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Diese 9 Tricks lassen Kinder im Haushalt mithelfen

Haushalt ist Teamarbeit

Diese 9 Tricks lassen Kinder im Haushalt mithelfen

Klar, Spielen tut der Nachwuchs am liebsten. Doch Kinder profitieren davon, wenn sie im Haushalt mithelfen. Mit diesen Profitipps kann es gelingen.

Ob Putzen, Kochen oder Wäschewaschen: Haushalt sollte Teamarbeit sein, doch in der Realität sieht das oft anders aus. Viele Aufgaben, die das Kind schon längst selbst erledigen könnte, bleiben an den Eltern hängen – vor allem an den Müttern. Dabei ist es für das Kind äußerst wertvoll, wenn es im Haushalt mithilft. Wie kann es gelingen, dass Sie Ihr Kind zuhause unterstützt? Wie so oft: mit Achtsamkeit! Hier kommen Tipps von der Lebens- und Sozialberaterin Barbara Grütze von „Beziehungsvoll“.

Warum sollten Kinder im Haushalt helfen?

Kinder, die zuhause Aufgaben haben, spüren: Sie werden gebraucht. „Und das ist für Kinder total schön“, sagt die Familienberaterin. Denn dadurch machen Kinder gleich zwei wichtige Erfahrungen: Sie erleben sich als wertvolles Mitglied in der Familie, das etwas Positives zum Familienleben beitragen kann. Zusätzlich lernen sie: „Ich kann das!“, weil ihnen die Aufgabe auch zugetraut wird. Und genau das ist Gold wert, sagt die Expertin. „Zutrauen ist enorm wichtig für das Selbstvertrauen von Kindern.“

Wie bedeutend diese Erfahrungen sind, bestätigen Untersuchungen: Kinder, die von Anfang an zuhause Verantwortung übernehmen, haben später ein stärkeres Selbstbewusstsein und sogar ein glücklicheres Leben.

Ab wann sollten Kinder im Haushalt mithelfen?

„Prinzipiell so früh wie möglich – machbar ist es schon ab einem Jahr“, sagt die Expertin. Grundsätzlich kommt es auf die motorischen Fähigkeiten an, das ist natürlich von Kind zu Kind unterschiedlich.

Kinder bieten Mithilfe schon früh von selbst an, denn sie haben den natürlichen Drang, mitmachen zu wollen. Lassen Sie sich vom Montessori-Leitsatz leiten: „Hilf mir, es selbst zu tun.“ Anfangs können Kinder etwa Unzerbrechliches vom Kühlschrank zum Tisch tragen, ab zwei Jahren können sie bereits ihr Gewand selbst anziehen oder ihr Spielzeug wegräumen. Die Expertin betont: Kinder ab drei Jahren können auch schon schneiden – natürlich mit altersadäquaten Messern aus ihrer eigenen Bastelkiste.

Wichtig: Hören Sie auf Ihre innere Stimme. Eltern wissen selbst am besten, welche Aufgaben sie ihren Kleinen zutrauen können.

So helfen Kinder im Haushalt: 9 Profitipps

  1. Mit gutem Beispiel voran

    Kinder lernen immer am Modell und nehmen sich die Eltern als großes Vorbild. Wenn Sie selbst ausstrahlen, dass Haushalt total nervt, wie soll Ihr Kind dann Freude daran haben? Deshalb: Leben Sie vor, dass Haushalt mit z.B. Musik auch Spaß machen kann und dass das Ergebnis (etwa eine aufgeräumte Wohnung) etwas sehr Schönes ist.

  2. Ehrlich freuen

    Wenn kleine Kinder im Haushalt ihre „Mithilfe“ anbieten, dann zeigen Sie Ihrem Schatz, dass Sie sich wirklich darüber freuen! Denn Ihr Kind freut sich, wenn Sie sich freuen. Das heißt: Es wird das Verhalten auch weiterhin zeigen. Also zeigen Sie Ihre Freude – auch wenn die Mithilfe anfangs natürlich noch nichts mit echter Hilfe zu tun hat.

  3. Viel Geduld

    Gerade anfangs handelt es sich um eine Geduldsprobe, die es zu bestehen gilt. Denn einfach schnell selbst machen ist der falsche Ansatz. Genervte Kommentare und Kritik vermitteln dem Kind, dass es etwas nicht kann – und dann will es auch nicht mehr helfen. Eins ist klar: Die Kinder werden das nicht so gut hinbekommen wie Sie selbst. Damit müssen Sie leben.

  4. Gemeinsam planen

    Kinder befolgen Regeln vor allem dann, wenn sie sich ernstgenommen fühlen und in die Entscheidungen eingebunden sind. Darum sollten Sie Ihrem Kind nicht einfach einen Auftrag geben à la „Du saugst morgen die Wohnung!“, sondern gemeinsam mit ihm Aufgaben verteilen und Zeiten einplanen. Besonders ratsam sind Fragen wie: Möchtest du lieber aufräumen oder abtrocknen? Brauchst du Hilfe bei dieser Aufgabe?

  5. Spielerisch erinnern

    Helfen Sie Ihrem Kind dabei, sich an seine Aufgaben zu erinnern. Binden Sie es auch hier in den Prozess ein und fragen Sie es, wie es erinnert werden möchte. Vielleicht durch einen gemeinsam gemalten Plan mit drehbaren Zeigern? Im Idealfall spricht die Erinnerungsstütze mehrere Sinne an und macht Spaß – so erreichen Sie Ihr Kind am besten!

  6. Lösungen suchen

    Bei Drückebergern ist es sinnvoll, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Fragen Sie das Kind mit ehrlichem Interesse, warum es nicht funktioniert. Oft steckt ein Problem dahinter, das man einfach lösen kann, aber an das man selbst nie gedacht hätte. Weiß das Kind vielleicht gar nicht, wie es funktioniert? Vergisst es die Aufgabe immer, weil es keinen gut einsehbaren Plan gibt? Stört das Kind an der Aufgabe etwas, das man ändern könnte?

  7. Nicht als Strafe benutzen

    Zusammenhelfen ist etwas sehr Schönes. Deshalb sollten Sie Hausarbeit nicht als Strafe verwenden und generell nicht zum Streitthema in der Familie werden lassen. Denn sobald das Thema für das Kind negativ behaftet ist, ist auch die Lust und die Motivation futsch. Kein Wunder!

  8. Die richtigen Belohnungen

    Im Idealfall beteiligt sich das Kind, weil ihm die Mithilfe wichtig ist, und nicht, weil es etwas dafür bekommt. Deshalb rät die Expertin von Belohnungen wie Geld, Süßem, länger aufbleiben & Co. eher ab. Das Problem: Irgendwann funktionieren diese Anreize nicht mehr. Besser ist ein Ansporn auf persönlicher Ebene wie: „Wenn wir das erledigt haben, können wir noch rausgehen und spielen.“ So lernt das Kind: Wenn ich mithelfe, haben Mama und Papa mehr Zeit für mich.

  9. Wertschätzung zeigen

    Bringen Sie dem Kind aufrichtige Dankbarkeit und Wertschätzung entgegen. Das heißt aber nicht, dass Sie mit der Gießkanne alles loben sollten, was das Kind macht. Picken Sie sich einen Punkt heraus, der Ihnen besonders gefallen hat. Besser als eine Bewertung wie „Das hast du gut gemacht“ sind Aussagen wie „Danke, dass du abgewaschen hast“ oder „Toll, dass du selbst daran gedacht hast, die Pflanzen zu gießen“.