Neues ausprobieren: Wann haben Sie das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht?
Auf zu neuen Ufern

Trau dich! Mit diesen Tipps fällt Neues ausprobieren leichter

Wann haben Sie das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht? Müssen Sie erst einmal lange nachdenken, bis Ihnen etwas einfällt? Höchste Zeit, sich mit kleinen Schritten in Richtung Neuland zu bewegen.

Die gute Nachricht: Wir Menschen sind im Grunde neugierige Wesen. Bei Kindern lässt sich das am besten beobachten. Sie stürzen sich ohne zu überlegen von einem Abenteuer ins nächste. Das geht nicht immer gut aus – aber nur durch diese Erfahrungen können sie etwas lernen und sich weiterentwickeln. Denn: „Wachstum heißt immer auch Erweiterung der eigenen Grenzen. Kinder sind mutig und probieren aus, weil sie noch keine Grenzerfahrungen gemacht haben“, sagt Lebens- und Sozialberater Dieter Schmutzer. „Im Laufe unseres Lebens erfahren wir aber sehr viele Grenzen und Regeln, die einerseits durchaus vernünftig sind. Sie können andererseits aber auch einschränken.“

Die meisten Menschen richten sich irgendwann kuschelig in ihrer Komfortzone ein. Das ist schade, denn noch nie zuvor konnten wir so viel Neues ausprobieren, sagt Dieter Schmutzer: „Neugierde wächst mit den Möglichkeiten, die den Menschen geboten werden. Die sind aufgrund von ökonomischen Entwicklungen heute wesentlich vielfältiger als früher.“

4 Tipps, wie wir wieder Neues ausprobieren

  1. Realistische Ziele setzen

    „Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe.“ Selbstbewusst an neue Dinge ranzugehen, ist zwar durchaus wünschenswert. Ganz so übermütig wie Pippi Langstrumpf sollten Sie beim ersten Versuch aber lieber nicht sein – sonst könnte bald darauf die Enttäuschung folgen. Experte Schmutzer rät: „Wer etwas Neues ausprobieren möchte, sollte sich dabei realistische Ziele setzen, die Sie auch wirklich erreichen können.“ Fühlen wir uns überfordert, sind wir demotiviert und geben auf. Aber auch hier können wir uns von Kindern mehr Leichtigkeit abschauen, meint der Lebensberater: „Wenn Kinder etwas probieren, das ihnen nicht gelingt, lassen sie es los und probieren einfach etwas anderes Neues aus.“

  2. Die richtigen Fragen stellen

    Wir hätten ja Lust auf ein Abenteuer! Wäre da nicht die Angst, die immer wieder dazwischenfunkt. Was dagegen hilft? Information, sagt der Experte. „Wenn wir etwas Neues ausprobieren wollen, fehlt uns schlicht die Erfahrung. Das macht es gleichzeitig aber auch so spannend.“ Er rät, sich vor einem Vorhaben darüber gezielt zu informieren und dabei zu evaluieren, ob das wirklich eine Erfahrung ist, die wir machen wollen. So kommen wir dem Abenteuer schrittweise näher – etwa bei einem sportlichen Flussurlaub – oder stellen fest, dass es den Schritt aus der Komfortzone doch nicht wert ist. Auch das ist eine neue Erfahrung.

  1. Mit kleinen Abenteuern experimentieren

    Wer etwas Neues ausprobieren will, muss nichts überstürzen. Sie können auch wieder etwas machen, das Sie früher toll fanden, aber ewig nicht mehr getan haben: „Es ist nie zu spät einem Interesse wieder nachzugehen. Das Gute daran: Sie können dabei an positive Erfahrungen anknüpfen!“ Ihre Experimentierfelder können Sie sich dabei selbst aussuchen: ob Sie das erste Mal allein verreisen, endlich mit Sport anfangen oder sich anders schminken. All das kann eine Erfahrung sein, bei der Sie im Kleinen über Ihren Schatten springen und damit selbstbewusster werden. Veränderung beginnt oft im Kleinen!

  2. Menschen finden, die einen motivieren

    Das Event klang vielversprechend, ist in Wirklichkeit aber ungefähr so spannend wie die täglichen Fahrten mit der U-Bahn. Zum Glück ist eine Freundin mitgekommen. Denn gemeinsam ist vieles schöner – selbst nicht so tolle Erfahrungen. „Dann haben Sie zumindest etwas, worüber Sie sich im Nachhinein austauschen können“, sagt Dieter Schmutzer. Geht es darum, etwas Neues auszuprobieren, können Mitstreiter motivierend sein.

Dieter Schmutzer ist Lebens- und Sozialberater in Wien. Er unterstützt Menschen dabei, Lösungen für Konflikte und Probleme zu finden. 2005 hat er das Institut für Lebensgestaltung gegründet.

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