Männerpflege geht dieser Tage über Hairstyling und Hautpflege hinaus. In jedem November lassen sich nämlich weltweit Millionen Männer den Bart wachsen, um damit nicht nur einen neuen Look auszuprobieren, sondern um an der Charity-Aktion „Movember“ teilzunehmen.

Movember: Warum jetzt jeder einen Bart tragen sollte

Das Wort Movember setzt sich aus der englischen Bezeichnung für Schnurrbart (moustache) und November zusammen. Die Kampagne zielt darauf ab, über das Thema Männergesundheit aufzuklären und gezielt zu unterstützen. Inzwischen ist die Movember Bewegung weltweit bekannt geworden. Jährlich kommen mehre Millionen Euro an Spendengeldern zusammen, die für Forschungsprojekte oder medizinische Einrichtungen genutzt werden. Sich registrieren und spenden kann man auf der Homepage (https://de.movember.com) der Organisation. Mitmachen kann jeder. Und wer weiß, vielleicht bleibt Ihr Bart dann nicht nur im November erhalten? Gepflegtes Gesichtshaar sieht schließlich immer gut aus.

Wachstum, Pflege, Styling: Was Sie über Ihren Bart wissen müssen

1. Bart wachsen lassen: Abwarten und pflegen

Pro Tag wachsen Barthaare circa 0,4 Millimeter. Vom berühmten Drei-Tage-Bart spricht man, wenn die Härchen mehr als 0,5 Millimeter, aber immer noch weniger als 5 Millimeter erreicht haben. Zu einem waschechten Vollbart wird das Ganze dann, wenn er so lang geworden ist, dass unter dem Haarwuchs keine Haut mehr zu erkennen ist. Circa vier Wochen dauert es, bis der Look erreicht ist. Wichtig beim Wachstum: Auch während dieser Phase sollte der Bart regelmäßig gestutzt werden, um einen gleichmäßigen und damit gepflegten Look zu bekommen.

2. Bartpflege: Warum ist das eigentlich so wichtig?

Überlässt man den Bartwuchs sich selbst, wirkt der Look bald struppig und unhygienisch. Die Haare wachsen unterschiedlich schnell, so dass einzelne Härchen abstehen. Manche kräuseln sich. Oft fehlt es dem Bart an Glanz. Eine intensive Bartpflege ist auch für die Haut darunter wichtig; vor allem Juckreiz, Schuppen und Pickelchen wird vorgebeugt.

3. Erster Pflegeschritt: Die Bartwäsche

Ein ist zwei Mal pro Woche sollte der Bart gewaschen werden. Spezielle Bartshampoos sind mild zu Haut und Haar, ummanteln den Haarschaft mit Pflege und lassen den Bart weich und glänzend aussehen. Wer gerade kein spezielles Bartshampoo zur Hand hat, kann auch normales Haarshampoo benutzen. Idealerweise trägt man im Anschluss einen Conditioner auf, um zu verhindern, dass der Bart piksig oder spröde wird.

Wichtig beim Trocknen: An kalten Tagen reicht bloßen Rubbeln mit dem Handtuch nicht aus. Der Bart sollte gründlich geföhnt werden. Restfeuchtigkeit im Bart kann gefrieren und sowohl die Härchen als auch die Haut angreifen.

4. Weich, glänzend und gesund: Das macht gute Bartpflege aus

Bei der Bartpflege geht es darum, Haare und Haut mit ausreichend Fett und Feuchtigkeit zu versorgen, so dass beide weich, geschmeidig und gesund sind. Durch tägliches Bürsten werden die Härchen nicht nur in Form gebracht, sondern auch die Zellaktivität von Haut und Haar angeregt. Für einen effektiven Pflege-Effekt massiert man den Bart vorher mit ein paar Tropfen Bartöl oder Bartbalsam ein.

Bartöl eignet sich für alle, die einen glänzenden Look mögen und zu trockener Haut mit Schuppen oder Juckreiz neigen. Kleiner Tipp: Das Öl zieht noch besser ein, wenn Haut und Haar beim Auftragen feucht sind. Bartbalsam enthält hingegen mehr Wachs als Öl, so dass er nur auf getrockneter Haut wirken kann. Er eignet sich für alle Typen mit normaler Haut und gesundem Barthaar.

5. Wachstum: Richtig stutzen und schneiden

Circa alle vier bis fünf Tage muss die Länge des Barts kontrolliert werden. Stehen einzelne Härchen ab oder verliert der Bart seine Kontur, ist es Zeit für Schere oder Trimmer. Ein Trimmer ist vor allem bei kürzeren Bärten praktisch, da er millimetergenau auf die gewünschte Haarlänge eingestellt werden kann. Längere Bärte werden mit einer Schere in Form geschnitten. Am besten greift man den Bart mit einem engzackigen Kamm und schneidet einzelne Ausreißer-Härchen dann einfach ab.

6. Konturen: Ja oder nein?

Klare Konturen an den Wangen und am Hals lassen den Look ordentlich und gepflegt wirken. Bei weniger starkem Haarwusch können aber auch natürlich auslaufende Konturen gut aussehen; das ist letztlich Geschmackssache. Beim Konturenstyling gilt: Spezielle Konturenaufsätze für den Barttrimmer machen das Handling einfach. Wer sich sehr exakte Kanten wünscht, muss hingegen zum Nassrasierer greifen. Kleiner Tipp hierbei: Wer transparentes Rasiergel (satt weißen Schaum) benutzt, kann besser erkennen, an welchen Stellen er rasieren muss.

7. Bartstyles: Welcher Bart steht mir überhaupt?

Movember ist natürlich ein guter Anreiz, um verschiedene Bart-Looks auszuprobieren. Der 6-Tage-Bart etwa ist geeignet alle, mit einem unregelmäßigen oder dünnen Bartwuchs hadern. Der Undone-Look, bei dem die Konturen nicht nachrasiert werden, softet scharfe Ecken und Kanten nämlich gekonnt ab. Damit die längere Version des 3-Tage-Barts zwar lässig, aber nicht nachlässig wirkt, muss regelmäßig getrimmt werden, und auch die Pflege mit Bartöl ist angeraten.

Der Oberlippenbart kombiniert zum Ziegenbart hingegen schmeichelt besonders länglichen, ovalen Gesichtern, getragen zu mittellangem oder kurzem Haar. Während der Bart am Kinn und über der Lippe stehen gelassen wird, werden die Seiten täglich abrasiert. Die Alternative für runde Gesichtsformen: der „Rund-um-den-Mund-Bart“, auch bekannt als Henriquatre, bei der Oberlippen- und Kinnbart an den Seiten verbunden bleiben. Beide erfordern aber etwas Geschick mit dem Rasiermesser!

Beim Vollbart muss der Träger Zeit und Lust haben, den Bart täglich zu reinigen, frisieren und mit Bartöl zu pflegen, damit er nicht verwildert aussieht. Ansonsten lässt man der Natur großteils ihren Lauf und der Vollbart nicht zu stark konturiert. So schmeichelt er kantigen Gesichtszügen, indem er sie weicher erscheinen lässt. Doch auch schmalem Gesichtern plus kurzen Frisuren steht ein Rauschebart.

Aber letztlich gilt: Mann kann man dann mit Gewissheit sagen, welcher Bart zu einem passt, wenn man jeden Look einmal ausprobiert hat. Wer sich professionelle Beratung wüscht, gönnt sich eine Behandlung beim Barber; er hat nicht nur Erfahrung, was Pflege und Styling angeht, sondern auch ein geschultes Auge für den passenden Look.