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10 Fragen und Antworten zur Mammographie
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Ab zur Vorsorge!

10 Fragen und Antworten zur Mammographie

In Österreich erkranken jedes Jahr rund 7.000 Frauen an Brustkrebs – er ist damit die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Die Mammographie spielt bei der Früherkennung eine zentrale Rolle. Doch wie läuft die Untersuchung ab? Und was ist mit möglichen Schmerzen? Wir haben mit einer Expertin gesprochen und das Screening selbst gemacht – hier ist unser ehrlicher Erfahrungsbericht.
Dr.in Veronika Riegler ist Chirurgin und programmverantwortliche Ärztin des österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms.

Frau Dr.in Veronika Riegler, was ist eine Mammographie?

Die Mammographie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust und derzeit die wichtigste bildgebende Methode zur Brustkrebsfrüherkennung. Sie dient dazu, sehr kleine Gewebeveränderungen oder Tumoren sichtbar zu machen, lange bevor sie tastbar sind oder Beschwerden verursachen.
Das sind laut Gynäkologin typische Brustkrebs-Symptome bei Frauen.

Wie läuft die Mammographie-Untersuchung ab?

Die Untersuchung findet in einer radiologischen Einrichtung statt. Dabei wird jede Brust einzeln für kurze Zeit zwischen zwei Platten sanft zusammengedrückt. In der Regel werden von jeder Brust zwei Röntgenaufnahmen aus unterschiedlichen Blickwinkeln angefertigt. Die gesamte Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Falls medizinisch erforderlich, kann im Anschluss direkt eine Sonografie (Ultraschalluntersuchung) durchgeführt werden. Ob diese notwendig ist, entscheidet die Radiologin oder der Radiologe. Die Röntgenbilder werden unabhängig voneinander von zwei speziell geschulten Fachärztinnen bzw. Fachärzten ausgewertet (sogenannte Doppelbefundung). Den Befund erhält die Patientin spätestens innerhalb von sieben Tagen.

Bei der Mammographie werden von jeder Brust Röntgenaufnahmen gemacht.

Worauf sollte man vor einer Mammographie achten?

Der ideale Zeitpunkt für die Mammographie ist wenige Tage nach der letzten Regel bis etwa Zyklusmitte. Für Frauen in der Menopause ist der Zeitpunkt unerheblich. Frauen, die zu einem neuen Institut gehen, sollten alte Bilder und Befunde mitbringen, wenn diese vorhanden sind (entfällt mittelfristig durch die Bilddatenspeicherung in ELGA – seit Juli 2025 werden Befunde automatisch in ELGA gespeichert). Am Untersuchungstag keine Deos, Cremes oder Puder im Brust- und Achselbereich verwenden, denn diese können die Bilder verfälschen. Vor der Untersuchung muss der Schmuck im Brustbereich abgelegt werden. Am besten Pullover, Blusen oder Shirts statt Kleider oder Einteiler tragen, da man bei der Untersuchung den Oberkörper freimachen muss.

Warum ist die Mammographie so wichtig für die Brustkrebsfrüherkennung?

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Die Mammographie kann Tumore in sehr frühen Stadien entdecken. Früh entdeckter Brustkrebs ist in der Regel besser und schonender behandelbar. Die Heilungschancen steigen deutlich, je früher die Erkrankung erkannt wird.

Was passiert, wenn ein Verdacht oder ein Knoten entdeckt wird?

Wichtig vorab: Ein auffälliger Befund bedeutet nicht automatisch Krebs! Auf 100.000 Frauen fallen in der Regel 2.000 auffällige Befunde, auf die ergänzende Untersuchungen wie Brust-MRT, Sonografien und falls notwendig Gewebeentnahmen (Biopsien) folgen. Bei 2.000 Abklärungsuntersuchungen werden 421 invasive Karzinome (= bösartige Tumore) entdeckt und weiter behandelt*.
Die weitere Abklärung erfolgt strukturiert und leitliniengerecht durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt.

* 4. Evaluationsbericht BKFP, GÖG, 2023

Was kann jede Frau selbst zur Vorsorge beitragen?

Einmal im Monat, idealerweise fünf bis sieben Tage nach Beginn der Menstruation, empfehle ich eine Brustselbstuntersuchung. Dazu vor dem Spiegel auf Veränderungen der Haut, Form oder Brustwarzen achten. Dann im Stehen oder Liegen mit flachen Fingern systematisch die Brust und Achselhöhlen abtasten. Auf Knoten, Verhärtungen, Einziehungen oder Sekret aus der Brustwarze achten. Bei auffälligen Veränderungen frühzeitig ärztlich abklären lassen.
Die Selbstuntersuchung ersetzt zwar keine Mammographie, hilft aber, ein gutes Körpergefühl zu entwickeln.
Außerdem: Auf eine gesunde Lebensweise achten – regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, der Verzicht auf Rauchen und Alkohol können das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, verringern.

