Kind in Trotzphase: Von terrible twos und Wutmonstern: Ein kleines Mädchen im rosaroten Bärenbademantel das trotzig weint
Wann ist das endlich vorbei?

Kind in Trotzphase: 5 Tipps, wie Eltern die „terrible twos“ überstehen

Vor einer Minute noch das süßeste Kind der Welt, steht trotzt vor einem ein wütender Zwerg: Wie Eltern auf die Trotzphase mit Zweijährigen reagieren, warum sie für Kinder wichtig ist – und wann die Phase mit den terrible twos vorbei ist.

Ihr Kind tobt durch das Wohnzimmer und schmeißt wild mit Bausteinen um sich, weil Sie ihm Schokolade zum Abendessen verweigern? Es brüllt wie am Spieß, so dass auch der Nachbar zwei Etagen tiefer zusammenzuckt, weil es bei minus sieben Grad und starkem Schneetreiben keine Sandalen anziehen darf? Es wirft sich in der Fußgängerzone tobend auf den Boden, weil Sie ihm kein Eis kaufen? Willkommen in der Trotzphase. Sie gehören jetzt zu den Eltern mit „terrible twos“, den „furchtbaren Zweijährigen“, dem Kind, das trotzt.

Jetzt ist die Zeit des Babyalters vorbei, in dem sich Probleme und Schmerzen einfach wegstreicheln ließen. Jetzt wird es anders anstrengend: Die Trotzphase beginnt. Und wohl jedes Elternteil dieser Welt fragt sich: Wann ist diese Trotzphase vorbei oder bleibt die für immer?

Terrible twos: Wie auf die Trotzphase reagieren?

Trotzige Kinder tanzen Tango auf dem Nervenkostüm ihrer Eltern. Und das beinahe täglich. Die Trotzphase beginnt meist um das 18. Lebensmonat und kann bis zum 6. Lebensjahr dauern. Wobei die Hochphase in der Regel zwischen dem 2. und 3. Geburtstag ist. Und in dieser Zeit sind tägliche Wutanfälle nicht die Ausnahme, sondern (leider) eher die Regel. Im englischsprachigen Raum wird daher auch von den „terrible two“ gesprochen.

Natürlich trotzt nicht jedes Kind in der gleichen Intensität. Und es gibt auch Kinder, die die Trotzphase komplett überspringen. Aber eines gleich vorweg: Sie haben als Eltern nichts falsch gemacht und nicht in der Erziehung versagt, wenn Ihr Kind öfter trotzt. Aber auf die Trotzphase reagieren? Eines vorab: Jede Trotz-Situation ist anders, daher müssen Sie als Eltern jedes Mal neu sich etwas überlegen. Aber es gibt natürlich Erziehungstipps, die immer gelten.

Warum trotzt ein Kind?

Kinder beginnen in dem Alter, ihren eigenen Willen zu entwickeln. Sie lernen, dass sie selbst Dinge bewirken, sogar eigene Entscheidungen treffen können. Und sie versuchen, ihren eigenen Kopf durchzusetzen. Kurzum: Kinder testen aus, was geht und was nicht. Und das ist auch gut so. Das Schwierige an der ganzen Sache: Die meisten Trotzanfälle beginnen ohne Vorwarnung, sondern brechen aus heiterem Himmel auf Eltern herein. Oft kann eine Kleinigkeit die Initialzündung für eine explosionsartige Entladung der Gefühle sein.

Das Spektrum der Anfälle variiert. Es reicht von sporadischer Bockigkeit über nicht enden wollendes „Ich will aber!“ bis hin zu Wutausbrüchen der Oberklasse, inklusive hysterischem Geschrei, wildem Treten und wütendem um sich Schlagen.

Terrible Two: 5 Tipps für Eltern mit Kind in Trotzphase

  1. Ruhe bewahren

    Schwierig, aber oberstes Gebot: Auch wenn das Kind noch so tobt und trotzt, sollte man selbst versuchen, möglichst ruhig zu bleiben. Nicht (zurück-)schreien und nicht schimpfen, sondern tief durchatmen und die Emotionen des Kindes zulassen – jeder Trotzanfall geht vorbei.

  2. Verständnis zeigen

    Verständnis zeigen heißt nicht, einverstanden zu sein: Die Botschaft an das Kind muss lauten, dass die Gefühle erlaubt sind, es sich ärgern darf und Sie als Eltern auch den Ärger verstehen. Aber trotzdem bleiben Sie konsequent und geben dem Kind nicht das gewünschte Eis beziehungsweise beschränken nicht erlaubte Handlungen.

  3. Rein in die Wutecke

    Wut kanalisieren und entsorgen lassen: Sie können eine Wutecke in der Wohnung schaffen, in der das trotzende Kind seine Emotionen herauslassen kann. Zum Beispiel einen Platz mit vielen Polstern, wo es draufhauen kann, ohne andere oder sich selbst zu weh zu tun.

  4. Gefühle ansprechen

    Reden Sie nicht auf Ihr Kind ein, wenn es trotzt. Aber sprechen Sie kurz und knapp seine Gefühle an, etwa „Dich macht es jetzt wütend, dass wir kein Spielzeug kaufen, aber wir gehen jetzt.“ Kind in dem Alter können ihre Gefühle selbst noch nicht benennen, daher hilft es ihnen, wenn Erwachsene dies für sie tun.

  5. In den Arm nehmen

    Bringt während des Wutanfalls wenig, ist danach aber ganz wichtig: Lässt die Wut nach, das Kind in den Arm nehmen und ihm zeigen, dass Sie es lieben. Denn auch für Kinder sind diese Anfälle anstrengend und verwirrend.

Warum die Trotzphase so wichtig ist?

Wutanfälle lassen sich nicht vermeiden, aber sie lassen sich begrenzen. Ausbrüche entstehen gerne in Situationen, in denen Kinder müde, hungrig oder überfordert sind. Daher Einkäufe mit hungrigem Kind wenn möglich vermeiden. Auch verlässliche Regeln und ritualisierte Abläufe, wie zum Beispiel beim Schlafengehen, geben dem Kind einen fixen Rahmen und es kommt erst gar nicht auf die Idee, Grenzen auszureizen.

Für Eltern ist dieser Lebensabschnitt eine enorme Geduldsprobe. Für das Kind hingegen ist er unverzichtbar. Denn in dieser Zeit wird der Grundstein dafür gelegt, ob es sich als Erwachsener an Regeln halten, seine Gefühle regulieren und mit Stress und Frust umgehen kann. Alles Dinge, die für ein soziales Miteinander enorm wichtig sind.

Und eines sollten Eltern auch nie vergessen: Kein Kind in der Trotzphase will seine Eltern durch seinen Trotz beleidigen oder ihre Liebe und Geduld auf die Probe stellen. Auch wenn es sich manches Mal so anfühlen mag.

Und wann ist die Trotzphase vorbei? Das ist unterschiedlich von Kind zu Kind, aber spätestens mit 6 Jahren sollte die Entwicklungsphase abgeschlossen sein.

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