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„G-Beauty“: Das steckt hinter dem internationalen Beauty-Hype
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Pur & effektiv

„G-Beauty“: Das steckt hinter dem internationalen Beauty-Hype

„Made in Germany“ – das ist für viele ein Gütesiegel. „G-Beauty“ erlebt gerade einen internationalen Boom. Nicht nur Stars wie Kim Kardashian oder Victoria Beckham haben deutsche Kosmetikmarken für sich entdeckt, auch in Asien ist die Nachfrage groß. ACTIVE BEAUTY erklärt, woher der Trend „G-Beauty“ kommt und welche deutschen Brands so beliebt sind.

Was ist „G-Beauty“ und wofür steht sie?

„G-Beauty“ ist ein Trend-Begriff und bedeutet „German Beauty“. Gemeint sind damit Hauptpflegeprodukte, die in Deutschland entwickelt und (bei vielen Marken) auch dort produziert werden, und im weiteren Sinne auch Beauty-Routinen, für die unser Nachbarland bekannt ist.

Das Wort „G-Beauty“ ist eine Analogie zur „K-Beauty“ („Korean Beauty“). Diese war in den vergangenen Jahren ein großer, internationaler Beauty-Trend mit Fokus auf Multi-Step-Routinen. Im Gegensatz dazu setzt „G-Beauty“ auf wenige, dafür aber essenzielle Steps in der täglichen Beauty-Routine: Reinigung, eventuell ein Gesichtswasser und abschließend die Pflege.

„G-Beauty“ steht somit für Reduktion auf das Wesentliche bei zugleich höchster Qualität. Kosmetikprodukte, die in Deutschland auf den Markt kommen, müssen strengste Standards erfüllen. Viele Inhaltsstoffe, die in anderen Ländern erlaubt sind, sind dort verboten. Zudem werden die Produkte garantiert nicht an Tieren getestet. Daher genießt Kosmetik aus Deutschland international ein hohes Ansehen.

Häufig handelt es sich bei „G-Beauty“ um eine funktionale, oft ärztlich entwickelte Pflege, die wissenschaftlich basiert ist. Aber auch für eine weitere Eigenschaft ist „G-Beauty“ bekannt: Bei vielen Kosmetikprodukten „made in Germany“ handelt es sich um Naturkosmetik, die nach den höchsten Standards ausgezeichnet ist, etwa mit den Siegel NATRUE oder COSMOS/ECOCERT.

Warum ist „G-Beauty“ so ein großer Trend?

Früher hatte deutsche Kosmetik ein solides, aber etwas verstaubtes Image. Die großen Trends dominierten andere Märkte. Das hat sich nun gewandelt. Vor allem in den USA und in Asien gilt „G-Beauty“ als das Must-have im Kosmetikschrank schlechthin.

Die neue Beliebtheit liegt unter anderem daran, dass die Endverbraucherinnen und -verbraucher heutzutage viel besser informiert sind als früher. Wissen über Inhaltsstoffe und Forschungsergebnisse rund um das Thema Hautpflege ist online verfügbar. Das Resultat ist auch eine größere Skepsis gegenüber Marketingversprechen.

Zudem macht sich möglicherweise eine gewisse Trendmüdigkeit bemerkbar. „G-Beauty“ steht für nachhaltige Wirksamkeit und Beständigkeit und nicht für kurzfristige, virale Hypes. Nicht zuletzt weiß man aus der Trendforschung: Zu jedem Trend gibt es irgendwann einen Gegentrend.

Eines darf man aber nicht missverstehen: Zwar springt „G-Beauty“ nicht auf jeden Trend auf, das bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht innovativ ist. Wissenschaftliche Forschung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Neueste Erkenntnisse aus der Hautforschung fließen daher stets in die (Weiter-)Entwicklung deutscher Kosmetikprodukte ein. Aufgrund dieser wissenschaftlichen Basis genießt „G-Beauty“ auch das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten.

Welche deutschen Kosmetikmarken gibt es?

Nivea

Die erste deutsche Kosmetikmarke, die international erfolgreich wurde, ist Nivea. 1911 entwickelte Dr. Isaac Lifschütz den Emulgator Eucerit, der es ermöglichte, Öl und Wasser zu einem feinen, stabilen Gemisch zu vermengen. Der Apotheker und Inhaber des Unternehmens Beiersdorf, Dr. Oscar Troplowitz, erkannte, dass diese Wasser-in-Öl-Emulsion die perfekte Basis für eine kosmetische Hautcreme wäre. Dank ihrer schneeweißen Farbe erhielt die berühmte Creme in der blauen Dose auch ihren Namen: „Nivea“ leitet sich vom lateinischen Wort „nix, nivis“ für Schnee ab.