Brust abtasten: So funktioniert es richtig.

Kann man auch ohne Einladung der Sozialversicherung zur Mammographie gehen?

Die Einladung dient zur Erinnerung an diese wichtige Untersuchung. Jede Frau, die am österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramm teilnimmt, erhält Mitte des Monats, in dem die Mammographie wieder fällig ist, einen Erinnerungsbrief an ihre Wohnadresse. Die Inanspruchnahme ist jeweils zum Monatsersten, zwei Jahre nach der letzten Untersuchung, möglich. Wer unsicher ist, ab wann die nächste Mammographie möglich ist, kann bei der kostenlosen Telefon-Serviceline unter der Nummer 0800 500181 nachfragen oder auch online beziehungsweise in den Apps der Sozialversicherung wie MeineSV, MeineBVAEB oder Meine ÖGK-App nachschauen. Bei Beschwerden (Schmerzen oder wenn Flüssigkeit aus der Brust austritt), äußerlichen Auffälligkeiten (Veränderung der Haut) oder bei Ertasten eines Knotens ist eine Mammographie unabhängig vom Alter mit einer ärztlichen Zuweisung jederzeit möglich! Der erste Weg führt in diesem Fall zur Ärztin oder dem Arzt des Vertrauens, der die Brust untersucht und bei medizinischer Notwendigkeit eine Zuweisung zur Mammographie oder auch einer anderen Untersuchung der Brust ausstellt. In diesen Fällen handelt es sich um eine diagnostische Mammographie, die regulär über den Versicherungsträger abgerechnet wird.

Warum sollte man alle zwei Jahre zur Mammographie gehen – und warum ab 70 nicht mehr?

Die Programmzielgruppe wurde 2023 laut neuer Studienlage auf Frauen bis zum Alter von 74 ausgedehnt. Diese Frauen haben den größten Nutzen an einem Screening-Programm. Ab 75 Jahren können sich Frauen nach Abwägen des Risiko/Nutzen-Verhältnisses freiwillig zur weiteren Programmteilnahme anmelden und erhalten so wie vorher auch alle zwei Jahre ein Erinnerungsschreiben. Die Entscheidung für ein zweijähriges Untersuchungsintervall (d.h. eine Früherkennungs-Mammographie alle zwei Jahre) beruht auf den Empfehlungen internationaler Untersuchungen. Dieses Intervall wurde in Österreich nach eingehender Diskussion und Analyse verschiedener medizinischer Expert*innengruppen gemeinsam mit der Österreichischen Ärztekammer beschlossen. Es folgt den Empfehlungen internationaler Leitlinien und wird von den meisten europäischen Ländern, die Screening-Programme zur Früherkennung von Brustkrebs eingeführt haben, umgesetzt.

Was ist das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm?

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Daher wurde 2014 das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm „früh erkennen“ gestartet. Dieses Screening-Programm ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Sozialversicherung, den Bundesländern und der Österreichischen Ärztekammer. Frauen können sich bei den rund 160 Untersuchungseinheiten, die sie in Wohnortnähe vorfinden, darauf verlassen, dass alle am Screening beteiligten Personen bestens geschult sind, die Untersuchungsgeräte laufend einer Qualitätskontrolle unterzogen werden und dass alle Bilder im Vier-Augen-Prinzip doppelt befundet werden.

Wie kann ich am Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramm teilnehmen?

Frauen im Alter von 45 bis 74 Jahren gehen nach Vereinbarung eines Termins bei einem teilnehmenden radiologischen Standort mit ihrer e-card zur Untersuchung. Die e-card ist alle zwei Jahre für die Untersuchung freigeschaltet. Eine Einladung oder ärztliche Zuweisung ist nicht erforderlich. Zur Erinnerung an die Untersuchung erhalten die Frauen alle zwei Jahre einen Einladungsbrief der Sozialversicherung mit Informationen zum Programm. Frauen im Alter von 40 bis 44 Jahren und ab 74 Jahren melden sich einmalig bei der Serviceline 0800 500 181 (Mo–Fr 08:00–18:00 Uhr) oder auf der Programmwebsite www.frueh-erkennen.at zum Programm an und gehen nach Freischaltung der e-card (erfolgt max. zwei Tage nach der Anmeldung) und Vereinbarung eines Termins bei einem teilnehmenden radiologischen Standort mit ihrer e-card zur Früherkennungsmammographie. Den Einladungsbrief der Sozialversicherung mit Informationen zum Programm erhalten sie rund eine Woche nach der Anmeldung. Eine ärztliche Zuweisung ist nicht erforderlich.

