lautet: Erneuerbare Energien sind nur durch staatliche Subventionen wettbewerbsfähig. In den Anfangszeiten von Solarenergie & Co. in den 2000er-Jahren stimmte das auch. In der Zwischenzeit hat der technische Fortschritt aber Riesenschritte gemacht. Und eine Tatsache sollten wir nicht vergessen: Fossile Energien werden nach wie vor mit enormen Summen gefördert, in Österreich etwa durch das Dieselprivileg und die Mineralölsteuerbefreiung für die gewerbliche Luftfahrt.
Forschende des Wirtschaftsinstituts der Universität Oxford haben in einer Studie von 2022 festgestellt: Eine emissionsfreie Zukunft in rund 30 Jahren ist möglich und profitabel. Und je schneller die Energiewende vonstattengeht, umso günstiger wird sie. Bis 2050 könnten so etwa 12 Billionen Dollar eingespart werden. Für die Studie haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Tausende Energiewende-Modelle analysiert. Ein Ergebniss lautet: In den vergangenen 20 Jahren sind allein die Kosten für Solarkraft doppelt so schnell gesunken wie in den optimistischsten Modellen vorhergesagt.
Eine Studie der Stanford University aus dem demselben Jahr errechnete, dass die Energiekosten durch eine vollständig vollzogene Energiewende um 63 Prozent geringer wären als bisher. Werden auch die Vorteile für Gesundheit und Klima berücksichtigt, sinken die Energiekosten sogar um 92 Prozent.
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3. Wir haben bereits alle Technologien, die für die Energiewende erforderlich sind.
Die oben genannte Studie der Stanford University kam zu dem Ergebnis, dass ein globaler Umstieg auf erneuerbare Energien möglich ist, ohne dass dafür neue Technologien entwickelt werden müssen. Die Studie berücksichtigte nur Lösungen, die sich nicht negativ auf die Versorgungssicherheit, die Luftverschmutzung und den Klimawandel auswirken. Auch komplexe und noch nicht im industriellen Ausmaß erprobte Technologien wie blauer Wasserstoff sind demnach nicht erforderlich, um die ganze Welt auf erneuerbare Energien umzustellen.
4. 2025 war das erste Jahr, in dem weltweit mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde als aus Kohle.
Erneuerbare Energien nehmen immer mehr an Fahrt auf. 2025 war das erste Jahr in der Geschichte, in dem weltweit mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde als aus Kohle. Das veranlasste das renommierte Fachjournal „Science“ sogar dazu, den globalen Boom von grünen Energien zum „Wissenschaftlichen Durchbruch des Jahres“ zu küren.
Dieser Aufschwung ist vor allem einem Land zu verdanken, das sonst international für seine Umweltzerstörung und Klimabelastung kritisiert wird: China. Denn obwohl viele der Technologien zur erneuerbaren Energiegewinnung in den USA entwickelt wurden, fand deren Weiterentwicklung, Perfektionierung und industrielle Fertigung vor allem in China statt. China exportiert insbesondere in Länder des Globalen Südens und nach Europa. Dadurch konnten Wind- und Solarenergie in weiten Teilen der Erde zur kostengünstigsten Energiequelle aufsteigen.
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5. Sogar aus alten Bohrlöchern lässt sich saubere Energie gewinnen.
Auch wenn sämtliche Technologien, die für die Energiewende erforderlich sind, bereits vorhanden sind, tragen neue Erkenntnisse und Ansätze dazu bei, sie weiter voranzutreiben. Ein Beispiel dafür ist eine Technologie, die das Start-up „Greenwell“ entwickelt hat und die das Verfahren der Erdwärmenutzung optimiert, indem sie nicht mehr in Betrieb befindliche Bohrlöcher aus der Ölförderung nutzt.
Dabei versiegelt die Ölfirma zunächst das Bohrlochende, damit kein Öl mehr austreten kann. Nach ein paar Umbauten durch das Start-up wird kaltes Wasser in das Bohrloch geleitet, das mit einer Temperatur zwischen 35 und 70 °C wieder an die Oberfläche tritt. Zur Stromerzeugung, wie es klassische Geothermiekraftwerke tun, sind die umgerüsteten Bohrlöcher jedoch nicht effektiv genug. Allerdings: Um Gewächshäuser, die oft mit fossilen Brennstoffen beheizt werden, mit Wärme zu versorgen, reicht die Energie aus.