Sie wollen sich verändern? So finden Sie den Mut dazu!
Tipps einer Therapeutin

Mut zur Veränderung: Diese Ressourcen brauchen Sie

Veränderungen schüchtern ein und machen Angst. Vor allem, wenn sie im ersten Moment wie eine Verschlechterung unserer aktuellen Situation erscheinen. Nur Mut: So gehen Sie Veränderung am besten an:

Wir selbst sind unsere größten Kritiker: ob wir uns im Job zu selten durchsetzen oder es nicht schaffen, mit einer unliebsamen Gewohnheit wie Rauchen zu brechen. Mut zur Veränderung zu haben ist also nicht leicht. Aber es geht geht: Wir sagen Ihnen, wie Sie sich motivieren können, um Dinge endlich anzugehen.

Darum haben wir Angst vor Veränderungen

„Wir fürchten das Unbekannte, weil es tatsächlich Gefahren bergen und uns womöglich den Boden unter den Füßen wegreißen kann“, schreibt die Psychotherapeutin Bärbel Wardetzki in ihrem Buch „Loslassen und Dranbleiben“. Wir halten an Altbekanntem fest, auch wenn uns das gar nicht gut tut: der Job, über den wir uns seit Monaten beklagen, die Beziehung, in der wir schon lange nicht mehr glücklich sind. Denn das, was wir kennen, bietet uns Sicherheit und Stabilität. Wenn wir doch etwas ändern und mit unserem neuen Vorhaben scheitern, schämen wir uns dafür, es überhaupt versucht zu haben.

Erstaunlich: Laut Wardetzki vermeidet sogar unser Gehirn Veränderungen. Sie kosten uns nämlich viel Energie. Das Gehirn ist aber auf Energiesparen programmiert. „In dem Moment, in dem wir beschließen, etwas anders machen zu wollen, entsteht eine große neuronale Erregung im Gehirn, die den Energieverbrauch in die Höhe treibt.“

Unser Körper sträubt sich also erstmal mit Händen und Füßen gegen eine Veränderung. Aber es bleibt nicht ohne Folge, wenn wir im Stillstand verharren. Wer dauerhaft mit negativen Zuständen lebt, fühlt sich unzufrieden, schlimmstenfalls werden wir depressiv. Deshalb brauchen wir in Zeiten des Wandels starke Ressourcen. Freunde oder ein erfüllendes Hobby können helfen, uns Mut zu machen. Es gibt aber noch weitere wichtige Kraftquellen, aus denen Sie schöpfen können:

Wie wir uns Veränderungen im Leben mutig stellen können:

Mut zur Veränderung: Innere Ressourcen

  • Glück: Die Fähigkeit Glück zu empfinden ist eine wichtige innere Kraftquelle, die wir brauchen, um Umbrüchen im Leben mutiger zu begegnen. Wenn Ihnen das schwer fällt, kann es zum Beispiel helfen, ein Dankbarkeitstagebuch zu führen. Dort können Sie alle kleinen und großen Glücksmomente in Ihrem Leben festhalten. (Vielleicht helfen auch diese Glücks-Strategien.)
  • Selbstmitgefühl: Sich selbst so anzunehmen wie man ist, ist ein schwieriger Prozess. Wenn wir es aber schaffen, mit uns selbst liebevoll umzugehen, fällt uns Veränderung viel leichter. Dazu gehört auch, uns das Scheitern zu erlauben, anstatt uns dafür Vorwürfe zu machen.
  • Akzeptanz: Auch Akzeptanz ist wichtig: „Eine Trennung kann ich eher akzeptieren, wenn ich den Entschluss fasse, deshalb nicht meine Lebenskraft aufzugeben und mich depressiv zurückzuziehen.“ Machen Sie sich bewusst, dass Sie Ihr Leben zufrieden leben und Ihre Ziele weiterverfolgen möchten. Außerdem: Emotionen wie Angst, Wut, Trauer werden Sie bald weniger heftig spüren.
  • Weisheit: Bei einer Veränderung, an der wir sehr zu knabbern haben, hilft laut Wardetzki die „Einsicht, dass es häufig keine einfachen Lösungen gibt.“ Das Leben ist unvorhersehbar. Weisheit gibt uns die Kraft, uns von einem schrecklichen Ereignis zu distanzieren und Belastungen so zu verarbeiten, dass unser Leben deshalb nicht stehen bleibt.

Mut zur Veränderung: Der Körper als Ressource

  • Gefühlen einen körperlichen Ausdruck geben: Unsere Körperhaltung beeinflusst unsere Emotionen. Wer mit hängenden Schultern durch die Welt geht, strahlt Traurigkeit und wenig Zuversicht aus. Um Veränderungen mutig zu begegnen, geben Sie Ihrem Mut auch körperlich den richtigen Ausdruck, rät die Expertin: „Beispielsweise könnte Ihr Mut verbunden sein mit in die Hüften gestemmten Händen.“ Auch andere benötigte Ressourcen, wie Geduld und Kreativität, können Sie durch eine körperliche Geste oder Haltung darstellen. Immer wenn Sie die Bewegung geistig hervorrufen oder ausführen, rufen Sie so die damit verbundene Emotion oder Fähigkeit auf.
  • Bilder für Eigenschaften suchen: Welches Tier oder welche fiktive Person verkörpert für Sie Mut? Ein Löwe oder ein Leopard vielleicht oder Superman? Fragen Sie sich, warum Sie diese Bilder wählen, was einen Superhelden oder einen Löwen so mutig wirken lässt: Sie vertrauen auf ihren Instinkt, sind stark, warten auf den richtigen Moment, … Achten Sie darauf, wie sich Ihre Körperhaltung verändert, wenn Sie sich das Lebensgefühl eines Löwen oder eines Superhelden vorstellen. Richten Sie sich gerade auf und fühlen sich mutiger? Toll!

Loslassen und dranbleiben – Wie wir Veränderungen mutig begegnen
(Bärbel Wardetzki)
Verlag: Kösel

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