Sehnsüchte wahr werden lassen: Warum Ihr Leben nicht sinnlos ist
Auf dem Weg zum Glück

Wie kann ich meine Sehnsüchte wahr werden lassen?

Jeder kennt das ungute Gefühl, als sei das eigene Leben irgendwie sinnlos. Doch Logotherapeut Christoph Schlick sagt: Dieses eigentlich vernichtende Gefühl birgt die große Chance, Ihr Leben endlich aktiv zu gestalten. Worauf kommt es an?

Häufig hasten wir einfach durch das Leben und haben uns an die Schnelllebigkeit so gewöhnt, dass sie uns nicht mehr auffällt. Man funktioniert, organisiert, konsumiert. Selten lebt man im Moment und ist ganz bei sich. Die Folge: Wir fühlen uns leblos, leer und ausgelaugt.

Noch häufiger folgen danach die Fragen: Macht mein Job Sinn? Brauche ich eigentlich immer Ziele im Leben? Oder darf es auch ohne Anspruch gehen? Und wenn ja, wohin gehen wir dann? Um tiefe, innere Sehnsüchte zu verwirklichen reichen vier Schritte, die – zugegeben – nicht einfach sind. Christoph Schlick, Logotherapeut und psychologischer Berater aus Salzburg, hilft uns dabei auf die Sprünge: (Schritt 0 ist es übrigens, es sich in den eigenen vier Wänden gemütlich zu machen.)

Ihr Leben scheint sinnlos? 4 Schritte, wie Sie Ihre Sehnsüchte verwirklichen

  1. Wer bestimmt was sinnvoll ist?

    Ob etwas für jemanden Sinn hat, hängt immer davon ab, ob es für die Person wichtig ist. Das ist von Person zu Person sehr unterschiedlich. Manche Menschen haben eine Vision von ihrem Leben, einen Grundtenor, der sich wie ein roter Faden durchzieht. Für andere ist das nicht so klar. Die große Freiheit, die wir aktuell verspüren, kann der einen oder anderen Person Unbehagen bereiten – und die Frage erzeugen: Warum fühlt sich mein Leben sinnlos an? Um den Sinn in etwas – und auch dem eigenen Leben – zu bestimmen, hilft es, sich immer wieder zu fragen: Was will ich eigentlich? Und bin ich auf dem Weg dahin? Lebe ich danach?

  1. Herausfinden, was wirklich wichtig ist

    Dieser Schritt ist vermutlich der schwierigste. Denn an dieser Stelle müssen Sie innehalten und sich intensiv mit sich selbst auseinandersetzen. Um herauszufinden was Ihnen wichtig ist, müssen Sie Ihre Werte kennen. Die Sinnforschung bezeichnet dies als Frage des „Deins“. Man kann also sehr glücklich leben, wenn man die Werte der Familie übernimmt, aber man sollte dabei reflektieren und hinterfragen: Sind das wirklich auch meine Werte? Was ist mir eigentlich wichtig?

  2. Haltung einnehmen und danach leben

    Der nächste Schritt auf dem Weg zum erfüllten Sein: Diese neu entdeckten Werte auch tatsächlich zu leben. Haltung bedeutet für viele Menschen eine starre, unflexible und harte Schale aufzubauen. Dabei geht es eigentlich darum, herauszufinden, was das Innen will – und alle Entscheidungen vor dieser Schablone zu treffen. Entscheiden Sie sich alles aus der Haltung der Liebe, Dankbarkeit, des Humors oder der Hoffnung zu erleben, wird das auch Ihre Zukunft in diese Richtung formen.

  3. Sehnsüchte tatsächlich realisieren

    Wenn Sie nun also das Grundgerüst Ihres Selbst geformt haben, wissen Sie, unter welchen Voraussetzungen Sie Entscheidungen und Handlungen treffen und mit welcher Motivation Sie Dinge anstreben. Nun wird es Zeit, tiefe Wünsche umzusetzen. Die Frage: „Warum mein Leben sinnlos ist“ scheint nun nicht mehr so prägnant. Denn der Sinn ist unmittelbar greifbar. Was zuvor so schrecklich weit entfernt ausgesehen hat, ist nun machbar: Denn Sie wissen schließlich jetzt, wer Sie sind, was Sie ausmacht, was Sie glücklich macht. Fahren Sie also in diesen Urlaub, gehen Sie alleine wandern und beginnen Sie den Sport- oder Töpferkurs, den Sie immer schon einmal machen wollten. Kaufen Sie das Haus am Meer oder die Hütte im Wald. Es geht schlussendlich darum, Ihrer Zeit denjenigen Sinn zu verleihen, den Sie sich wünschen.

Christoph Schlick ist Logotherapeut und psychologischer Berater. 1961 in Graz gebo­ren, studierte er in Graz, Salzburg und Rom Theologie und Jus und lebte 24 Jahre lang als Benediktinermönch in einem Kloster. Er begegnete schon als Jugendlicher dem Wiener Neurologen und Psychiater Viktor Frankl und machte eine Ausbildung in Logo­therapie und Existenzanalyse. Nach seinem Austritt aus dem Orden gründete er im Jahr 2001 das „SinnZENTRUM“ in Salzburg. Dort unterstützt er Menschen dabei, ihren Sinn des Lebens zu finden. christophschlick.com

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