Dafür, dass Haare fast nicht sind, sondern nur ein fadenförmiges Horngebilde, spielen sie für uns eine große Rolle im Leben: Wir lassen unsere Haare regelmäßig schneiden, pflegen sie beim Haarewaschen bestmöglich, achten beim Haarefärben auf sie und fragen uns eines Tages: Sind wir zu alt für lange Haare?

Dafür, dass wir unseren Haaren soviel Bedeutung beimessen, wissen die meisten recht wenig über sie. Ein Grund für uns, im Buch von Gerhard Staguhn „Und ewig lockt das Haar“ zu blättern – um etwa herauszufinden, wie schnell Haare wachsen. Hier kommen zehn spannende Fakten rund ums Haar.

10 Fakten über unsere Haare

  1. Wie schnell wachsen Haare?

    Das hängt vom Alter, Hormonstatus und von psychischer und körperlicher Belastung ab. Aber: Im Schnitt wachsen unsere Haare pro Tag circa einen 0,3 bis 0,5 Millimeter. Das macht pro Monat zwischen einem und eineinhalb Zentimeter Haarwachstum.

    Allerdings wachsen Haare nicht endlos vor sich hin. Experte Staguhn schreibt in seinem Buch: „Ist sein Wachstum beendet, wobei es beim Menschen große individuelle Unterschiede bei der maximal zu erreichenden Haarlänge gibt, so löst sich das Haar unter Verdickung seines unteren Endes von der Papille ab. Nach einer gewissen Ruhezeit bringt diese ein neues Haar hervor, das im selben Kanal aus der Kopfhaut zu wachsen beginnt. Dabei schiebt es das alte Haar nach oben, bis dieses ausfällt.“

    Auf diesde Art und Weise kommt es bei jedem von uns zu einem ganz normalen Haarausfall von 100 Kopfhaaren pro Tag.

  2. Wie wachsen Haare schneller?

    Diese Frage beschäftigt seit jeher die Menschheit. Daher gibt es eine Unzahl an Kräutern, Tinkturen und Salben, die das Haarwachstum angeblich anregen. Spürbar beschleunigt wurde bis dato jedoch nichts. Trotzdem sollten wir die Kopfhaut gut versorgen. Denn nur eine mit Nährstoffen gut versorgte Haarwurzel kann langes, gesundes Haar produzieren.

    Koffeinhaltige Substanzen regen immerhin die Blutzirkulation an, und ein gesunder Lebensstil bewirkt oft mehr als jedes Wunderwässerchen. Nahrung, die reich an den Vitaminen H (Biotin) und A, Silizium, Folsäure und Eisen ist, sorgt auf jeden Fall für gesundes Haarwachstum. Ebenso wie die tägliche Kopfmassage mit Fingern oder Bürste, die ebenfalls die Durchblutung anregt. Schneller wächst deshalb allerdings nichts.

  3. Warum werden Haare grau?

    Eins vorab: Haare werden nicht grau, sie erscheinen nur so. Denn korrekt betrachtet werden Haare ausschließlich weiß. Warum sie grau wirken? Der Eindruck entsteht durch die Mischung aus weißen und noch voll pigmentierten Haaren.

    Die Frage sollte also nicht lauten: Warum werden Haare grau? Sondern: Warum werden Haare weiß?
    Wann Haare weiß werden, ist genetisch festgelegt. Die Farbe in den Haaren erzeugen Pigmente, sogenannte Melanine. Produziert werden sie von Zellen, die in den Haarwurzeln sitzen. Im Laufe des natürlichen Alterungsprozesses lässt die Melaninproduktion nach, bis sie irgendwann ganz eingestellt wird. Jedes Haar hat eine Art Pigment-Lebenszeituhr, die bestimmt, wie lange der Haarfarbstoff produziert wird.

    An der Stelle eines weißen Haares wird deshalb immer ein weiteres weißes Haar nachwachsen. Ausreißen bringt also – leider – nichts.

  4. Wie viele Menschen färben sich die Haare?

    Graue Haare: Kaum eine Frau will sie. Doch die Natur ist unerbittlich. Das Ergrauen der Haare setzt bei vielen Menschen bereits zur Lebensmitte – oder sogar noch früher – ein. Ohne Haarfärbemittel wäre es offensichtlich, wie überaltert die westliche Gesellschaft bereits ist.

    Wenig überraschend: Frauen greifen deutlich häufiger zum Haarfärbemittel als Männer – laut Umfragen färben rund 73 Prozent Frauen ihre Haare, aber nur 10 Prozent der Männer.

    Gerhard Staguhn malt sich aus, wie es wäre, wenn „sich das menschliche Haar im Alter nicht grau oder weiß färben würde, sondern rosa, lindgrün oder türkisblau. Mit solchen natürlichen Alters-Haarfarben hätte wohl kaum eine Frau ein Problem.“ Doch leider werden wir am Ende alle nur – weiß. Siehe oben.

  5. Wie viele Haare hat ein Mensch?

    Insgesamt hat der Mensch zwischen 300.000 und 500.000 Haare auf seinem Körper. Davon entfallen rund 25 Prozent auf die Kopfhaare. Im Schnitt haben Erwachsene zwischen 80.000 bis 150.000 Haare auf dem Kopf.

    Wie viele Haare jeder einzelne hat, ist allerdings eine höchst individuelle Angelegenheit. Und es ist von der Haarfarbe abhängig, weiß Gerhard Staguhn: „Blonde haben etwa 150.000 Haare auf dem Kopf, Schwarzhaarige etwa 110.000, Braunhaarige etwa 100.000 und Rothaarige nur etwa 80.000. Rotes Haar ist dafür aber besonders kräftig.“