Unverpackt ist in: 7 Wege, beim Einkauf Kunststoffverpackungen zu reduzieren
Wer beim Einkauf weniger Kunststoffverpackungen nutzen möchte, kann sofort und mit etwas Vorbereitung starten: Wiederverwendbare Sackerl, Obst- und Gemüsenetze oder eigene Boxen helfen dabei, Einwegverpackungen im Alltag zu reduzieren. Dazu noch etwas Know-how über passende Einkaufsorte, ein hilfreiches Mindset – und schon kann’s losgehen. Hier kommen die besten Tipps:
1. Auf die kleinen Obst-Plastiksackerl verzichten
Warum Einwegbeutel nutzen, wenn wiederverwendbare Obst- und Gemüsenetze verfügbar sind? In fast jedem Supermarkt bekommt man inzwischen Obst- und Gemüse-Netze mit praktischem Zugband, die lose Tomaten, Äpfel oder Mandarinen im Einkaufskorb beisammenhalten.
Wenn Sie auf zertifizierte Materialien achten möchten, wählen Sie Obst- und Gemüsenetze aus Baumwolle mit anerkanntem Textilsiegel, zum Beispiel GOTS oder Fairtrade Cotton. Die günstige Anschaffung lohnt sich: Die Netze sind vielfach wiederverwendbar und waschbar. Und nach dem Einkauf? Einfach wieder samt Stoffsackerl in die Handtasche legen, dann ist beim nächsten Einkauf alles griffbereit.
2. Lose Waren bevorzugen
Bei vielen Obst- und Gemüsesorten lässt sich Verpackung vermeiden, wenn lose Ware angeboten wird. Greifen Sie nach Möglichkeit zu unverpackten Produkten. Wenn Sie Bio-Produkte wählen möchten, achten Sie auf eine anerkannte Bio-Zertifizierung, zum Beispiel nach EU-Bio-Verordnung.
Bei Obst und Gemüse lässt sich das oft gut realisieren – siehe Punkt 1. Übrigens: Ob Gurken lose oder verpackt besser schmecken, ist natürlich Geschmackssache. Wer lose Ware wählt, kann aber Kunststoffverpackung beim Einkauf reduzieren.
3. Zu Mehrweg, Glas und Papier greifen
Bei vielen flüssigen Produkten wie Milch, Joghurt oder Pastasauce gibt es Varianten im Glas. Mehrweg-Pfandgläser können Verpackungsabfall reduzieren, wenn sie mehrfach wiederbefülltwerden. Die Umweltbilanz hängt unter anderem von Transportwegen, Umlaufzahl, Reinigung und Recycling ab.
Einweg-Gläser können wiederverwendet oder über den Glascontainer recycelt werden. Das Recycling von Glas benötigt Energie für Sammlung, Aufbereitung und Einschmelzen.
Papier- und Kartonverpackungen können eine Alternative zu Kunststoffverpackungen sein. Achten Sie darauf, ob sie unbeschichtet sind und im Altpapier entsorgt werden können. Beeren, Cocktailtomaten und ähnliche Produkte werden immer öfter in Pappboxen angeboten.
Auch Wurst, Fleisch, Fisch, Käse und Brot lassen sich je nach Geschäft in Papier, Wachspapier oder mitgebrachten Boxen transportieren. So lässt sich Einwegplastik beim Transport reduzieren.
4. Auf den Markt gehen
Auf vielen Märkten werden Obst, Gemüse und andere Lebensmittel lose angeboten. Hier kann man einen Plausch mit den Verkäuferinnen und Verkäufern halten, sich die Lebensmittel in Ruhe aussuchen und in das obligatorische Einkaufsaccessoire für den Markt legen – den mitgebrachten Korb natürlich.
5. Für Reisen klug vorausplanen
Mit etwas Vorbereitung lässt sich unterwegs Verpackungsmüll reduzieren: Richten Sie sich zuhause Essen und Trinken her. Ein einfaches Mehrweg-Set hilft dabei: ein leeres Schraubglas fürs Müsli, ein Bienenwachstuch fürs Sandwich, eine Thermosflasche oder ein Thermobecher für Kaffee oder Tee.
Wer Proviant von zu Hause mitnimmt, kann Einwegverpackungen vermeiden, die beim Kauf von Snacks und Getränken unterwegs häufig anfallen. Praktisch für unterwegs ist wiederverwendbares Besteck, zum Beispiel ein leichter Spork aus Holz oder Edelstahl. Er ist leicht, vielseitig einsetzbar und hilft, Einmal-Plastikbesteck zu vermeiden.
6. Ein Abo für die Gemüsekiste abschließen
Gesund und regional essen, ohne das Haus zu verlassen? Das geht. Mit Gemüsekisten von Bio-Betrieben können Sie Lebensmittel nach Hause liefern lassen. Achten Sie auf eine anerkannte Bio-Zertifizierung, zum Beispiel nach EU-Bio-Verordnung, und auf Angaben zur Herkunft der Produkte.
Einfach mal die verschiedenen Anbieter in Ihrer Region durchprobieren und gegebenenfalls ein Abo abschließen. Ungeliebte Gemüse kann man bei vielen Anbietern jede Woche online aussortieren, Wunschkandidaten dazuordern.
Ein gebündelter Lieferservice kann Einkaufsfahrten ersetzen. Ob dadurch Kraftstoff eingespart wird, hängt unter anderem von Lieferroute, Fahrzeugtyp, Kundendichte und Entfernung zum Geschäft ab. Viele Anbieter liefern in wiederverwendbaren Mehrweg-Boxen, die bei der nächsten Lieferung zurückgegeben werden können. So kann weniger Kunststoffverpackung im Haushalt anfallen.
7. Kunststoffverpackungen bewusster vermeiden
Weniger Einwegplastik im Alltag beginnt mit bewussten Einkaufsentscheidungen. Wer erst einmal den Blick dafür entwickelt, wird kritischer. Nicht korrekt entsorgter Kunststoff kann in die Umwelt gelangen. Deshalb ist es sinnvoll, Einwegplastik möglichst zu vermeiden und Kunststoffabfälle richtig zu entsorgen.
Auch beim Recycling lohnt sich ein genauer Blick: Wie gut Kunststoff recycelt werden kann, hängt von Material, Sortierung und Recyclinginfrastruktur ab. Deshalb hilft es, Verpackungen zu vermeiden, die schwer recycelbar sind.
Und plötzlich drängen sich Fragen auf: Brauche ich dieses Plastiksackerl wirklich? Kann ich das auch in Papier statt in Folie gewickelt haben? Was kann ich im Unverpackt-Laden kaufen? Wer sich solche Fragen stellt, kann Schritt für Schritt weniger Einwegplastik verwenden und im Alltag Einwegverpackungen reduzieren.
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