Zum ersten Mal bei der Mammographie: ein Erfahrungsbericht

ACTIVE BEAUTY-Redakteurin Melanie hat sich getraut – sie ist zu ihrer ersten Mammographie gegangen. Und das war gar nicht so schlimm, wie sie erwartet hatte…
Ich bin gerade 40 Jahre alt geworden. Kurz zuvor saß ich bei einem ganz normalen Routinebesuch bei meinem Gynäkologen – ohne besonderen Anlass, ohne Beschwerden. Am Ende des Termins machte er mich auf etwas aufmerksam: Ab 40 könne ich in Österreich an der Brustkrebsfrüherkennung teilnehmen und eine Mammographie durchführen lassen.
Dieser kurze Hinweis blieb bei mir hängen. Weil der runde Geburtstag näher rückte. Vielleicht auch, weil ich ursprünglich aus Deutschland komme, wo Frauen erst ab 50 zur Mammographie eingeladen werden. Umso richtiger und fortschrittlicher fühlte es sich an, dass in Österreich bereits zehn Jahre früher auf Vorsorge gesetzt wird.
Beim Verlassen der Ordination bekam ich eine Broschüre des Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms in die Hand gedrückt. Zu Hause las ich sie durch und entschied: Ich mache das jetzt. In der Broschüre stand alles ganz genau erklärt – inklusive der Information, dass man sich vor dem 45. Lebensjahr selbst über eine Hotline freischalten lassen kann. Ein kurzer, unkomplizierter Anruf, und schon war ich freigeschaltet. Ab 45 passiert das übrigens automatisch, inklusive Einladung alle zwei Jahre. Niedrigschwelliger geht Vorsorge kaum.
Ich suchte mir ein Röntgeninstitut aus und hatte, ehrlich gesagt, ein mulmiges Gefühl. Man hört ja so einiges über Mammographien: dass die Brust gequetscht wird, dass es weh tut, dass es unangenehm ist. Entsprechend nervös war ich, als ich dort ankam. Doch diese Angst verflog schneller, als ich gedacht hätte.
Ich wurde freundlich begrüßt, musste kaum warten und durfte mich in einer Umkleide oben freimachen. Kurz darauf wurde ich in den Untersuchungsraum gerufen. Die Röntgenassistentin empfing mich warmherzig und ruhig. Sie erklärte mir jeden einzelnen Schritt, bevor es losging. Das allein nahm mir schon viel von meiner Anspannung.
Dann die Untersuchung selbst: Meine Brust wurde auf das Gerät gelegt, ich wurde sorgfältig positioniert und anschließend mit der Kompressionsplatte fixiert. Ja, die Brust wird dabei flach gedrückt – aber nein, es tat überhaupt nicht weh. Es war ungewohnt, ja, aber weder schmerzhaft noch lange. Dieser Vorgang wurde beidseitig jeweils aus zwei Winkeln wiederholt. Nach weniger als fünf Minuten war alles vorbei.
Danach durfte ich mich wieder anziehen und wurde gebeten, in einen weiteren Raum zu gehen – zur ergänzenden Sonografie bei einem Facharzt für Radiologie. Wieder freimachen, auf die Liege legen. Während der Arzt die Mammographie-Bilder direkt auswertete, erklärte er mir viel über die Untersuchung, die Brustdichte und darüber, warum Vorsorge so entscheidend ist. Dann sagte er einen Satz, der mich nicht mehr loslässt: „Ich entdecke jeden Tag einen Brustkrebs.“ Dieser eine Moment hat mir noch einmal eindringlich gezeigt, wie wichtig es ist, hinzugehen. Nicht aus Angst, sondern aus Verantwortung sich selbst gegenüber.
Mein Befund war unauffällig. Erleichterung. Dankbarkeit. Und die feste Entscheidung: In zwei Jahren komme ich wieder. Ganz sicher. Und diesmal ohne Angst.
Denn was bleibt, ist nicht das unangenehme Gefühl, das ich erwartet hatte – sondern das positive Gefühl, gut auf mich aufgepasst zu haben.




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