Heute arbeiten mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung, um die Nivea-Produkte weiterzuentwickeln. In der Unternehmenszentrale in Hamburg beschäftigt sich sogar ein eigenes Labor mit Forschungen zu asiatischen und lateinamerikanischen Hauttypen und Klimabedingungen.

Bekannter Klassiker

„Pflegecreme“ von Nivea

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Kneipp

Die Wurzeln der Marke reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Damals lernte der berühmte deutsche Kräuterpfarrer und „Wasserarzt“ Sebastian Kneipp den Würzburger Apotheker Leonhard Oberhäußer kennen. 1891 übertrug er seinem engen Freund und Geschäftspartner die exklusiven Rechte, pharmazeutische und kosmetische Produkte sowie diätetische Lebensmittel unter seinem Namen und mit seinem Bild zu entwickeln, herzustellen und zu vertreiben. Damit war der Grundstein für die Marke Kneipp gelegt. Bis heute findet die Produktion zum Großteil in Deutschland statt. Dort beschäftigt das Unternehmen mehr als 500 Menschen, weltweit sind es rund 700.

Aus Mandel, Jojoba und Sonnenblume

„Pflegeöl Sensitiv“ von Kneipp

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M. Asam

Das Kosmetikunternehmen Asam wurde 1963 von Ingrid und Erich Asam in Berlin ins Leben gerufen. Dort wurden die ersten Kosmetikprodukte produziert und abgefüllt. Ende der 1960er-Jahre übersiedelte die Firma nach Beilngries in Oberbayern. Der Sohn des Ehepaars, Marcus Asam, übernahm die Firma gemeinsam mit seiner Frau Mirjam und gründete im Jahr 2000 die M. Asam GmbH. Die Rezepturen werden in den eigenen Labors im Headquarter in Unterföhrung bei München entwickelt, die Produktion liegt nach wie vor in Beilngries im Altmühltal.

Intensive Feuchtigkeit

„Gesichtscreme Aqua Intense Supreme Hyaluron“ von M. Asam

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sebamed

Auch diese international bekannte deutsche Marke hat eine medizinische Gründungsgeschichte vorzuweisen: Der sebamed-Firmengründer Dr. med. Heinz Maurer startete seine Karriere in den 1950er-Jahren als Assistenzarzt in der Dermatologie der Universitätsklinik Bonn. Viele der von ihm behandelten Patientinnen und Patienten mit Ekzemen durften sich nicht waschen, weil die herkömmlichen Seifen die Haut zu stark reizten. Dr. Maurer widmete sich daraufhin der Aufgabe, hautschonende Reinigungsprodukte zu entwickeln. Das Ergebnis war das „seifenfreie Waschstück“, das auf Tensiden basierte und selbst bei empfindlicher Haut verwendet werden konnte. Das Geheimnis dahinter: Es war auf den pH-Wert 5,5 abgestimmt, der auch dem pH-Wert der menschlichen Haut entspricht. Hautgesundheit steht auch bei den vielen anderen sebamed-Produkten, die seitdem entwickelt wurden, im Vordergrund. Seit 1984 befindet sich der Firmenstandort inklusive Produktion in Bad Salzig im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz.

Für empfindliche Haut

„Gesichtscreme mit 2% Vitamin E“ von sebamed

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Welche deutschen Naturkosmetikmarken gibt es?

WELEDA

Die Naturkosmetikmarke wurde 1921 vom Anthroposophen Rudolf Steiner, seiner Ehefrau und Ärztin Ita Wegmann und dem Chemiker Oskar Schmiedel in Schwäbisch-Gmünd im deutschen Bundesland Baden-Württemberg gegründet. Der Markenname WELEDA drückt die tiefe Verbundenheit zwischen Mensch und Natur aus: Als „Veleda“ wurden bei den Germanen heilkundige, hellsehende Frauen bezeichnet. Inzwischen gibt es in 20 Ländern weltweit eigene WELEDA-Gesellschaften. In den acht WELEDA-Gärten in der ganzen Welt werden die Heilpflanzen in biologisch-dynamischer Anbauweise kultiviert. Die Produkte von WELEDA sind NATRUE-zertifiziert.

