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Einsatz für Suizidprävention: Verein „Bleib bei uns“
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Einsatz für Suizidprävention: Verein „Bleib bei uns“

Zusammenfassung Der Verein „Bleib bei uns“ aus Linz bietet Aufklärung über psychische Krisen und Suizidprävention. Gegründet wurde er 2017 nach dem Suizid von Christina Andlinger, um Tabus zu brechen und Hilfsangebote sichtbarer zu machen. Der Verein organisiert Kampagnen und nutzt Social Media, um Betroffene zu erreichen. Die Arbeit wird durch Spenden finanziert, und es wird betont, dass der Verein keine Therapie bietet, sondern Informationen vermittelt. Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei Suizidverhalten sind erkennbar. Warnsignale wie sozialer Rückzug sollten ernst genommen werden. Es gibt Anlaufstellen wie die Telefonseelsorge und das Kriseninterventionszentrum, die rund um die Uhr Hilfe bieten.

Diese Zusammenfassung wurde mit KI erstellt und menschlich kontrolliert

Im Rahmen der großen dm Initiative stellen wir Menschen vor, die etwas bewegen. Ein Verein aus Linz bietet Unterstützung zu einem Thema an, über das meist geschwiegen wird: Er klärt über psychische Krisen auf und macht Hilfsangebote im Bereich der Suizidprävention sichtbarer.

Wie kam es zur Gründung des Vereins „Bleib bei uns“?

Manche Ereignisse verändern alles. Sie werfen Fragen auf und machen deutlich, wie wichtig es ist, über Dinge zu sprechen, über die sonst oft geschwiegen wird. Der österreichweit tätige Verein „Bleib bei uns“ entstand nach einem solchen Ereignis.

Ausgelöst durch den Suizid der jungen Frau Christina Andlinger wurde der Verein „Bleib bei uns“ 2017 in Linz gegründet. Die Frage, die die Menschen in ihrem Umfeld danach beschäftigte: Hätten wir etwas erkennen oder sogar verhindern können? Daraus entstand der Wunsch, über Suizid, psychische Krisen und Suizidprävention offener zu sprechen – ohne Tabus.

Was macht „Bleib bei uns“?

Der Verein versteht sich als Plattform für Aufklärung und Information, die Menschen in Krisen ebenso erreichen soll wie Angehörige. Ziel ist es, Auswege aus Suizid-Gedanken und damit verbundenen persönlichen Krisen aufzuzeigen und Hilfsangebote sichtbar zu machen.

„Das geschieht hauptsächlich über jährliche Kampagnen sowie beworbene Beiträge auf unseren Social-Media-Kanälen“, so Stefanie Andlinger, Christinas Schwester und Mitgründerin. Sie kümmert sich im Verein um das Online-Marketing. „Im letzten Jahr lag der Schwerpunkt der Kampagne #bleibstark.bleibbeiuns auf der Suizidprävention bei Männern und den gesellschaftlichen Hürden, die Männer davon abhalten, sich Hilfe zu suchen. Heuer stehen Frauen im Mittelpunkt – mit ihren gesellschaftlichen Rollen, Aufgaben und Erwartungen.“

Für die Sensibilisierungsarbeit werden verschiedene Formate ausprobiert. So kam in einer Videointerview-Reihe der Psychotherapeut Mag. Thomas Olbrich aus Linz zu Wort, um Informationen über psychische Erkrankungen und Suizid verständlich und niederschwellig zu vermitteln.

Im Live-Talk beantwortete er teils berührende Fragen, die vorab von betroffenen Userinnen und User sowie Angehörigen auf den Social-Media-Kanälen des Vereins eingebracht wurden.

Wie finanziert sich „Bleib bei uns“?

Der Verein besteht aus rund 30 ehrenamtlichen Mitgliedern. Durch die überschaubare Größe ist er auf Spenden angewiesen, die häufig von Angehörigen Betroffener stammen. Seit der Verein steuerlich begünstigt ist, kommen besonders in der Weihnachtszeit vermehrt Firmenspenden hinzu.

Wo kommt der Verein an seine Grenzen?

