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Haare färben in der Schwangerschaft: Ist es gefährlich?

Frisch gefärbt

Haare färben in der Schwangerschaft: Ist es gefährlich?

Schwangere sollen sich in dieser aufregenden und herausfordernden Zeit möglichst wohl in ihrem Körper fühlen. Für viele gehören eine leuchtende Haarfarbe und ein frisch gefärbter Ansatz zu einem guten Körpergefühl dazu. Da es sich beim Haare färben aber um einen chemischen Prozess handelt, gibt es einige Punkte, die in der Schwangerschaft beachtet werden sollten.

Die Gynäkologin Frau Dr. Gudrun Lorenz-Eberhardt hat uns Fragen, die sich viele Schwangere zum Thema Haare färben in der Schwangerschaft stellen, beantwortet. Sie ist Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Graz und Heiligenkreuz im Larnitztal.

Viele Schwangere haben Angst, ihrem Baby durch Haare färben in der Schwangerschaft zu schaden. Handelt es sich dabei um einen Mythos oder kann eine Farbbehandlung tatsächlich gefährlich werden?

Die Sorge um das heranwachsende Baby im Mutterleib ist vollkommen verständlich. Keine werdende Mutter möchte Ihrem Kind schaden. Das Färben von Haaren ist ein chemischer Prozess, bei dem die angewandten Mittel hinterfragt werden sollten. Bei den in der EU gängigen Haarfärbemitteln besteht, aufgrund von Tierversuchsstudien, kein wissenschaftlich begründbarer Einwand.

Worauf sollte man beim Haare färben in der Schwangerschaft achten?

Es sollte überlegt werden, ob in einem so natürlichen Zustand wie der Schwangerschaft nicht auch die Haare ihren Naturzustand haben dürfen. Wenn eine Haarfärbung gewünscht wird, sollte aus absoluten Sicherheitsgründen die Coloration erst nach der 16.Schwangerschaftswoche erfolgen. 

Gibt es bestimmte Chemikalien, welche in Haarfarben enthalten sein können, die Schwangere auf jeden Fall meiden sollten?

Ja, es gibt Chemikalien wie Ammoniak, Phenyldiamin, Toluylendiamin, Aminophenol, die aber nicht nur in der Schwangerschaft vermieden werden sollten.

Macht es einen Unterschied, ob die Haare gefärbt oder blondiert werden?

Beim Blondieren wird ein höherer Prozentsatz von Wasserstoffperoxyd (bis zu 12 Prozent) verwendet, daher meine ich, jedoch ohne exakten wissenschaftlichen Beweis, der Färbung den Vorzug zu geben.
 

Sind Tönungen für Schwangere verträglicher als Farbe?

Ja, denn der Vorgang der Tönung benötigt weniger Wasserstoffperoxid, da die Farbe das Haar nicht durchdringen muss, sondern sich nur an die Struktur des Haares legt.
 

Haare färben in der Schwangerschaft auf jeden Fall beim Friseur oder kann man das auch gefahrlos zuhause selbst machen?

Haarfarben, die im Supermarkt erworben werden, enthalten einen Beipackzettel, bei dem sich die Hersteller jeglicher Haftung entziehen. Wird die Farbe beim Friseur im Rahmen eines Besuchs gekauft, haftet die Inhaberin oder der Inhaber des Friseursalons für etwaige Schäden. In der Schwangerschaft ist es sicherlich empfehlenswert, die Färbung der Haare von einem Profi durchführen zu lassen. Die im Friseursalon zum Einsatz kommenden Färbemitteln müssen dem Europäischen Kosmetikgesetz entsprechen.
 

Gibt es Tricks beim Haare färben in der Schwangerschaft?

Beim Haare färben in der Schwangerschaft sollte die „Back to Back“ Methode angewandt werden. Das bedeutet, jede einzelne dünne Haarsträhne wird in Papier eingewickelt und gefärbt, sodass keine Haarfarbe mit der Kopfhaut in Berührung kommt. Diese Methode ist aus Sicherheitsgründen absolut anzuraten. Auch allergische Reaktionen können dadurch vermieden werden. 
 

Gibt es noch etwas, das Sie Schwangeren in Bezug auf das Thema Haare färben in der Schwangerschaft mitgeben möchten?

Ich rate schwangeren Patientinnen, wenn sie ihre Haare färben möchten, sich einen Besuch im Friseursalon ihres Vertrauens zu gönnen und wenn möglich, Haarfarben aus der Naturkosmetik zu verlangen.