Für trockene Haut

„Pflegecreme Skin Food“ von WELEDA

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lavera NATURKOSMETIK

Der Firmengründer Thomas Haase litt in seiner Kindheit unter Neurodermitis. Aus der Not heraus und weil es damals keine geeigneten Pflegeprodukte gab, experimentierte er in der eigenen Küche herum. Während seines Studiums des Industrie-Designs vertiefte er sich immer mehr in das Thema Naturkosmetik, baute selbst Pflanzen an und stellte Kräuterauszüge her. Der Autodidakt und Quereinsteiger gründete schließlich 1987 die Marke lavera NATURKOSMETIK, was sich auf das lateinische Wort „verum“ für Wahrheit bezieht. Seit der Gründung von lavera werden fast alle Produkte in der Region Hannover hergestellt. Als eine der ersten Marken wurde im Jahr 2009 der Großteil der Produkte mit dem international anerkannten NATRUE-Siegel für Naturkosmetik ausgezeichnet.

Biologisch abbaubar

„Festes Duschgel 2in1 Hydro Feeling“ von lavera NATURKOSMETIK

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Dr. Scheller

Im Jahr 1986 gründete Dr. Hans-Ulrich Scheller aus persönlicher Leidenschaft seine eigene Naturkosmetikmarke mit dem Namen „Apotheker Scheller – Das Naturkonzept“. Die Marke verbindet Apotheker-Wissen, traditionelle Heilpflanzen und innovative Forschung. Es werden ausschließlich Inhaltsstoffe aus 100 Prozent ökologischem Anbau oder nachwachsenden Wildsammlungen verwendet. Seit 2011 ist die Marke „Apotheker Dr. Scheller“ Teil der BCG Baden-Baden Cosmetics Group GmbH. Alle Gesichts-, Körper- und Handpflegeprodukte sind NATRUE-zertifiziert und werden im eigenen Labor und Produktionsstandort in Baden-Baden im deutschen Bundesland Baden-Württemberg entwickelt und hergestellt.

alverde NATURKOSMETIK

Die Eigenmarke von dm drogerie markt wurde 1989 gegründet, als biologisch hergestellten Produkten und Naturkosmetik ein langweiliges Öko-Image anhaftete. Was damals mit 14 Produkten begann, hat sich seitdem zu einer vielseitigen Palette weiterentwickelt. Seit 2010 ist die Marke durch das unabhängige Siegel NATRUE zertifiziert. Die Produkte werden zum großen Teil in Deutschland entwickelt und hergestellt. Ein besonderes Augenmerk legt alverde NATURKOSMETIK auf soziales Engagement. So unterstützt die Marke ein Wiederaufforstungsprojekt in Äthiopien sowie ein Frauenprojekt in Burkina Faso, wo in kontrollierter Wildsammlung Sheanüsse geerntet und aufbereitet werden.

Vegane Gesichtspflege

„Gesichtsöl Bio-Wildrose“ von alverde NATURKOSMETIK

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i+m Naturkosmetik Berlin

Die Geschichte der deutschen Naturkosmetikmarke beginnt mit der Hebamme Inge Stamm. Sie stellte in den 1970er-Jahren fest, dass herkömmliche Pflegeprodukte oft die empfindliche Babyhaut reizte. Mangels passender Alternativen begann sie, ihre eigene Hautpflege zu entwickeln, die auf natürlichen pflanzlichen Inhaltsstoffen basierte. Dabei profitierte sie auch von ihren anderen beiden Ausbildungen zur Drogistin und Naturheilkundlerin. Gemeinsam mit ihrer Freundin Monika Berg gründete sie schließlich das Unternehmen i+m, das sich aus ihren beiden Initialen zusammensetzte. Die Produkte von i+m sind mit dem Siegel ECOCERT zertifiziert.

SANTE NATURKOSMETIK

Die Marke SANTE NATURKOSMETIK wurde 1978 als Teil der deutschen Unternehmensgruppe LOGOCOS Naturkosmetik AG gegründet. Das Unternehmen geht auf einen der ersten Bio-Läden in Deutschland zurück, der „Alraune“ in Hannover. Der gelernte Heilpraktiker Hans Hansel vertrieb dort unter anderem Naturkosmetikprodukte aus dem Ausland und erkannte die Marktlücke für Naturkosmetik „made in Germany“. Die eigene Küche und Garage wurden zum Entwicklungslabor. Gemeinsam mit zwei Geschäftspartnern gründete Hansel schließlich die Firma „Lorien Goods“, die später in „Logona-Naturkosmetik“ umbenannt wurde und noch einmal später zu Logocos Naturkosmetik AG wurde. Im Jahr 2018 kaufte L’ORÉAL den Naturkosmetikhersteller auf, doch die Kreation und Produktion der SANTE-Produkte liegt nach wie vor am CO2-neutralen Produktionsstandort in Salzhemmendorf in Niedersachsen. Nahezu alle SANTE-Produkte tragen das NATRUE-Siegel.
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