„Schon vor der Gründung mussten wir uns ehrlich fragen, was wir leisten können und was nicht“, erzählt Stefanie Andlinger. Deshalb gibt es einen wissenschaftlichen Beirat und die klare Abgrenzung: „Wir bieten keine Therapie, sondern vermitteln lediglich Informationen. Wenn sich eine Person mit einem klaren Anliegen an uns wendet, verstehen wir uns als begleitende Anlaufstelle, bis therapeutisches Fachpersonal übernimmt.“

Woraus schöpfen die Mitglieder Kraft, um weiterzumachen?


Trotz der Schwere des Themas gibt es regelmäßig Momente, die Kraft verleihen: „Nach dem Suizid eines DJs organisierte sein Umfeld eine Gedenkveranstaltung, deren Einnahmen vollständig an uns gespendet wurden. Solche Gesten erleben wir immer wieder“, so Andlinger.

Neben dem Andenken an Christina zieht sich ein Gedanke durch alle Aktivitäten des Vereins: Suizid betrifft nicht nur Einzelne, sondern ein ganzes Umfeld. „Wir bekommen eher selten Rückmeldungen, nachdem wir Menschen begleitet haben, die wir nicht unmittelbar betreuen. Sehr berührend war aber eine dreifache Mutter, die uns geschrieben hat, dass wir der Grund seien, weshalb sie heute noch hier ist.“ Alle im Verein sind sich deshalb sicher: Wenn sie auch nur einen Menschen erreichen, hat es sich gelohnt. „Denn das stärkste Argument gegen den Tod ist das Leben selbst, und kein Weg, sei er noch so schwierig, muss in einer Sackgasse enden.“

Gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen?


In persönlichen Krisen gibt es gesellschaftlich und kulturell verankerte Verhaltensmuster, die sich zwischen Männern und Frauen unterscheiden: „Männer suchen eher seltener das Gespräch und wenden im Falle eines Suizidversuchs meist brutalere Methoden an. Dadurch endet ein Suizidversuch bei Männern häufiger tödlich. Bei Frauen bleibt es dagegen häufiger bei einem Versuch. Außerdem kündigen Männer ihren Suizid seltener an als Frauen“, konnte Stefanie Andlinger in ihrer bisherigen Tätigkeit beobachten. „Auch die Phase, in der sich die psychische Verfassung verschlechtert und eventuell mit dem Gedanken an Suizid gespielt wird, verläuft häufig unterschiedlich: Frauen ziehen sich tendenziell eher zurück, während Männer häufiger zu Alkohol greifen oder aggressives Verhalten zeigen.“

Wie erkennt man Warnsignale und kann helfen?

Psychische Erkrankungen müssen genauso ernst genommen werden wie körperliche. Dazu gehört auch, Warnsignale wie sozialen Rückzug oder starke Verhaltensänderungen ernst zu nehmen und aktiv nachzufragen. Wegschauen ist das Schlimmste, denn bereits ein einfaches Gespräch oder die Frage, wie es einer Person wirklich geht, kann das entscheidende Puzzleteil sein, das dazu beiträgt, dass sich die betroffene Person Hilfe sucht.

„Damit psychische Probleme selbstverständlich behandelt werden, braucht es Aufklärung von klein auf, bessere Versorgung und einen leichteren Zugang zu Hilfe“, sagt Stefanie. Und dabei können auch schon kleine Schritte – ein Gespräch oder das Begleiten zu einem Erstgespräch – entscheidend sein.

Welche Anlaufstellen gibt es?

Egal, wie ausweglos eine Situation auch erscheinen mag, es gibt immer einen Ausweg. An diese offiziellen Stellen können sich Betroffene zu jeder Tages- und Nachtzeit wenden.

Telefonseelsorge

Tel.: 142 (Notruf)
täglich 0–24 Uhr
Telefonberatung und E-Mail-Beratung für Menschen in einer schwierigen Lebenssituation oder in Krisenzeiten
www.telefonseelsorge.at

Kriseninterventionszentrum

Tel.: 01/4069595
Montag bis Freitag 08-17 Uhr
Ambulanz zur Bewältigung von akuten psychosozialen Krisen. Telefonische, persönliche oder E-Mail-Beratung
www.kriseninterventionszentrum.at

Männernotruf

Für Männer bei Krisen aller Art kostenlos und anonym erreichbar
Tel.: 0800/246247
täglich 0-24 Uhr
maennernotruf.at

Schulpsychologische Telefonberatung für Schüler, Lehrer und Erziehungsberechtigte

Tel.: 0800/211320
täglich 0-24 Uhr
www.schulpsychologie.at

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