Laufmaschen in Nylons haben uns so manchen schönen Abend versalzen. Jetzt gibt es die Nylonstrumpfhose ohne Laufmaschen.
Das Geschäft mit dem Wegwerfprodukt

Nylonstrumpfhose: Laufmaschen, ade!

Er ziert seit bald einem Jahrhundert unsere Beine: der Nylonstrumpf. Früher rissen sich Frauen um die begehrten Teile, heute ärgern wir uns über Laufmaschen. Aber die Nylonstrumpfhose ohne Laufmaschen gab es bereits – und nun wieder!

Es ist eine Hassliebe, die Frauen seit fast einem Jahrhundert mit dem genialen Produkt von Wallace Hume Carothers verbindet: 1935 schrieb der Forschungsleiter des US-amerikanischen Chemiekonzerns DuPont Geschichte, als er die erste Nylonfaser entwickelte. Am 15. Mai 1940 verkaufte DuPont erstmals in den gesamten USA – fünf Millionen Paar Nylonstrümpfe gingen an diesem Tag über die Ladentische, binnen kürzester Zeit waren die Strümpfe restlos ausverkauft. Jede Frau durfte damals nur ein einziges Paar erwerben.

Heute gibt jede Österreicherin im Schnitt etwa 14 Euro pro Jahr für Damenstrümpfe und Strumpfhosen aus – Tendenz steigend (Quelle: statista.com). Wir lieben die geschmeidigen Nylonstrümpfe und Strumpfhosen, die uns wie eine zweite Haut umschmeicheln. Doch wir hassen die Laufmaschen, die aus dem schicken Strumpf ein Wegwerfprodukt machen. Es gibt viele Tricks, Laufmaschen zu vermeiden oder am weiteren Aufreißen zu hindern. Etwas, was schon unsere Großmütter angewandt haben: Die Nylonstrumpfhose vor dem Tragen ins Gefrierfach legen, angeblich macht sie das widerstandsfähiger und beugt Laufmaschen vor.

Früher war nicht alles besser, aber die Nylonstrümpfe

Dabei waren derlei Kniffe zu den Anfängen der Damenstrümpfe noch gar nicht notwendig, denn sie haben damals viel mehr ausgehalten als heutzutage. Nylonstrumpfhosen waren fast unverwüstlich und sehr beliebt, schreibt orf.at. DuPont habe aber durch chemische Prozesse die Haltbarkeit der Nylons immer stärker verkürzt, um mehr Geld damit zu verdienen: Geplante Obsoleszenz nennt man das Prozedere, das Hersteller einsetzen, um die Lebensdauer zu verkürzen. So wurden die Nylons mit der Zeit zu einem Wegwerfprodukt.

Nachhaltige Nylonstrümpfe: Laufmaschen, ade!

Umweltfreundlich ist das nicht: So könnten Berechnungen zufolge jährlich zehn Millionen Tonnen Abfall vermieden werden, gäbe es geplante Obsoleszenz nicht, schreibt tagesspiegel.de. Ohnehin ist die Nylonstrumpfhose kein besonders umweltschonendes Produkt: Sie besteht aus 85 Prozent Erdöl und wird mit dem Restmüll entsorgt und verbrannt.

Zum Glück setzen einige Unternehmen inzwischen auf Nachhaltigkeit und produzieren Strümpfe, die länger halten als einen Tag. Eines dieser Unternehmen ist Hanes Austria. „Keine Laufmaschen – selbst bei einem Loch“ verspricht der Hersteller der bekannten Strumpfhosen-Marke „nur die“.

Das Geheimnis der Strumpfhose „Goodbye Laufmaschen Shape“ ist ein Spezialgarn, das unter Wärmebehandlung schmilzt und so Maschenpunkte verschweißt. Dadurch kann aus einem kleinen Loch keine Laufmasche mehr entstehen. Finden wir gut! Weniger Laufmaschen bedeuten weniger Produktion für die Mülltonne und damit Entlastung für die Umwelt.

Teilen: Artikel bei Facebook teilen Artikel bei Whatsapp teilen Artikel URL kopieren
Anzeige
Anzeige
Anzeige