Ein kleines Mädchen welches auf einem Autoreifen, der als Schaukel dient, schaukelt und sich freut
Die Naturpädagogin klärt auf

6 Gründe, warum die Natur der bessere Spielplatz ist

Turnen, Karate oder Ballett sind super. Aber nicht immer muss es ein Sportkurs sein. Für Kinder hat es viele Vorteile, wenn sie statt auf den Spielplatz besser raus in die Natur gehen. Sechs Tipps einer Naturpädagogin, warum Spielen im Grünen so wichtig ist.

Unsere Kinder sind Bewegungsmuffel. Zu diesem Ergebnis kommt die Langzeitstudie „Motorik-Modul“ (MoMo). Gefragt sind also wichtige Erziehungstipps, um sie sanft vom Sofa zu schubsen. Es sind zwar so viele Kinder wie nie zuvor in Sportvereinen engagiert. Im Alltag mangelt es aber an Bewegung. Speziell die 4- bis 17-Jährigen bewegen sich heute im Schnitt um 31 Minuten pro Woche weniger als noch vor zwölf Jahren. Dabei haben Kinder einen natürlichen Drang, sich zu bewegen. Und Mama und Papa sollten sie diesen unbedingt ausleben lassen. 60 Minuten Bewegung pro Tag, so lautet die Empfehlung von Experten. Dabei gilt: Je jünger die Kinder sind, umso mehr sollten sie sich austoben.

Tollen Kinder selten herum oder können sich zu wenig bewegen, wirkt sich das auch negativ auf ihr Bewegungsverhalten im Erwachsenenalter aus. Denn die Erfahrung zeigt: Menschen, die bereits von Kindesbeinen an regelmäßig aktiv sind, bleiben auch später in Bewegung.

Kinder: Besser in die Natur statt in den Sportkurs

Das heißt nicht, dass schon die Kleinsten für Ballett, Karate oder Turnen angemeldet werden müssen oder immer nur auf dem Spielplatz ihren Bewegungsdrang stillen sollten. Ganz im Gegenteil. Es geht nicht um Leistung, sondern um Spaß an der Bewegung. Und wo kann man den mehr haben, als in der Natur? Kinder lieben es, im Freien herum zu sausen, Erfahrungen zu sammeln und Neues zu entdecken. „Das Spiel in der Natur ermöglicht es ihnen darüber hinaus nicht nur, ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachzugehen. Es fördert quasi ganz nebenbei auch ihre Entwicklung“, weiß die Naturpädagogin Elisabeth Peschek-Tomasi.

Warum die Natur der bessere Spielplatz ist:

  1. Das Spiel in der Natur macht kreativ.
  2. Motorische Fähigkeiten werden spielerisch trainiert. Kinder werden geschickter im Umgang mit Materialien, es fällt ihnen leichter, über unebene Oberflächen zu laufen und sie verbessern ganz nebenbei ihren Gleichgewichtssinn.
  3. Die Natur regt alle Sinne an und fördert die Konzentration.
  4. Kinder können Stress abbauen und zur Ruhe kommen.
  5. In der Natur beschäftigen sich Kinder länger ohne Input von Erwachsenen.
  6. Durch die natürlichen Lichtreize und den ständigen Blickwechsel zwischen nah und fern werden die Augenmuskeln optimal trainiert. Das wirkt Kurzsichtigkeit entgegen, von der mittlerweile viele Kinder betroffen sind.

Abenteuer Natur

Am Spielplatz hutschen, rutschen oder den Kletterturm bezwingen. Im Park fangen spielen oder Drachen steigen lassen. Oder durch den Wald streifen, die Schätze der Natur entdecken, auf Bäume klettern und im Moos zu wühlen. Die Natur bietet so vieles.

Oft scheitert ein gemeinsamer Aufenthalt in der Natur allerdings daran, dass Eltern glauben, sie müssten den Kindern ein großes Abenteuer bieten, um die Natur interessant zu machen, sagt die Naturpädagogin. Dabei brauche man weder einen Ideenkoffer noch jede Menge Materialien. Mit wenig Aufwand lassen sich tolle Spiele für Kinder in der Natur kreieren.

Nicht jede Familie hat Wiese oder Wald vor der Haustür. Auf das Abenteuer Natur braucht sie trotzdem nicht verzichten.

Natur gibt es auch im Kleinen. Kinder finden selbst in einer Regenlacke, in einer Mauerritze oder mit einer Handvoll Zweigen und Zapfen Erfahrungsräume, die ihre Entwicklung fördern.

Peschek-Tomasi

Denn für Kinder ist Natur das, wo sie selbst aktiv sein dürfen, ihren Interessen nachgehen und in ihrem eigenen Tempo Erfahrungen sammeln, forschen, spielen und entdecken können.

Medienkonsum bremst Bewegungsdrang nicht

Dass sich Kinder und Jugendliche heute weniger bewegen als früher, lässt sich übrigens nicht unbedingt auf den gestiegenen Medienkonsum zurückführen. Die „MoMO“-Langzeitstudie zeigt, dass körperliche Aktivität und Mediennutzung nicht unmittelbar zusammenhängen. Kinder, die viel Zeit vor dem PC verbringen, Online-Games spielen oder sich in sozialen Netzwerken tummeln, bewegen sich nicht zwangsläufig weniger.

Mit der Ökologin und Naturpädagogin Elisabeth Tomasi lernen Kinder die Natur entdecken, erfahren und begreifen. In ihren Kursen begibt sie sich auf eine spielerische Reise, bei der Groß und Klein mit allen Sinnen das Abenteuer Natur erleben können.

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