Eine Floristin die einen Blumenstrauß bindet
Blumen mit gutem Gewissen

Welche Blumensträuße gut zu Umwelt und Mensch sind

Blumensträuße sind wunderschön. Die Anbaumethoden dafür weniger. Wir stellen sieben Alternativen für nachhaltige Blumen und Blumensträuße vor: Bio, Fairtrade und mehr.

Wer Blumen kauft, hat meist nur Gutes im Sinn. Man will einem lieben Menschen eine Freude machen, Gefühle ausdrücken und Herzen berühren. Hinter der schönen Geste steht aber häufig die Ausbeutung von Umwelt und Menschen. Wussten Sie, dass:

  • Viele Blumen, die es hierzulande zu kaufen gibt, werden aus dem Ausland importiert. Sie werden mit dem Flugzeug nach Europa geflogen, was das Klima enorm belastet. Kenia gilt als Blumen-Exportland Nummer eins.
  • Die Menschen auf den Blumenfeldern arbeiten oft mit schädlichen Chemikalien und tragen keine Schutzmasken. Sie arbeiten unter schlechten Bedingungen und haben wenig Rechte.
  • Der Anbau der Pflanzen verbraucht enorm viel Wasser, obwohl in vielen Anbauländern Wasserknappheit herrscht.
  • Die örtlichen Ökosysteme leiden unter dem Blumenanbau. Denn die Pflanzen werden mit umweltschädigenden Pestiziden und Düngern gespritzt.

Die gute Nachricht: Es gibt zahlreiche Alternativen, zum Beispiel Bio-Blumen oder Fairtrade-Blumen. Nachhaltigkeit geht auch beim Schenken – hier kommen Tipps für fairtrade-Blumen:

1. Blüten am Blumenfeld pflücken

Gerade am Land sieht man immer wieder mal von Bauern oder Gärtnern angebaute Blumenfelder. Meist ist daneben gut sichtbar ein Schild mit der Aufschrift „Blumen zum Selberpflücken“ angebracht. Man kann, ähnlich wie auf einem Erdbeerfeld, seine Pflanzen selbst ernten und wirft dann je Blüte einen vorgegebenen Betrag in eine aufgestellte Kassenbox. Die Selberpflück-Saison beginnt im April mit den ersten Tulpen, ab Juli blühen Lilien, Gladiolen und Sonnenblumen. Dahlien oder Chrysanthemen wachsen auf Blumenfeldern bis in den Herbst hinein.

2. Wiesenblumen pflücken

Wer hingegen Wildblumen wie Margeriten oder Wiesenschaumkraut selbst pflücken möchte, sollte einiges beachten. Wiesenblumen dürfen nämlich eigentlich nicht gepflückt werden. Es gibt aber die Handstraußregelung. Sie besagt, dass man nur in geringen Mengen und für den persönlichen Gebrauch Blumen erntet. Allerdings muss man aufpassen, dass man nicht in Naturschutzgebieten sammelt und keine geschützten oder giftigen Pflanzen pflückt. Am besten schneidet man die Wildblumen mit dem Messer ab und nimmt sich immer nur einzelne Blumen, damit im nächsten Jahr wieder genug nachwachsen.

3. Bioblumen kaufen

Beim Kauf von Blumen oder Blumensträuße sollten biologisch angebaute Blüten bevorzugt werden. Bio-Blumen kommen ohne künstliche Pestizide und Düngemittel aus und sind deshalb umweltfreundlicher als herkömmliche, gedüngte Blumen. Aktuell sind Bio-Blumen noch eher schwer zu bekommen. Es macht aber Sinn, direkt beim Blumenhändler nachzufragen. Auch deshalb, um für das Thema zu sensibilisieren. Tipp: Ökologische Gärtnereien haben am ehesten auch Bio-Blumensträuße oder Bio-Schnittblumen im Sortiment. Auch auf dem Markt wird man vielleicht fündig.

4. Saisonale und regionale Blumen wählen

Was für Lebensmittel gilt, ist auch bei Blumen nicht anders: Regionale und saisonale Blüten sind am umwelt- und klimaschonendsten. Wie beim Essen auch, braucht es allerdings ein wenig Eigeninitiative, um wirklich zu den richtigen Schnittblumen oder Blumensträußen zu greifen. Es hilft, beim Blumenhändler aktiv nachzufragen, woher die Blumen kommen oder ob sie in beheizten Gewächshäusern gezüchtet wurden.  Denn das verschwendet oft mehr Energie als das Einfliegen von Blumen aus dem Ausland. Je mehr Menschen nach saisonalen, regionalen Blumen nachfragen, desto mehr solcher Blüten werden künftig auch angeboten werden. In der Zeit von Mai bis September gibt es die meisten Blumen aus Freiland-Anbau zu kaufen. Im Muttertags-Monat Mai sind das laut der Initiative Öko-fair vor allem Akelei, Hyazinthen, kleinblumige Nelken, Kornblumen, Margeriten, Pfingstrosen, Schwertlilien, Skabiosen, Tulpen und Veilchen.

5. Fair produzierte Blumen bevorzugen

Wer ökologisch denkt, greift grundsätzlich zu saisonalen und regionalen Blumen. Wenn es unbedingt Blumen aus dem weiter entfernen Ausland sein müssen, dann sind sie im Idealfall mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet. Das garantiert zumindest, dass die Menschen auf den Feldern unter fairen Bedingungen arbeiten und die Umwelt so gut wie möglich geschont wird. Klimaschonend sind Fairtrade-Blumen aber nicht. Erstens, weil sie viel Wasser brauchen, aber oft in Ländern mit knappen Wasservorräten gezüchtet werden. Zweitens, weil sie meist mit dem Flugzeug aus Ländern wie Kenia, Tansania oder Äthiopien eingeflogen werden.

6. Blumenstöcke statt Blumensträuße

Ein Blumenstrauß in der Vase sieht zwar wunderschön aus. Die Blüten verwelken aber meistens schon nach wenigen Tagen. Nachhaltiger ist da schon ein Blumenstock. Er sorgt zwar im ersten Moment für einen geringeren Wow-Effekt, dafür hat der oder die Beschenke viel länger Freude damit. Besonders schöne und saisonale Blumenstöcke zum Muttertag sind Hortensien, die es in vielen Farben gibt. Mit einer persönlichen Botschaft oder einer selbst gemachten Verzierung versehen, steht die Topfpflanze dem Blumenstrauß um nichts mehr nach. Bei der Wahl der Pflanze sollte natürlich ebenso auf Regionalität, Saisonalität und klimaschonende Anbaubedingungen geachtet werden. In letzter Zeit sind dem „Blumenbüro Österreich“ zufolge auch Pflanzen als Muttertagsgeschenk beliebt, die in den Garten gesetzt werden können. Dazu gehören etwa Rosenstöcke, Begonien, Gardenien oder Fuchsien.

7. Papierblüten kaufen oder basteln

Warum müssen es eigentlich immer frische Blumen sein? Papierblüten sind nicht nur hübsch anzuschauen, sondern auch ökologisch verträglich und extrem langlebig. Wie Papierblumen selbst gebastelt werden können, verraten zahlreiche Blogs, DIY-Videotutorials und Bastelbücher. Man braucht dazu nur wenig Material wie Krepp- oder Seidenpapier, Schere und Kleber. Und natürlich ein bisschen Übung und Fingerspitzengefühl. Zu kaufen gibt es Papierblüten auch oft in kleinen Papeterie- oder Kunstläden.

Blühende Geschäfte“ (Verlag oekom) von Silke Peters

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