drei Frauen mit unterschiedlicher Hautfarbe in schwarzer und weißer Kleidung vor weißem Hintergrund
Kulturelle Unterschiede

Schönheit hat viele Gesichter: Schönheitsideale weltweit

Diversity rules – und das nicht erst, seit es den Hashtag gibt. Ein Blick auf die Schönheitsideale weltweit zeigt, dass Schönheit nicht nur im Auge des Betrachters liegt, sondern auch wesentlich von der Kultur geprägt wird.

Eine Welt – viele Schönheitsideale

Der Goldene Schnitt fürs Gesicht, Berechnungen zum Verhältnis von Körpermaßen, der optimale BMI: „Formeln“ für Attraktivität gibt es viele. Und doch erklären sie oft nur unzureichend, was wir als schön empfinden. Denn Schönheitsideale wurden und werden immer stark von der Kultur beeinflusst. Sogar innerhalb einer Gesellschaft können unterschiedliche Vorstellungen darüber vorherrschen, was gefällt. Ist Schönheit also nur eine Illusion, ein Konstrukt? Zumindest erinnern uns die vielen Schönheitsideale in anderen Ländern daran, dass Schönheit mehr als ein Gesicht hat. Und das ist doch beruhigend, oder?

Frankreich: Vermeintliche Schönheitsfehler

Als „Jolie laide“ (frz. schön unschön) bezeichnet man in Frankreich eine Art von Schönheit, die sich durch einen „Makel“ auszeichnet. Dabei geht es vielmehr um eine besondere Ausstrahlung als um schablonenhafte Perfektion. Generell wird bei den Franzosen, die den Lebensstil des „Laissez-faire“ wie kaum eine andere Nation geprägt haben, dem Äußeren nicht ganz so viel Aufmerksamkeit geschenkt – oder zumindest soll es nicht danach aussehen. Der berühmte Pariser Chic etwa zeichnet sich durch so wenig Make-up wie möglich und einer gekonnten Undone-Frisur aus. Mit nur wenigen Mitteln – vor allem Mascara – wird das Beste aus dem herausgeholt, was einem die Natur mitgegeben hat. Très charmant!

Russland: Von nichts kommt nichts

Ganz anders in Russland: Hier gilt das Motto „mehr ist mehr“. Was man in westeuropäischen Ländern oft als „too much“ empfindet, ist in Russland genau richtig. Keine Russin, die etwas auf sich hält, würde ungeschminkt das Haus verlassen. Bei Bedarf holt man sich bei der „Schönheitsarbeit“ gerne auch professionelle Hilfe. Die unternommenen Anstrengungen von der Maniküre bis hin zu perfektem Make-up darf und soll man dann sehen. Warum das so ist? Möglicherweise hat das mit dem Männermangel zu tun, denn statistisch gesehen gibt es in Russland mehr Frauen als Männer. Der stärkere Konkurrenzkampf könnte der Grund sein, dass sich die Russinnen bei ihrem Äußeren besonders viel Mühe geben. Doch auch der orientalische Einfluss spielt eine Rolle beim russischen Schönheitsideal.

Iran: Kein Grund zur Scham

Apropos Orient: Von der Verschleierung darf man sich nicht in die Irre führen lassen, denn die Frauen legen trotzdem sehr viel Wert auf ihr Äußeres. Weil der Hijab das Gesicht frei lässt, steht dieses auch im Mittelpunkt. Vor allem die Nase lassen sich viele Iranerinnen verkleinern, denn das lässt gleichzeitig die Augen größer wirken, was ebenfalls als Schönheitsideal gilt. Während bei uns aber immer noch eher verschämt mit Beauty-OPs umgegangen wird, tragen die Iranerinnen ihre Bandagen mit Stolz. Nicht selten werden sie sogar länger behalten als nötig. Der Eingriff wird nämlich als Statussymbol und Zeichen für Wohlhaben angesehen.

Brasilien: Die Kehrseite des Schönheitsideals

Unter den Ländern mit den meisten Schönheitsoperationen besetzt Brasilien einen Spitzenplatz. Prall, rund und knackig – so sieht der perfekte Po an der Copacabana aus. In der Heimat knapper Sambakostüme ist er sogar so unverzichtbar, dass viele mit Po-Implantaten nachhelfen. Das war übrigens schon lange vor Kim Kardashian der Fall. Traditionell liegt der Fokus in Brasilien weniger auf der Brust, denn eine kleine Oberweite wurde lange mit der weißen Oberschicht der Kolonialmächte in Verbindung gebracht. Hüfte und Po dürfen laut brasilianischem Schönheitsideal dafür umso ausladender sein.

Asien: Hautsache Schönheit

Auch in Asien, vor allem in Indien, sind die Auswirkungen der Kolonialzeit auf das Schönheitsideal noch sichtbar. Hier ist es vor allem eine helle Haut, die als begehrenswert erscheint, während ein dunkler Teint auf Feldarbeit und somit einen niedrigeren Status schließen lässt. Im Gegensatz zu Selbstbräuner beherrschen daher aufhellende Cremes den Schönheitsmarkt. Die oft bedenklichen Inhaltsstoffe nehmen viele auf dem Weg zu ihrem Wunschteint in Kauf.

Der Preis der Schönheit und der gesellschaftliche Druck können, so sieht man, auch in anderen Ländern hoch sein. Umso wichtiger ist es, nicht einem bestimmten Schönheitsideal nachzueifern, sondern Vielfalt schätzen zu lernen.

Unser Tipp

Von der französischen Gesichtsmaske aus Weintrauben bis zum brasilianischen Sandpeeling: So vielfältig wie die Schönheitsideale weltweit sind auch die Beauty-Geheimnisse. Mehr dazu erfahren Sie in der aktuellen active beauty!

Teilen: Artikel bei Facebook teilen Artikel bei Whatsapp teilen Artikel URL kopieren
Anzeige