Sieben trockene Hautstellen und was sie zart macht

Veröffentlicht am 2. Januar 2019

Wer zu trockener Haut neigt, hat im Winter meist noch mehr damit zu kämpfen. Dermatologin Verena Beck gibt schonende Pflegetipps für Hautstellen, die in der kalten Jahreszeit besonders gefährdet sind.

Die innere Struktur eines Baumstamms.
Die innere Struktur eines Baumstamms.

Trockene, juckende und rissige Haut im Winter ist ein ungeliebter, aber häufig gesehener Begleiter. Die Hauptursache ist der Wechsel zwischen warmer Heizungsluft und klirrender Kälte im Freien. Einzelne, trockene Hautstellen brauchen eine besondere Pflege. Sie weisen in der Regel aber auch darauf hin, dass die restliche Haut am Körper zu wenig Feuchtigkeit hat – und Handlungsbedarf herrscht. Natürlich gibt es Ausnahmen: Bei bestimmten Hauterkrankungen kann die Haut an manchen Stellen ebenfalls austrocknen.

Für Menschen mit gesunder Haut gilt: Am meisten betroffen sind im Winter oft jene Hautstellen, die während des gesamten Jahres zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Dazu gehören zum Beispiel die Ellenbogen. „Meiner Meinung nach wird die ganze Haut stiefmütterlich behandelt, an manchen Stellen kommt dies aber besonders zur Geltung“, verdeutlicht es Verena Beck, Dermatologin in Wien.

Sieben Spezial-Tipps gegen trockene Haut im Winter

1. Trockene Wangen

Zu den trockenen Stellen im Gesicht gehören unter anderem die Wangen. Sie werden weder vom Schal noch von der Haube geschützt und sind den kalten Temperaturen im Winter direkt ausgesetzt.

Unser Tipp

Wer im Winter länger draußen ist, sollte deshalb eine Kälteschutzcreme auf die Wangen auftragen. Das gilt insbesondere für Kinder. „Idealerweise ist diese mit Lichtschutzfaktor versehen, weil die Wintersonne nicht zu unterschätzen ist“, erklärt Beck. Sie rät zu Kombinationsprodukten, die gleichzeitig vor Kälte und Sonne schützen.

2. Spröde Lippen

Spröde, trockene Lippen sind das Sorgenkind vieler Menschen im Winter. Die zarte Haut trocknet sofort aus, wenn man sie mit der Zunge kurz befeuchtet und kalter Wind darüber weht. Aus spröden Lippen kann sich ein unangenehmes, juckendes Lippenekzem entwickeln.

Unser Tipp

Was hilft bei trockenen Lippen? Erste-Hilfe-Maßnahmen sind rückfettende Substanzen, die mehrmals täglich aufgetragen werden sollten. Dermatologin Beck rät zu natürlichen Lippenpflegeprodukten ohne Duftstoffen, Allergenen und Parabenen.

3. Trockene Nase

Trockene Haut an der Nase ist ein weiterer, gängiger Winter-Problemfall. „Die Nase ist eine sehr exponierte Stelle, oft schaut im Winter nur die Nasenspitze hervor“, weiß Hautärztin Beck. Rote Äderchen auf der Nase können durch den Kalt-Warm-Wechsel verstärkt werden.

Unser Tipp

Wer sich bei sehr geringen Temperaturen länger draußen aufhält, sollte einen Kälteschutz auftragen. So lassen sich Kälteschäden an der Haut vermeiden.

Bei Schnupfen wird die trockene Nase zusätzlich beansprucht. Sie läuft und die Stelle zwischen Nase und Oberlippe wird schnell wund. Herkömmliche Cremen brennen und jucken, anstatt Linderung zu verschaffen.

Unser Tipp

Die passende Pflege bei trockener Haut an den Ellenbogen ist sehr reichhaltig und geht im Winter in Richtung Salben. Diese haben einen höheren Fettgehalt. Bei rauen Ellenbogen eignet sich außerdem eine Pflege mit Harnstoff. Dieser hilft, die Feuchtigkeit besser aufzunehmen.

5. Rissige Haut an den Händen

Kälte ist ein starker Risikofaktor für die Hände. Wer keine Handschuhe verwendet läuft Gefahr, sie noch mehr auszutrocknen und die Haut dadurch zu schädigen.

Unser Tipp

Deshalb empfiehlt sich auch hier: Wer länger draußen ist, sollte eine Kälteschutzcreme auf die trockenen Hände auftragen.

Zur Grippezeit wird häufiges Händewaschen zwar empfohlen, um die Übertragung von Viren zu vermeiden. Dadurch trocknen die Hände aber meist zusätzlich aus. Gerade wenn Seife verwendet und danach nicht eingecremt wird.

Unser Tipp

Hautärztin Beck weist auf hochwertige Handpflegeprodukte hin, zum Beispiel hautschonende, rückfettende Waschlotionen. „Danach sollte man die Hände unbedingt einschmieren – am besten mehrmals täglich mit einer gut einziehenden Creme.“

6. Trockene Beine

Viele Frauen leiden unter trockenen Hautstellen an den Beinen. Oft trocknet die Haut durch das Rasieren zusätzlich aus. Vor allem dann, wenn danach keine Creme aufgetragen wird. Es kann zu Schuppungen, Entzündungen und Ekzemen kommen.

Unser Tipp

„Die Beine sollten im Winter mit einer reichhaltigen Körperlotion mit hohem Lipidanteil eingecremt werden“, sagt die Expertin. Enthält die Pflege Harnstoff, wirkt sie nachhaltig rückfettend.

7. Rissige & trockene Füße

Auch rissige Fersen und trockene Fußsohlen sind im Winter keine Seltenheit. „Das hängt mitunter damit zusammen, dass man im Winter andere Schuhe trägt, die andere Druckstellen erzeugen“, weiß Beck.

Unser Tipp

Hier lässt sich schon frühzeitig vorbeugen: Eine Pediküre nach dem Sommer hilft, um die Füße zu pflegen und überschüssige Haut abzutragen. Wenn es kälter und kälter wird, sollte auf fettere Fußcremen mit Harnstoffanteil umgestiegen werden.

Um trockener Haut entgegenzuwirken, brauchen es die Füße stets warm. Aber Vorsicht: Wenn sie schwitzen, steigt die Gefahr von Fußpilz. Da hilft nur Vorbeugen: Nach dem Duschen die Zehenzwischenräume gut abtrocknen und eincremen. Der Winter ist übrigens die ideale Zeit, um mit dem Lackieren der Fußnägel zu pausieren. „So sieht man, was sich unter dem Nagellack befindet, ob die Nägel in Ordnung sind oder sich vielleicht ein Nagelpilz eingeschlichen hat“, erläutert Beck.

Hautärztin Verena Beck

Verena Beck ist Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Wien.


2 Januar 2019 | Text: Maria Kapeller | Fotos: Stocksy; Fotoquelle: Barbara Nidetzky

Schon Gelesen?