Ob es der Kuchen ist, den man für den Schulbasar gebacken hat, oder die Orga für die Klimagruppe: Dieses Gefühl von Vorfreude auf die Freude der anderen und von Sinnhaftigkeit unseres Tuns ist ausgesprochen angenehm. Dass es nebenher noch Stresshormone abbaut, das Gehirn stärkt und uns sogar länger leben lässt, macht die Unterstützung anderer zu einer Art Zaubermedizin für uns selbst. Und so wirkt sie: Wenn wir uns sozial einsetzen, schaltet der Körper aus dem üblichen Dauer-Alarmmodus in einen ruhigeren Zustand, der Spiegel des Stresshormons Cortisol sinkt. Das entlastet das Immunsystem, schont die Gefäße (gut fürs Herz!) und reduziert stille Entzündungen. In Studien geht eine gute soziale Einbindung mit einer deutlich geringeren Sterblichkeit einher. Einige Effekte kann man auch schon unmittelbar spüren, zum Beispiel die Freude: Hilfsbereitschaft aktiviert im Gehirn Regionen, die Dopamin und Endorphine ausschütten. Das erzeugt ein warmes, klares Gefühl von Freude, ähnlich wie nach dem Sport, nur mit sozialem Glanz. Auch unser Gehirn profitiert von sozialem Engagement: Das Aktivsein im Ehrenamt kann sich positiv auf die kognitive Leistungsfähigkeit der Helfenden auswirken, wie eine Studie der Universität Erlangen-Nürnberg herausfand. Es mindert drei wichtige Risikofaktoren für Demenz: soziale Isolation, körperliche Inaktivität und Depressionen. Weil Frauen häufiger leiden, profitieren sie erfreulicherweise auch besonders von diesem positiven Effekt des Helfens. Der nette Kontakt mit anderen hat noch eine weitere schöne Wirkung: Er setzt Oxytocin frei. Dieses Hormon wirkt wie ein biochemischer sozialer Kleber, der das Vertrauen in unsere Mitmenschen fördert – gerade in diesen Zeiten ein extrem kostbares und wohltuendes Gut.